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In diesen Tagen findet sich eine ganz besondere Rarität im Museumsdorf, die Schach- oder Schachbrettblume. Sie wächst auf einer Wiese, inmitten eines blau blühenden Vergissmeinnicht-Feldes.

Unsere Garten-Expertin, Ulli Nehiba weis darüber eine ganze Menge.

Darum kopiere ich ihren Text hier jetzt einfach ein und illustiere ihn mit den Bildern, die ich in den letzten Tagen von ihre geschossen habe:

Die Schachblume – eine zarte Wiesenschönheit

In der Mitte des Frühlings taucht auf manchen Wiesen im Museumsdorf völlig unvermutet eine besonders filigrane, überraschend gefleckte Blume auf: die Schach- oder Schachbrettblume, Fritillaria meleagris.

Nur der nickende, glockenartige Blütenbecher lässt ihre Verwandtschaft mit der majestätischen Kaiserkrone Fritillaria imperialis der historischen Gärten erahnen. Sie ist kaum größer als die benachbarten Gräser und durch ihre gedämpfte, rotviolette Farbe oft erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Die rechtwinkelig karierte Musterung auf den Blüten der Zwiebelblume verlieh ihr wohl ihren gebräuchlichsten deutschen Namen: Schachblume. Doch sie wird auch Kiebitzblume genannt, denn die Eier des Kiebitzes, der ebenfalls auf Feuchtwiesen lebt, erinnern in Form und Muster an ihre Blüte. Der Lebensraum dieser beiden Schönheiten ist massiv gefährdet, daher steht die Schachblume, die in Europa beheimatet ist, bei uns auf der roten Liste. Da wir es im Museumsdorf als unsere Aufgabe ansehen, vom Aussterben bedrohte Pflanzen und auch Tiere zu erhalten, wurde die Schachblume auf den reichlich vorhandenen feuchten Wiesen angesiedelt.

Linné, der bekannte Systematiker des 18. Jahrhunderts, gab der Gattung den Namen Fritillaria. Darin steckt das lateinische Wort fritillus für Würfelbecher, das sich auf die Becherform der Blüten bezieht. Schon lange vor seiner Zeit wurde sie im Herball von Gerard 1597 als „schachbrettartig gemusterte Narzisse“ angeführt. Im „Hortus Eystettensis“, dem Katalog über den berühmten Garten des Prälaten von Eichstätt aus 1613, wurden drei Formen von Schachblumen beschrieben, die heute bekannte violette, die weiße und eine gefüllte Form.

Diese gefüllte Sorte ist wie so viele andere Blumen früherer Zeiten heute nicht mehr erhältlich.

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