Nicht nur Schauspieler, auch Dörfer dürfen in Rollen schlüpfen.

Heute übernahm unser Museumsdorf die Rolle eines osteuropäischen „Stettls“, eines jiddischen Dorfes.

Wir wurden nämlich zur Filmkulisse einer Spiel-Dokumentation über Theodor Herzl, den Gründer des modernen Zionismus.

Theodor Herzl würde im Mai seinen 150. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass gaben ZDF und ORF eine Dokumention in Auftrag, die sich mit dem Leben Herzls, seiner politischen Arbeit bis zu seinen aktuellen Auswirkungen im modernen Israel beschäftigt.

Theodor Herzl erkannte früh antisemitische Tendenzen in Europa und träumte von einem zionistischen Staat. Er versuchte erst Bankiers und reiche Juden von der Idee zu überzeugen. Doch die wollten in ihrem säkularisierten Leben keine Gefahr erkennen.

Also begann  er eine breite zionistische Bewegung ins Leben zu rufen. Herzl schickte Agitatoren durch Europa, vor allem aber nach Osteuropa, wo in den Dörfern, dem sogenannten „Stettl“, viele arme Juden lebten. Diese waren viel stärker mit dem Antisemitismus konfrontiert als ihre reichen Glaubensbrüder in den großen Städten.

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Die Agitatoren gingen von Haus zu Haus und luden zum ersten großen „Zionistischen Weltkongress“ 1897 in Basel (Schweiz) ein.  208 Delegierte aus 16 Ländern folgten diesen Einladungen. Das war der Beginn einer enormen politischen Bewegung, die aber erst 1948 in die Gründung des Staates Israel münden sollte.

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Die Spieldokumentation unter Regie und Buch von Monika Czernin (Mitautorin Melissa Müller) stellt neben historischen Dokumenten, Fotos und Interviews einige Schlüsselszenen filmisch dar. Die Wanderung der Agitatoren durch die osteuropäischen Dörfer wurde in Niedersulz gedreht.

„Das Museumsdorf bietet den Eindruck eines kompletten Dorfes des vorherigen Jahrhundertes, ohne Sat-Schüsseln oder Strommasten“, erklärt Produktionsleiter Florian Berger. Auch der Stil der Häuser ähnelt diesen Dörfern.

Für einen halben Tag Drehen rückte ein riesiges Filmteam an, mit Technikern, Kostüm- und Maskenbildnern, Caterer, Produktionleiter und -Assistenten.

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Sie hatten drei Schauspieler mitgebracht, die die Bewohner des Stettls und den Agitator darstellen sollten, eingepackt in historischen Kostümen  und gut versteckt hinter enormen Bärten.

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Der Kameramann entpuppte sich als alter Bekannter des Museumsdorfes.

Robert Neumüller (ganz rechts), hier gerade bei einer Besprechung mit Regisseurin Monika Czernin (mit der Pelzhaube) hatte bereits zwei mal bei uns gedreht. Einmal über das Leben der Dorftiere im Sommer und ein halbes Jahr vorher romantische Winter-Impressionen.

Er hatte den Charakter des Museumsdorfes als ideale Dorfkulisse schätzen gelernt und Niedersulz als Drehort vorgeschlagen.  Regisseurin Czernin konnte ihm da nur Recht geben.

Einen halben Tag lang kämpfte sich das Filmteam durch den tiefen Schnee im Dorf. Außer dem Pfarrhof durften auch der Waidendorfer Hof und die Lenneskapelle mitspielen. Die wurde mit einem Juden-Stern sogar zur Synagoge umfunktioniert.

Lust auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen?

Unser im Sommer wohlgefüllter Shop wurde zur  Garderobe, Speisezimmer und Aufwärmstation.

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Dass die Filmleute auf ihren unterschiedlichen Sets wahrscheinlich stets mit Improvisationen rechnen müssen zeigt die herrlich variable Schmink-Kommode, einfach aufgepflanzt auf unseren Heurigentischen.

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Auch unser Geschäftsführer Mag. Günter Fuhrmann wollte sich die spannenden Dreharbeiten nicht entgehen lassen und ließ sich mit zwei der malerisch gewandeten  Darsteller fotografieren.

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Wer  jetzt Lust hat, unser Museumsdorf als osteuropäisches Stettl zu erleben, muss auf Pfingsten warten. Dann werden sowohl ZDF als auch ORF diese  Dokumentation zeigen.

Den genauen Sendetermin werden wir noch bekannt geben.

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