Wenn die Winter früher so kalt waren, dass draußen keine Arbeit möglich war, trafen sich die Frauen und jungen Mädchen des Dorfes, um in der geheizten Stube Gänse- und Entenfedern für das Bett der Aussteuer zu schleißen.

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Diesen Brauch haben wir im Museumsdorf wieder belebt.

Im „Alten Wirtshaus“ aus Poysdorf wurde ein Berg Federn ausgebreitet.

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Unsere Expertinnen aus dem Museumsdorf hatten sich mit Schürze und Kopftuch adjustiert. Denn der weiße Flaum konnte leicht in die Höhe stieben und sich in den Haaren verfangen.

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Dann begann die diffizile Arbeit: Die flauschigen Härchen von den spießigen Federkielen zu zupfen, also zu „schleißen“.

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Die Federn wurden in alten Polster-Überzügen gesammelt bis nach ungefähr zwei Jahren schleißen, ein ganzes Bett – zwei Tuchenten und vier Pölster – gefüllt werden konnte.

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Übrig blieben die Kiele. Sie wurden in Säcken gesammelt und anschließend weggeworfen.

Doch Zeitzeuginnen erzählen, dass die Federkiele  manchmal von frechen, jungen Burschen stibitzt worden waren. Sie legten mit diesen Kielen ein Steig zwischen zwei heimlich Verliebten aus.

Manche Kiele allerdings, wenn sie lang genug waren, wurden zusammen gebunden, um  in der Küche als Küchenpinsel zu dienen, denn in einem sparsamen Bauernhaus wurde alles verwendet.

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Dieses lange Beisammensitzen wurde natürlich gerne zum Tratschen und Singen genutzt. Das haben wir auch in Niedersulz gerne wieder aufgegriffen und unter der Stimmführung von Franziska Bogenstorfer (rechts) wurden viele alte Volkslieder gesungen.

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Unsere Besucher, ob Groß oder Klein, machten begeistert mit.

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Und wer an der großen Tafel keinen Platz finden konnte, sang im Hintergrund aus Leibeskräften mit.

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Gesungen werden konnte auch im Wultendorfer Hof.

Dort leitete MMag. Gottfried Zawichowski das „Offene Singen“ und begleitete sich selbst auf  seiner Gitarre.

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Der Abschluss des Federnschleißens wurde mit einem „Fehda Hau“ gefeiert.

Das war die klassische Weinviertler Abendmahlzeit: Kaffee oder Tee mit Rum, dazu Germgebäck: Gugelhupf oder Kipferl.

Das haben sich unsere fleißigen Federn-Schleißerinnen, Mag. Marianne Messerer und Elisabeth Stadler auch verdient.

Mahlzeit!

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