Heut treffe ich unsere beiden Museumsmitarbeiter Jochen Müller und Karl Kadiurek einmal nicht in der Werkstatt an. In knirschendem Schnee aber bei strahlendem Sonnenschein brechen sie gerade zu ihrem regelmäßigen Kontrollgang auf. Zweimal in der Woche drehen die beiden eine Runde durchs Dorf und kontrollieren alle Gebäude, ob die winterliche Witterung oder ein Sturm Schäden an den Häusern verursacht hat.

Dabei steigen sie bis in die Dachboden hinauf, um sicher zu gehen, dass nicht Flugschnee eingedrungen ist, oder etwa Marder, Fuchs und Co sich hier ein trockenes Plätzchen gesucht haben.

Bei ihrem Rundgang steigen sie auch auf den Schmalzberg hinauf bis zur neuen Schule aus Gaiselberg. Sie wurde ja erst im Vorjahr gebaut und ist noch nicht ganz ausgetrocknet. Darum ist hier Kontrolle, vor allem nach kleinsten Rissen besonders wichtig.

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Beide Klassenzimmer werden besucht, wie auch die Lehrer-Wohnung.

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Doch die Sorge war unbegründet.  Es sind weder Risse zu sehen nocht dringt irgendwo Feuchtigkeit  ein.

Das ist äußerst beruhigend und die beiden stapfen getrost wieder ins Dorf zurück, um das nächste Gebäude zu begutachten.

Heurechen, Mistgabeln, Spaten, Schaufeln. In unseren Stadln lagern Berge von bäuerlichen Kleingeräten. Und genauso wie  Leiterwagen, Pflug oder Steyrerwagerl lechzen sie dringend nach Restaurierung. Denn durch das Metall frisst sich der Rost, die Holzteile werden von Holzwürmern aufgefressen. Außerdem wird das Holz spröde und brüchig.

Unser Museumsmitarbeiter Jochen Müller hat sich in der Winterarbeit auf dieses “Kleinvieh” gestürzt.

Ähnlich wie die großen Wagen muss auch hier alles zuerst gereinigt werden.

Dann streicht Jochen das Holz mit Borsäure ein, das mögen die Holzwürmer nicht. Leinölfirnis belebt das Holz und frischt es auch optisch auf.

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Das Metall, wie das Blatt bei diesem Spaten, wird zuerst vom Rost befreit, mit Kriechöl und Penetrieröl wird Wasser aus den Poren verdrängt und mit Wachs wird die Oberfläche geschützt.

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Aber das wisst ihr längst schon alles, wenn ihr diesen Blog verfolgt.

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Wenn der Spaten dann fertig ist sieht er so aus.

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Ist doch ein heiden Unterschied, oder?

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Noch eine Vorher-Nachher Bildserie:

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Ein Rechen, wie er jahrelang hier lagerte  -

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und wie er nach der Behandlung von Jochen jetzt aussieht.

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Nicht nur Schauspieler, auch Dörfer dürfen in Rollen schlüpfen.

Heute übernahm unser Museumsdorf die Rolle eines osteuropäischen “Stettls”, eines jiddischen Dorfes.

Wir wurden nämlich zur Filmkulisse einer Spiel-Dokumentation über Theodor Herzl, den Gründer des modernen Zionismus.

Theodor Herzl würde im Mai seinen 150. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass gaben ZDF und ORF eine Dokumention in Auftrag, die sich mit dem Leben Herzls, seiner politischen Arbeit bis zu seinen aktuellen Auswirkungen im modernen Israel beschäftigt.

Theodor Herzl erkannte früh antisemitische Tendenzen in Europa und träumte von einem zionistischen Staat. Er versuchte erst Bankiers und reiche Juden von der Idee zu überzeugen. Doch die wollten in ihrem säkularisierten Leben keine Gefahr erkennen.

Also begann  er eine breite zionistische Bewegung ins Leben zu rufen. Herzl schickte Agitatoren durch Europa, vor allem aber nach Osteuropa, wo in den Dörfern, dem sogenannten “Stettl”, viele arme Juden lebten. Diese waren viel stärker mit dem Antisemitismus konfrontiert als ihre reichen Glaubensbrüder in den großen Städten.

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Die Agitatoren gingen von Haus zu Haus und luden zum ersten großen “Zionistischen Weltkongress” 1897 in Basel (Schweiz) ein.  208 Delegierte aus 16 Ländern folgten diesen Einladungen. Das war der Beginn einer enormen politischen Bewegung, die aber erst 1948 in die Gründung des Staates Israel münden sollte.

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Die Spieldokumentation unter Regie und Buch von Monika Czernin (Mitautorin Melissa Müller) stellt neben historischen Dokumenten, Fotos und Interviews einige Schlüsselszenen filmisch dar. Die Wanderung der Agitatoren durch die osteuropäischen Dörfer wurde in Niedersulz gedreht.

“Das Museumsdorf bietet den Eindruck eines kompletten Dorfes des vorherigen Jahrhundertes, ohne Sat-Schüsseln oder Strommasten”, erklärt Produktionsleiter Florian Berger. Auch der Stil der Häuser ähnelt diesen Dörfern.

Für einen halben Tag Drehen rückte ein riesiges Filmteam an, mit Technikern, Kostüm- und Maskenbildnern, Caterer, Produktionleiter und -Assistenten.

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Sie hatten drei Schauspieler mitgebracht, die die Bewohner des Stettls und den Agitator darstellen sollten, eingepackt in historischen Kostümen  und gut versteckt hinter enormen Bärten.

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Der Kameramann entpuppte sich als alter Bekannter des Museumsdorfes.

Robert Neumüller (ganz rechts), hier gerade bei einer Besprechung mit Regisseurin Monika Czernin (mit der Pelzhaube) hatte bereits zwei mal bei uns gedreht. Einmal über das Leben der Dorftiere im Sommer und ein halbes Jahr vorher romantische Winter-Impressionen.

Er hatte den Charakter des Museumsdorfes als ideale Dorfkulisse schätzen gelernt und Niedersulz als Drehort vorgeschlagen.  Regisseurin Czernin konnte ihm da nur Recht geben.

Einen halben Tag lang kämpfte sich das Filmteam durch den tiefen Schnee im Dorf. Außer dem Pfarrhof durften auch der Waidendorfer Hof und die Lenneskapelle mitspielen. Die wurde mit einem Juden-Stern sogar zur Synagoge umfunktioniert.

Lust auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen?

Unser im Sommer wohlgefüllter Shop wurde zur  Garderobe, Speisezimmer und Aufwärmstation.

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Dass die Filmleute auf ihren unterschiedlichen Sets wahrscheinlich stets mit Improvisationen rechnen müssen zeigt die herrlich variable Schmink-Kommode, einfach aufgepflanzt auf unseren Heurigentischen.

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Auch unser Geschäftsführer Mag. Günter Fuhrmann wollte sich die spannenden Dreharbeiten nicht entgehen lassen und ließ sich mit zwei der malerisch gewandeten  Darsteller fotografieren.

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Wer  jetzt Lust hat, unser Museumsdorf als osteuropäisches Stettl zu erleben, muss auf Pfingsten warten. Dann werden sowohl ZDF als auch ORF diese  Dokumentation zeigen.

Den genauen Sendetermin werden wir noch bekannt geben.

Auch Museumsmitarbeiter träumen. Karl Kadiurek, unser Werkstättenarbeiter  träumt von einer riesigen, verrosteten Dreschmaschine, in die sich sein Handwerkertalent verbeissen kann.

Doch wie kam es dazu?

Im September 2009 ging das Museumsdorf daran, die im scheinbaren Dornröschenschlaf versunkenen Depot-Stadeln aufzuarbeiten. (Archäologie im Stadl).

Sammeln ist eine Leidenschaft – von der Liebhaberei bis zur Sammelwut: Doch irgendwann sollte doch die Zeit für Ordnung kommen: Inventarisieren, Restaurieren und Reparieren, Archivieren, da und dort auch Aussortieren und zum Schluss dann Präsentieren.

Beim Sichten der bisherigen “Sammlungsdepots” des Museumsdorfes hat Karl nun das Prunkstück gefunden.  Für ihn wär es das Schönste, die Dreschmaschine wieder zum Laufen zu bringen.

Aber sie muss leider warten.

Denn im Raum für Winter-Arbeiten  ist kein Platz für das Monstrum.  Dabei hätte es die Maschine bitter nötig.   Im feuchten Stadl leiden Holz- und Metall-Teile und die Eisenräder haben sich tief in den weichen Boden gegraben.

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Aber wenn sich Karl so umschaut, finden sich viele andere Schätze, für die  Rettung nötig wäre.

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Erdäpfelroder, ein- und zweischarige Pferdepflüge, Eggen und viele andere Ackergeräte lagern im Stadl aus Waidendorf.  Ihr Zustand ist besorgnis-erregend.  Der Rost frisst sich durch die Eisenteile, über allem liegt eine dicke Schicht  Staub und Spinnweben, die Eisengestelle scheinen bereits fest mit dem Boden verbunden. Man hätte die Maschinen über dem Boden oder auf Holzbohlen lagern müssen, weiß der Fachmann.

All das liegt aber nun schon seit Jahrzehnten hier und Karl wird  nervös. Eigentlich sollte das alles so bald als möglich aus dem Stadl entfernt und restauriert werden, sonst ist es  unwieder-bringlich verloren. Doch erst seit kurzem wurde begonnen, sich intensiver um diese Dokumente ländlicher Arbeitskultur zu kümmern.

Auch hinter dem Stadl und in der “Reia” daneben liegen bäuerliche Schätze verborgen. Von  Brombeerhecken verwachsen, versteckt sich weiteres Ackergerät. Während des Winterschnitts sind die Mitarbeiter darauf gestoßen.

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Jetzt wird Karl aktiv. Mit einem dieser Pflüge will er beginnen.

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Er befreit einen Pflug aus der Hecke und schleppt ihn in den Werkstatt-Stadl.

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Hier wird der Pflug  in seine kleinsten Einzelteile zerlegt und  gesäubert.

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Karl  streicht alle Teile des Pfluges mit Kriechöl und Penetrieröl ein. Damit wird schädliches Wasser aus den Poren verdrängt und das Eisen versiegelt.

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Langsam beginnt Karl, den jetzt satt und schwarz glänzenden Pflug wieder zusammen zu bauen…

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Bis er das gute Stück wieder komplett in Händen hält.

Sieht er nicht so aus, als könnte man morgen auf den Acker damit fahren?

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Nun wird sich Karl die nächste  Arbeit aus dem  Stadl holen. Gemeinsam mit seinen Kollegen wird er Stück für Stück Ordnung in die Bestände bringen.

Bis endlich Zeit für die große Dreschmaschine ist.

Wenns draußen stürmt und fürs Weinviertel ungewöhnlich viel Schnee liegt, wird im Museumsdorf  fleißig restauriert.  Unsere Männer ziehen sich dann eben  ins gut geheizte Kammerl zurück.

Peter Huber hat sich noch einmal des von Karl Kadiurek restaurierten Steyrerwagerls angenommen (hier auf einem Archivbild vom Herbst).

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Obwohl bereits wunderschön saniert, fehlt  eine Kleinigkeit:

Auf dem Wagerl ist zart eine Schrift zu erkennen. In blauer Ölfarbe stand hier einst der Name des Besitzers. Jetzt sind nur mehr leichte Konturen zu sehen.

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Diesen Schriftzug möchte Peter Huber nachziehen.

Dabei darf der Name nicht vom Holz herunterknallen sondern soll zum  Charme eines in die Jahre gekommen bäuerlichen Wagens passen.

Dazu ist unbedingt Original-Material notwendig, also Öl-Farbe, die sich Peter Huber aus Leinölfirnis, Terpentin und Pigmenten selbst mischt. Die Farbreste lassen auf ein dunkles Blau schließen. Genau diesen Farbton möchte Peter Huber treffen.

Eine der beiden seitlichen Bordwände hat Peter Huber schon fertig: “Franz Wieland” prangt in verblasst wirkendem Blau auf dem Naturholzbrett.

Dabei war auch dieses Brett, ja das ganze Steirerwagerl einst grau bemalt. An einigen Stellen sind noch Reste der originalen Färbelung vorhanden.

Doch die wird unser Restaurateur nicht mehr nachstreichen.

Jetzt nimmt er sich die rückwärtige Wand vor. Hier stösst er auf einige Schwierigkeiten. Die Benennung des Heimatortes von Franz Wieland ist kaum mehr lesbar, unter anderem auch, weil der obere Teil des Brettes fehlt.

Mit  detektivischem Gespür kommt er der Herkunft des Wagens schließlich auf die Spur: “Steinhof”.  Hmmm. Das Steinhof bei Wien? Oder gab es beim Steinberg bei Zistersdorf – hier ganz in der Nähe – vielleicht einmal auch einen Steinhof?  Doch da wir über die Herkunft des Steyrerwagerls nicht mehr allzuviel wissen, wird das vielleicht ewig im Dunkeln bleiben.

Peter Huber hat schon einige Buchstaben aufgetragen. Die Ölfarbe ist nicht nur deshalb wichtig, weil sie der Originalfarbe nahe kommt, mit ihr kann Peter Huber auch den Anschein von Alt-Farbe geben.

Denn kaum hat er einen Buchstaben aufgemalt, werden Teile der Farbpigmente auch schon wieder mit einem alten Borstenpinsel heruntergekratzt.

Industriefarbe würde sofort einziehen und ließe diese Spielereien nicht mehr zu, erzählt Peter Huber.

Ölfarbe war typisch für das bäuerliche Gerät. Es war auch dementsprechend wenig haltbar.

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Brauchte man stabilere Farben, musste man auf Harz-Farben zurückgreifen: Kopal-Lacke. Diese Farben hinterließen eine wiederstandsfähige Oberfläche, waren aber entsprechend teuer. Sie wurden hauptsächlich für das Bemalen von Herrschaftskutschen verwendet.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Schön war es und schön kalt, das “Kripperlschaun und Sternsingen” im Museumsdorf. Aber kalt muss es sein, sonst schmeckt der Glühwein nicht und es kommt keine weihnachtliche Stimmung auf.

(Im Bild: Die Geschäftsführer Dr. Edgar Niemeczek und Mag. Günter Fuhrmann, 2. Landtagspräsident Herbert Nowohradsky, Jungscharleiter Clemens Huber, Geschäftsführerin Volkskultur Niederösterreich Dorli Draxler,  Landwirtschaftskammerpräsident NR Ing. Hermann Schultes und die Sternsinger Judith, Claudia, Viktoria und Raphael.)

Am 3. Jänner haben wir heuer zum zweiten Mal die Winterruhe des Museumsdorfes unterbrochen, um die Schönheit des Dorfes auch in der kalten Jahreszeit zu zeigen, ja und natürlich unsere Krippen.

Star war heuer die Tuchmacher Krippe aus Iglau (Hier bei einer Führung mit unserer Kultur-Vermittlerin Hedi Fradinger). Die Krippe  stammt aus einer der deutschen Sprachinseln aus Nordmähren und prunkt mit 122 wunderschön holzgeschnitzten Figuren.

Eine riesige Krippe aus Grulich, einer anderen mährischen Krippenbau-Region fand sich im spannenden Kontrast zu einer zeitgemäßen Weiter-Entwicklung:

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Eine Gruppe rund um den Loidesthaler Krippen-Fachmann Gottfried Würrer hatten ihre selbstgebauten Krippen ausgestellt. Sie alle waren nach traditionellen Vorbildern gefertigt.

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Hier wurde man mit dem Schauen gar nicht fertig, so gespickt waren die Krippen mit realistisch anmutenden Details, wie Wagenrädern, Laternen, ja sogar einer Weinviertler Hengstpresse.

Ein ganz besonderes Exemplar kam aus Schlosshof: Eine Krippe aus Papier der Familie Kreiner. Sie folgt einer ganz anderen Krippentradition und weist sogar eine witzige Mechanik auf: Adelige Barockfiguren und die drei Könige ziehen an der heiligen Familie vorbei.

Wie Weihnachten früher auch einmal ausgesehen haben könnte, war in der Stube des Hörersdorfer Hofes zu sehen Maria Theresia und Hans Kiessling hatten eine “Arme Leute Weihnachtsstube” eingerichtet: Ein Christbaum trug selbstgebastelten Weihnachts-Schmuck, der andere Baum war gar nur ein Schlehdorn-Zweig aufgesteckt in eine Rübe.

Zu den weihnachtlichen Traditionen gehört in vielen Familien auch das Räuchern. Mit einer Glutpfanne, auf der Kräuter oder Weihrauch langsam verbrennen und dabei ihren Duft abgeben, wird duch Haus und Stallungen gegangen. Das bringt Segen und reinigt die Räume. Hedi Fradinger zeigte in ihrer Führung die Technik des Räucherns. Wer nun darauf Lust bekam konnte sich bei Fachleuten im alten Wirtshaus mit köstlichem Räucherwerk eindecken.

Alte Bräuche rund ums neue Jahr vermittelte Weinviertel Schriftsteller Thomas Hofmann. Er las in der Vinothek aus Weihnachts-Wünschen historischer Zeitungen.

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Geistiges ganz anderer Art servierten die Freunde und Helfer und Mitarbeiter des Museumsdorfes: Heißen Punsch und Glühwein. Das beste gegen kalte Finger und kalte Zehen.

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Wie gerne sie im Museumsdorf sind, bewiesen auch einige Promis und klemmten sich ebenfalls hinter die heißen Töpfe um Glühwein an die Gäste auszuschenken:  2. Landtagspräsident Herbert Nowohradsky, Landtags-Abgeordneter Ing. Manfred Schulz und Landwirtschaftskammerpräsident NR Ing. Hermann Schultes.

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Und dann wurde der Besuch besonders heilig: Sternsinger zogen durch das Dorf und besuchten auch die Hörersdorfer Stube, um ihre Zeichen von Kaspar, Melchior und Baltasar über der Tür anzubringen.

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Mit den Liedern der Sternsinger halfen die Großen aus:

Im Kulturstadl sang der “Bernsteingsang” aus Palterndorf.

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Die tieferen Töne kamen von einem Ensemble des Männerchores Falkenstein.

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Auch die Kinder durften sich mit den Brauch der Sternsinger beschäftigen: Gemäß einem Gemälde vom “Fest des Bohnenkönigs” bastelten sie Kronen aus Papier.

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Und so wie es aussieht, hat es Spaß gemacht.

Am Nachmittag wird es immer früher finster. Am Wochenende duftet es überall nach Punsch und seit letzter Woche liegt eine feine Schneedecke über dem Museumsdorf: Weihnachten naht.

Wir alle freuen uns über ein paar ruhige Urlaubstage und ein paar Tage später auf das Kripperlschaun und Sternsingen im Museumsdorf.

Am 3. Jänner zeigen wir von 12 bis 17 Uhr unsere schöne Tuchmacher Krippe aus Iglau (siehe linkes Foto), eine ungewöhnliche Papierkrippe aus Schlosshof und nach alter  Krippentradition gebaute Krippen-Darstellungen.

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Im Hörersdorfer Hof wird die Familie Kiessling den Flair des alten Weihnachten auferstehen lassen: Weinviertler Bauern waren  selten begütert. Eine  “Arme Leute Stube” wie sie hier zu sehen sein wird, hat es früher wahrscheinlich oft gegeben.

Der 3. Jänner ist ganz nahe am Drei Königs Tag, dem tradtionellen Tag der Sternsinger. Darum werden auch Sternsinger aus der Gemeinde Sulz bei uns durchs Dorf wandern. Der Bernsteingsang und ein Ensemble des Falkensteiner Männerchores werden dazu “sternsingen”.

Hedi Fradinger wird über weitere alte Bräuche rund um die Weihnachtszeit erzählen, wie übers Räuchern. Wie das vor sich gegangen ist, wird sie anschließend gleich selbst vorführen.

Einen weiteren Brauch dürfen die Kinder ausprobieren. Er dreht sich um das berühmte Bild von Jakob Jordaens  “Das Fest des Bohnenkönigs”, das im Wiener Kunsthistorischen Museum hängt und ebenfalls von  einen Weihnachtsbrauch handelt.

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Ich würde mich freuen, Euch beim “Kripperlschaun und Sternsingen”  am 3. Jänner persönlich zu treffen.

Das genaue Programm findet ihr auf unserer Homepage www.museumsdorf.at.

Vergangenen Dienstag (15. Dezember) traf sich wieder die große Familie der KULTUR.REGION.NIEDERÖSTERREICH zur stimmungsvollen Adventfeier im Haus der Regionen in Krems.

Den Vorsitz führten natürlich die Hausherren und unsere Ehrengäste: Dr. Edgar Niemeczek, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Mag. Alfred Riedl, Präsident des Gemeindevertreterverbands, Dorli Draxler, Geschäftsführerin der Kultur.Region.Niederösterreich, Landeshauptmannstellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, Bürgermeisterin Inge Rinke, Dr. Joachim Rössl, Leiter der Kulturabteilung und Johannes Coreth, Präsident der Volkskultur Niederösterreich.

Ebenfalls mit dabei waren zahlreiche Freunde, Partner und Gönner der Kultur.Region.

Eine musikalisch, literarische Adventfeier sollte es sein: Darum standen nicht die Festreden am Anfang sondern stimmungsvolle Weihnachtsmusik und Texte.

Für die Musik sorgten die Mitarbeiter der Kultur.Region selbst.

Sie hatte sich unter dem Taktstock von Erwin Ortner zum wohltönenden Chor formiert.

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Wir waren in Kleinbus-Stärke vom Museumsdorf angereist und trafen hier viele Freunde.

Stephan Gartner, Geschäftsführer des Viertelfestivals NÖ, Dr. Richard Edl, Obmann des Vereines der Freunde des Weinviertler Museumsdorfes Niedersulz und Trachten-Schneiderin Helga Schießling nahmen unser Team in ihre Mitte: unsere Kulturvermittlerin Hedi Fradinger, Christl Emminger vom Büro und Karl Kadiurek aus unserer Werkstätte.

Kulturvermittlerin und Kellergassen-Führerin Elfi Egger und Kassa-Mitarbeiter Günter Schneider hatten sich auch ein schönes  Plätzchen gesucht.

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Unser Geschäftsführer Mag. Günter Fuhrmann (m.) hatte gerade Josef Schick, Geschäftsführer der Kulturvernetzung NÖ  und Alexander Tischer von der Kulturabteilung des Landes NÖ gefunden und begrüßt.

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Zu Hedi Fradinger und Christl Emminger hatte sich Doris Karner, Assistentin der Geschäftsführung Kultur.Region, gesellt um ein bisschen zu fachsimpeln und ein bisschen zu tratschen.

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Und weil wir alle an einem Strang ziehen, kommt es immer wieder zu spannenden Begegnungen, wie hier, wenn Ulrike Vitovec (NÖ Museen und Sammlungen)  und Trachten-Expertin  Helga Schießling, die sich bisher noch nie begegnet sind, in unserer Runde  angeregt über die Geschichte und Entwicklung der niederösterreichischen Trachten unterhalten.

Nach Musik, Gesang einem erfreulichen Jahresrückblick und vielen guten Wünschen, die uns Johannes Coreth, Dr. Joachim Rössl und Dr. Wolfgang Sobotka mitgaben wurde  es besonders gemütlich.

Das Buffet wurde  eröffnet: Mit Waldviertler Erdäpfelsuppe, gebackener Landhuhnbrust, Fleischknöderl mit warmem Krautsalat, Emmerreisrisotto und  Blunzenstrudel.

Dass es gut geschmeckt hat, kann man den Gesichtern von Elfi Egger und Dr. Richard Edl ohne Zweifel ansehen.

Zum Schluss saßen wir alle noch  in einer gemütlichen Runde bei Lebkuchen und Weihnachtskrapferl zusammen und freuten uns einfach auf Weihnachten.

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