Licht. Luft.

Nicht nur wir sehnen uns nach der ersten Frühlingssonne. Den Bäumen und Hecken im Museumsdorf geht es nicht anders, vor allem denen, die über den Sommer dicht zugewuchert sind.

Die ersten Arbeiten unserer Gärtner, Daniela Narr und Gabriele Gratsch  drehen sich darum ums Auslichten und Ausschneiden des Grünraumes.

Den freiwachsenden Hecken, wie hier neben dem „Kellerstöckl“ werden die alten, dicken Triebe entnommen, und zwar direkt an der Basis.  So ist Raum für die jungen Triebe. Außerdem entsteht wieder die gerade Linie der klassischen Hecke, die oft  als Grenze zwischen zwei Höfen diente.

Doch in diese Hecken haben sich auch Fremdlinge gemischt: Vogelkirschen, Eschen oder Erlen, die von selbst aufgegangen sind. Da sie als  Bäume den Hecken alles Licht weg nehmen würden,  werden sie ebenfalls ausgeschnitten.

Eine andere Form der Hecke finden wir vor der Mühle. Der Flieder  soll als Formschnitthecke die Eleganz des reichen Mühlengartens ausdrücken. Darum hat Dani den Flieder kräftig zurück  geschnitten, damit er wieder gut durchtreiben kann und die Hecke dicht werden lässt. Im Sommer werden sie dann so richtig „in Form“ gebracht.

Entlang der Dorfstraße und der Kellergasse ist die Aktualisierung des „Lichtraum-Profiles“ wichtig. Das heißt, die Wege wachsen zu, sodass durchfahrende Fahrzeuge die Äste streifen und sowohl die Bäume verletzen als auch sich  selbst beschädigen.

Also leiten Dani und Gabi  Äste, die in dieses Lichtraumprofil hineinwachsen durch einen fachgerechten Schnitt auf einen Seitentrieb ab …

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oder schneiden  den  Ast überhaupt direkt am Stamm ab, sauber  entlang des Astringes.

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Würde man störende Äste willkürlich   einkürzen, hätte das bloß einen verstärkten Austrieb zur Folge und es kommt zum klassischen Besenwuchs, wie Gabi an diesem Zweig zeigt. Außerdem wäre im nächsten Jahr die selbe Arbeit noch einmal  zu erledigen.

Auch zwischen den Häusern müssen die beiden regulierend eingreifen. In der Anfangszeit des Museumsdorfes wurde vieles falsch oder zu dicht gesetzt. So wurde ein Nussbaum zur Gefahr. Auf  der Suche nach Licht zwischen Presshaus und Stadln war er äußerst schräg gewachsen. Jetzt, als großer Baum drohte er umzufallen oder wegen seiner Kronengabelung auseinander zu brechen. Ein Aufenthalt im Sturm hätte unter diesem Baum gefährlich werden können.   Also musste er gefällt werden. Doch wegen der umgebenden Gebäude  konnte er nur Kronenstück für Kronenstück vorsichtig abgetragen werden, bis Dani zum Schluss auch den Stamm fällen konnte.

Ein ganz besonderer Baumschnitt hat schon Tradition: die Kopfweiden. Diese Weiden wurden alljährlich geschnitten, um schöne, lange Ruten zum Flechten von Körben und zum Anbinden von Weinreben zu erhalten.  Auch Weidezäune wurden damit geflochten.

Wir haben vor zwei Jahren begonnen, aus unseren Weiden entlang des Baches und der Mühle Kopfweiden zu ziehen. Denn sie gehören einfach zum  Ortsbild des Weinviertels. In ein paar Jahren wird sich durch dieses regelmäßige Schneiden die typische Verdickung, der „Kopf“ der Weide zeigen.

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