Das Bürgermeister Haus aus Wildendürnbach erhält sukzessive ein ganz persönliches Profil.

Es wird ja das erste Haus des Museumsdorfes sein, das für die Besucher frei zugänglich ist.  Gleichzeitig wird seine Einrichtung so überarbeitet, dass der gesamte Hof eine einheitliche Epoche darstellt.

Dazu war es notwendig, zuerst alle Gegenstände des Hauses zu erfassen und auf ihr Alter zu überprüfen. Nun galt es das Haus selbst einer bestimmten Zeit zuzuordnen. Dazu ging  Mag. Marianne Messerer auf Spurensuche und durchforstete einige Archive über die Geschichte des Hauses.

Ihre Recherchen und die Gegenstände ergeben nun langsam ein rundes Bild.

Wir sind also im Jahre 1916. Zu dieser  Zeit lebten hier der Bürgermeister von  Wildendürnbach mit seiner Frau und einer Tochter.

Ihre Menscha-Kammer erzählt  mit ihren vergitterten Fenstern vom  besonderen Schutz des jungen Mädchens.

.

.

.

.

.

.

Der Sohn war im gerade zu Ende gegangenen Weltkrieg gefallen. Seine Eltern dürften den Tod des Stammhalters aber noch immer nicht verwunden haben, wie es das Bild im Schlafzimmer vermuten läßt.

.

.

.

.

.

.

.

Auf dem Hof lebten außerdem noch eine „Kindsdirn“ und ein Knecht. Das Bett der Magd war das Tafelbett in der Küche, der Knecht dürfte im Pferdestall geschlafen haben.

.

.

.

.

.

In der Küche, die mit ihrem gesetzen und blau gekachelten Herd schon relativ modern war, wird eine Kochszene dargestellt werden, wie sie sich Anfang des Jahrhunderts abgespielt haben kann.

.

.

Seine administrativen Geschäfte als Bürgermeister  erledigte der Bauer in einer eigenen Amtsstube.

Von der privaten Einstellung des Dorfbürgermeisters geben einige Einrichtungsgegenstände einen guten Eindruck.

Bilder des greisen Monarchen, eine Büste und ein Portät des Kaisers Karl weisen ihn als Monarchisten aus.

.

.

.

Am Einband eines Gesetzbuches hat sich ein Zeugnis der politischen Umbrüche dieser Zeit erhalten. Die alte Monarchie erliess ein „Reichsgesetzblatt 1910“, in der junge nRepublik wurde handschriftlich „Reich“ durch „Staat“  und 1910 durch 1919 ersetzt

.

.

Noch läßt sich im Bürgermeister Haus diese Vergangenheit nur erahnen. Doch bald wird seine Hausgeschichte für alle Besucher nachvollziehbar sein.

Advertisements