Am Nationalfeiertag, Dienstag, 26. Oktober werden wir wieder eine traditionelle, bäuerliche Tätigkeit der Vergessenheit entreißen:  Das „Federn schleiß´n“. Früher wurde das in jedem Haushalt, in dem junge Mädchen wohnten, ausgeübt. Schließlich brauchte man fürs Brautbett – also zwei Tuchenten und vier Pölster – eine Menge Federn.

Rund zwei Winter lang saßen die Frauen und Mädchen in der warmen Stube rund um den Tisch und zupften den Flaum von den Federkielen. Es war ein geselliges und fröhliches Beisammensein, bei dem viel getratscht und gesungen wurde. Nur Lachen war verboten. Das hätte die Federn in alle Richtungen auffliegen lassen.

.

Genau diesen Brauch wollen wir heuer im alten Wirtshaus aus Poysdorf wieder aufleben lassen.

.

.

.

.

.

Hier ist genügend Platz und trotzdem kann man  die kuschelige Atmosphäre einer alten Bauernstube wieder aufleben lassen.

.

.

.

.

.

Und vor allem steht hier das Wichtigste.

Ein Ofen zum warm Einheizen.

.

.

Museumsdorf-Mitarbeiterin Christl Emminger übt schon das Nachlegen.

.

.

.

Genauso wichtig wie die Arbeit war auch das kulinarische Danach.

Beim Federn schleiß´n hieß es ganz auf die Tätigkeit zugeschnitten „Feder Hahn“.

.

.

.

Das war aber kein Geflügel oder sonst eine Fleischspeise – das wär für eine Bauernfamilie gar nicht leistbar gewesen. Der Federhahn war eigentlich – ähnlich dem traditionellen Weinviertler Abendessen – eine „Bacht“, also Germgebäck: Striezel, Nuss- oder Mohnstrudel oder auch Kipferl. Dazu gab es Kaffee in begüterten Haushalten, Tee – eventuell mit Rum – in ärmeren Häusern.

Unsere Museumsdorf-Helfer bereiten gerade  die Zubereitung des Federnhahns mit original Kochgeschirr vor.

Im Reindl, wie es Mag. Marianne Messerer hält wurde der Kaffee im Sud aufgekocht und anschließend gefiltert. Elisabeth Stadler zeigt eine alte Kaffeekanne mit einem aufgesetzten Filter aus Porzellan.

Die dazugehörige Milch wurde natürlich ebenfalls am Herd aufgekocht.

Das ergab dann unvermeidlich diese feine, aber nicht ignorierbare Milchhaut, an der sich schon die Geschmäcker unserer Vorfahren entzweiten.

.

Der süße Milchkaffee wurde  nicht aus zarten Porzellantassen getrunken sondern aus großen, dickwandigen Häferln. Das gab viel besser aus.

Außerdem ist es hier leichter, die Bacht in den Kaffee einzutunken.

Na, dann Mahlzeit!

Advertisements