Häuser, Stadln, Backöfen, Bauernkästen,  Bilder, Werkzeug, Leiterwägen, …  sie alle sind Zeugen der Geschichte des ländlichen Weinviertels. Doch ihre Zeugnisse sind stumm. Die echten Geschichten rund um die Gegenstände können erst die Menschen beitragen.

Zu Beginn des Museumsdorfes steuerten Eltern und Großeltern diese Erzählungen bei. Doch die Zeiten haben sich geändert und das Wissen verschwindet langsam.

Diese Veränderung macht sich auch im Museumsdorf bemerkbar. Waren die Häuser zu Beginn als exemplarische Schausammlung angelegt, sollen sie nun viel mehr das Leben im Dorf  illustrieren (Eine Reise in die Vergangenheit).  Doch dazu muss erst dieses verschwindende Wissen geborgen werden (Zeitreise durch ein Bauernhaus).

Das erfordert ernome Recherchearbeit über die Häuser, die schon bis zu 30 Jahre im Museumsdorf stehen. Als Pilotprojekt wurde nun mit dem Bürger-meister-Haus begonnen. Im Blog hab ich über die verschiedenen Erfolge bei dieser Suche in der Geschichte ja schon berichtet. So wurde in Grundbüchern nach der Geschichte des Hauses geforscht (Geschichts-Spürnase unterwegs). Die letzte Bewohnerin wurde interviewt und das Aufschreibebuch, ein historisches Buchhaltungssystem wurde ausgewertet.

Doch nun waren die freiwilligen Mitarbeiter an einem Wendepunkt angelangt. Wie soll all dieses Material aufbereitet werden? Wie kann diese Fülle dem interessierten Publikum nahegebracht werden?

Also holten wir uns eine Expertin für Museumspädagogik: Regine Rebernig-Ahamer hat schon bei der Entwicklung des Salzburger Freilichtmuseums in Großgmain mitgearbeitet. Ihre Erfahrung wollen wir uns jetzt auch für Niedersulz zu Nutze machen.

Gemeinsam mit unseren freiwilligen Mitarbeitern finden regelmäßige Treffen statt, wo das bisher zusammengetragene Wissen ausgetauscht und aufgearbeitet wird. (Regine Rebernig-Ahamer, Mag. Marianne Messerer, Walter Lauer, Franziska Bogensdorfer, Elisabeth Stadler, Peter Huber, Geschäftsführer Mag. Günter Fuhrmann, Elfi Egger).

Ziel ist, das Bürgermeisterhaus so einzurichten, wie es vor rund 100 Jahren wirklich ausgesehen haben könnte.

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An den Wänden hängen die Fotos der Familienmitglieder.

In der Küche ist für das Mittagessen gedeckt, in der Mädchenkammer finden sich die wenigen Habseligkeiten der Haustochter. Im Pferdestall ist das Bett des Pferdeknechtes aufgestellt.

Rund um die toten Gegenstände erwacht die Hausgeschichte durch die Erzählung der letzten Hausbesitzerin auf Film- oder Tonzuspielungen zu neuem Leben.

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Dieses Konzept bietet gerade bei den Handwerker-Häusern neue, spannende  Möglichkeiten: Wenn unsere 80 jährige Müllermeisterin über die Arbeit in der Mühle erzählt, unser Haus- und Hofschmied Klemens Steiner die alte Schmiede erklärt oder der Schuster Franz Eschberger zeigt, wie früher  Schuhe genäht wurden.

Bis dahin ist noch ein weiter Weg.

Doch unsere Mitarbeiter bleiben fleißig dran.

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