Vom Bürofenster aus sieht es heute wunderbar aus.

Die Sonne strahlt vom Himmel. Aber  draußen ist es ordentlich frisch. Macht nichts.

Da es nicht friert, ist es das richtige Wetter für den Obstbaum-Schnitt.

Ich treffe unsere beiden Garten-Expertinnen Ulli Nehiba und Gabi Gratsch im Hof des Waidendorfer Bauernhofes.

Hier beratschlagen sie den Schnitt eines Apfelbaumes, eines Traunfelder Sommerapfels.

Beim Obstbaumschnitt darf nicht wild drauflos geschnitten werden. Jeder Baum erfordert, je nach Wuchs eine ganz individuelle Behandlung. Und die gehört vorher besprochen.

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Lange, dünne Wassertriebe – wie sie Gabi hier zeigt, bringen keine Frucht.

Die können weggeschnitten werden.

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Wertvolle Triebspitzen sehen so aus. Diese Ansammlung an Fruchtknospen nennt man „Fruchtkuchen“.

Hier werden sich viele köstliche Äpfel bilden.

Doch das wichtigste Augenmerk liegt auf der Baumkrone.

Sie benötigt viel Licht.  Ausreichendes Licht sorgt für ein gutes Ausreifen des Obstes und für die Gesundheit des Baumes. Äste, die zu nahe beieinander liegen, werden darum ausgeschnitten.

Auf diesem Foto ist ein klassisches Beispiel zu sehen.

Die Äste wachsen zu dicht und kreuzen sich innerhalb der Krone.

Wenn die Krone durch den Wind in Bewegung gerät, scheuern die Äste aneinander und verletzen ihre Rinde. Durch offene Rindenflächen können Krankheitskeime in den Baum eindringen.

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Also klettert Gabi auf einer Leiter ins Geäst des Apfelbaumes und sägt überschüssige Äste weg.

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Ulli schneidet inzwischen kleine Äste von unten  weg.

Ein Ziel des Obstbaum Schnittes ist  auch die Erziehung der Krone. Die aufragenden Äste – im Idealfall 45 °  – bilden das Grundgerüst der Krone, Frucht tragen aber nur möglichst waagrecht wachsende Zweige.

Darum wird bei Astgabeln das Aufragende weggeschnitten und die waagrechten Äste bleiben.

So fertig. Allzuviel darf im Winter nicht abgeschnitten werden, weil man sonst den Wuchs zu stark anregt. Dadurch würde die Krone wiederum zu dicht werden. – Das gilt allerdings nicht für schwach wachsende Sorten.

Nach der Arbeit am Traunfelder Sommerapfel werden die  Schnittflächen aller benutzten Sägen und Scheren von Ulli geflämmt, damit sich eventuell vorhandene  Bakterien und Keime nicht auf den nächsten Baum übertragen können.

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Der nächste Baum, ein „Signe Tillisch“ Herbstapfel-Baum steht am „Lebenden Bauernhof“.

Dieser Baum stellt an die beiden Gärtnerinnen gleich mehrere Herausforderungen. Zum ersten steht er zu nahe  am Haus und einige Äste  scheuern an der Wand. Außerdem ist die Krone viel zu dicht und die Zweige wachsen ineinander.

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Hier, diese beiden kronenführenden Äste wachsen parallel und viel zu nahe beieinander.

Einer davon muss weg.

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Ulli und Gabi entscheiden sich für den rechten der beiden Äste, der zu nahe am Haus wächst.

So bleiben drei schöne, kronenbildende Hauptäste übrig, die ausreichend Platz haben.

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Äste, die nach innen in die Krone hineinwachsen, werden ebenfalls herausgenommen.

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Ulli kürzt auch die kleinen Seitentriebe ein, damit bleibt dem Haupttrieb mehr Kraft.

Fertig!

Nun kann es  zum nächsten Baum weitergeben.

Ulli und Gabi werden noch einige Wochen mit dem Baumschnitt zu tun haben, immerhin gibt es im Museumsdorf einige hundert Obstbäume.

Dann kann der Frühling und die nächste Obstbaum-Blüte kommen.

Darf ich euch aus meinem Foto-Archiv einen kleinen Vorgeschmack geben, wie es hier bald aussehen wird?

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