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Die Sonne wirft bereits längere Schatten, in der Früh herbstelt es schon aber die Gärten des Museumsdorfes sind in voller Blüte. Gerade rechtzeitig für das größte Fest des Museumsdorfes, dem Naturgartenfest am 12. September, heuer unter dem Motto „Wir tragen Niederösterreich“.

Unsere Gärtner arbeiten auf Hochtouren, damit sich die Blumengärten von ihrer schönsten Seite zeigen können.

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Ulli zwickt dürre Blütenstände aus der mannshohen Asternstaude. Alles Verblühte muss weg.

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Im Südmährer Garten  verschwindet Gabi beinahe zwischen den üppigen Blütenstauden.

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Daniela  schneidet die Buchskugeln im Bibelgarten. Der Buchs steht in einer ganz eigenen Beziehung zum Bauerngarten. Denn eigentlich war er stets ein Gestaltungselement der Schlossgärten. Doch die Landbevölkerung, sofern sie es sich leisten konnte, kopierte immer wieder gern bei den Herrschaften. So kam der Buchs auch in die Vorgärten der „Besseren“, also der größeren Bauern im Dorf. Darum haben wir außer im Bibelgarten auch im Garten des Bürgermeisters und im Mühlengarten Buchskugeln stehen.

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Neben der Mühle lässt Martin seine Muskeln spielen. Er hat überstehendes Strauchwerk und Gras abgemäht und ladet es auf das kleine, wendige Traktorgespann. Damit kommen die Gärtner im Museumsdorf überall durch.

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Doch wichtige Arbeit ist bereits vor langer Zeit passiert.

Die Planung.

Die Gärten wurden nicht willkürlich angelegt.

Jeder Garten paßt zu dem dazugehörigen Haus.

So enthält der Garten des Bürgermeister Hauses übernommene Elemente der Herrschaftsgärten, wie Buchskugeln oder den Rosenbogen. Der Weg zur Vordertür ist gekiest, andere Vorgärten haben bloß einen Erdweg.

Die Farben dieses Gartens sind gedämpft, vor allem elegantes Rosa oder zartes Pink.

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Der Südmährergarten ist wegen seiner Nachbarschaft zur Georgskapelle als Schnittblumengarten für die Kirche angelegt. Hier wächst also alles, was sich gut für die Vase eignet, wie Dahlien oder Zinien.

Dieser Garten strotzt vor Farben, in kräftigem Rot und strahlendem Gelb.

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Das Sattlerhaus überrascht mit außergewöhnlich hohen Sonnenblumen. Die rekordverdächtige Größe ist wahrscheinlich auf die neue Erde und den ausgeruhten Boden zurückzuführen. Der Garten des Sattlerhauses wurde heuer neu angelegt.

Die Sonnenblume ist übrigens eine ganz alte Sorte: Henry Wilde.

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Ein neuer Garten ist auch vor dem Schusterhaus entstanden. Hier wächst ebenfalls eine Besonderheit: Ein mehrfarbiger Amarant.

Seine panaschierten Blütenblätter, die durch ihre Form an den Weihnachtsstern erinnern, bringt die Besucher immer wieder zum Staunen. Und zum Fragen, wenn sie Glück haben und einer der Gärtner gerade in der Nähe ist.

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Der Garten des Wultendorfer Hofes ist wegen seiner Blumenfülle überwältigend. Auch er hat Elemente eines Herrschaftsgartens wie einen Rosenbogen oder Strauchrosen. Denn der Wultendorfer Hof, unser „Beinahe Vierkanter“  zählt zu den größten Höfen des Dorfes.

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Daneben steht das Textilhaus. Obwohl es ein Kleinhäuslerhaus ist, wirkt es durch seine einstöckige Form und die Färbelung wie ein elegantes kleines Biedermeier Häuschen. Die Blumen, deren Farbspektrum von Rosa bis Blau reicht, bilden dazu eine ideale Ergänzung.

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Doch der Mensch kann nicht alles planen.

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Wie gut sich Architektur und Botanik bei uns im Museumsdorf verstehen, ab ich bei einer Fototour durchs Dorf entdeckt.

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Optisch so ineinander verschränkt, als würden sie immer zusammen gehören.

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