Wenns draußen stürmt und fürs Weinviertel ungewöhnlich viel Schnee liegt, wird im Museumsdorf  fleißig restauriert.  Unsere Männer ziehen sich dann eben  ins gut geheizte Kammerl zurück.

Peter Huber hat sich noch einmal des von Karl Kadiurek restaurierten Steyrerwagerls angenommen (hier auf einem Archivbild vom Herbst).

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Obwohl bereits wunderschön saniert, fehlt  eine Kleinigkeit:

Auf dem Wagerl ist zart eine Schrift zu erkennen. In blauer Ölfarbe stand hier einst der Name des Besitzers. Jetzt sind nur mehr leichte Konturen zu sehen.

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Diesen Schriftzug möchte Peter Huber nachziehen.

Dabei darf der Name nicht vom Holz herunterknallen sondern soll zum  Charme eines in die Jahre gekommen bäuerlichen Wagens passen.

Dazu ist unbedingt Original-Material notwendig, also Öl-Farbe, die sich Peter Huber aus Leinölfirnis, Terpentin und Pigmenten selbst mischt. Die Farbreste lassen auf ein dunkles Blau schließen. Genau diesen Farbton möchte Peter Huber treffen.

Eine der beiden seitlichen Bordwände hat Peter Huber schon fertig: „Franz Wieland“ prangt in verblasst wirkendem Blau auf dem Naturholzbrett.

Dabei war auch dieses Brett, ja das ganze Steirerwagerl einst grau bemalt. An einigen Stellen sind noch Reste der originalen Färbelung vorhanden.

Doch die wird unser Restaurateur nicht mehr nachstreichen.

Jetzt nimmt er sich die rückwärtige Wand vor. Hier stösst er auf einige Schwierigkeiten. Die Benennung des Heimatortes von Franz Wieland ist kaum mehr lesbar, unter anderem auch, weil der obere Teil des Brettes fehlt.

Mit  detektivischem Gespür kommt er der Herkunft des Wagens schließlich auf die Spur: „Steinhof“.  Hmmm. Das Steinhof bei Wien? Oder gab es beim Steinberg bei Zistersdorf – hier ganz in der Nähe – vielleicht einmal auch einen Steinhof?  Doch da wir über die Herkunft des Steyrerwagerls nicht mehr allzuviel wissen, wird das vielleicht ewig im Dunkeln bleiben.

Peter Huber hat schon einige Buchstaben aufgetragen. Die Ölfarbe ist nicht nur deshalb wichtig, weil sie der Originalfarbe nahe kommt, mit ihr kann Peter Huber auch den Anschein von Alt-Farbe geben.

Denn kaum hat er einen Buchstaben aufgemalt, werden Teile der Farbpigmente auch schon wieder mit einem alten Borstenpinsel heruntergekratzt.

Industriefarbe würde sofort einziehen und ließe diese Spielereien nicht mehr zu, erzählt Peter Huber.

Ölfarbe war typisch für das bäuerliche Gerät. Es war auch dementsprechend wenig haltbar.

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Brauchte man stabilere Farben, musste man auf Harz-Farben zurückgreifen: Kopal-Lacke. Diese Farben hinterließen eine wiederstandsfähige Oberfläche, waren aber entsprechend teuer. Sie wurden hauptsächlich für das Bemalen von Herrschaftskutschen verwendet.

Aber das ist eine andere Geschichte.

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