Auch Museumsmitarbeiter träumen. Karl Kadiurek, unser Werkstättenarbeiter  träumt von einer riesigen, verrosteten Dreschmaschine, in die sich sein Handwerkertalent verbeissen kann.

Doch wie kam es dazu?

Im September 2009 ging das Museumsdorf daran, die im scheinbaren Dornröschenschlaf versunkenen Depot-Stadeln aufzuarbeiten. (Archäologie im Stadl).

Sammeln ist eine Leidenschaft – von der Liebhaberei bis zur Sammelwut: Doch irgendwann sollte doch die Zeit für Ordnung kommen: Inventarisieren, Restaurieren und Reparieren, Archivieren, da und dort auch Aussortieren und zum Schluss dann Präsentieren.

Beim Sichten der bisherigen „Sammlungsdepots“ des Museumsdorfes hat Karl nun das Prunkstück gefunden.  Für ihn wär es das Schönste, die Dreschmaschine wieder zum Laufen zu bringen.

Aber sie muss leider warten.

Denn im Raum für Winter-Arbeiten  ist kein Platz für das Monstrum.  Dabei hätte es die Maschine bitter nötig.   Im feuchten Stadl leiden Holz- und Metall-Teile und die Eisenräder haben sich tief in den weichen Boden gegraben.

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Aber wenn sich Karl so umschaut, finden sich viele andere Schätze, für die  Rettung nötig wäre.

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Erdäpfelroder, ein- und zweischarige Pferdepflüge, Eggen und viele andere Ackergeräte lagern im Stadl aus Waidendorf.  Ihr Zustand ist besorgnis-erregend.  Der Rost frisst sich durch die Eisenteile, über allem liegt eine dicke Schicht  Staub und Spinnweben, die Eisengestelle scheinen bereits fest mit dem Boden verbunden. Man hätte die Maschinen über dem Boden oder auf Holzbohlen lagern müssen, weiß der Fachmann.

All das liegt aber nun schon seit Jahrzehnten hier und Karl wird  nervös. Eigentlich sollte das alles so bald als möglich aus dem Stadl entfernt und restauriert werden, sonst ist es  unwieder-bringlich verloren. Doch erst seit kurzem wurde begonnen, sich intensiver um diese Dokumente ländlicher Arbeitskultur zu kümmern.

Auch hinter dem Stadl und in der „Reia“ daneben liegen bäuerliche Schätze verborgen. Von  Brombeerhecken verwachsen, versteckt sich weiteres Ackergerät. Während des Winterschnitts sind die Mitarbeiter darauf gestoßen.

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Jetzt wird Karl aktiv. Mit einem dieser Pflüge will er beginnen.

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Er befreit einen Pflug aus der Hecke und schleppt ihn in den Werkstatt-Stadl.

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Hier wird der Pflug  in seine kleinsten Einzelteile zerlegt und  gesäubert.

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Karl  streicht alle Teile des Pfluges mit Kriechöl und Penetrieröl ein. Damit wird schädliches Wasser aus den Poren verdrängt und das Eisen versiegelt.

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Langsam beginnt Karl, den jetzt satt und schwarz glänzenden Pflug wieder zusammen zu bauen…

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Bis er das gute Stück wieder komplett in Händen hält.

Sieht er nicht so aus, als könnte man morgen auf den Acker damit fahren?

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Nun wird sich Karl die nächste  Arbeit aus dem  Stadl holen. Gemeinsam mit seinen Kollegen wird er Stück für Stück Ordnung in die Bestände bringen.

Bis endlich Zeit für die große Dreschmaschine ist.

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