Dieses alte Weinviertler Kulturlandschaftselement erlebt im Museumsdorf eine Renaissance. Entlang des Sulzbaches und am Dorfteich wachsen teils schon stattliche Kopfweiden, in den letzten Tagen kamen einige zukünftige dazu. Die Weide ist von Natur aus kurzlebig und leicht brüchig, daher ist es immer wieder notwendig, den Bestand durch gezieltes Ausschneiden zu verjüngen. Stämme, die in Mannshöhe abgeschnitten werden, treiben im Frühjahr aus und bilden mit den Jahren Kopfweiden.
Die einjährigen, geraden und sehr biegsamen Ruten wurden in früheren Tagen von Korbflechtern genutzt. Jedes Jahr schnitten diese die „Wiedel“ ab und mit der Zeit bildete sich der typische Kopf.
Die ökologische Bedeutung der wasserliebenden Weide besteht darin, nach Überschwemmungen so rasch wie möglich die Ufer wieder zu bewachsen und damit zu befestigen. Sie besitzt die Fähigkeit, aus jedem abgebrochenen Ast sehr schnell neue Wurzeln zu schlagen. Das kann man leicht selber überprüfen: Stellt man einen Palmkätzchen-, also Weidenzweig in eine Vase mit Wasser, kann man Stecklinge von anderen Pflanzen dazu geben. Auch sie werden schneller dazu angeregt, Wurzeln zu schlagen.

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