Das Museumsdorf Niedersulz lud zu einem schönen Fest, um das Bürgermeisterhaus aus Wildendürnbach wieder zu eröffnen. Das Haus wurde 1984 nach Niedersulz übertragen und zählt zu den Schmuckstücken des Dorfes. Im Zuge der Attraktivierung des Museumsdorfes wurde das Bürgermeisterhaus nun generalsaniert und seine Geschichte aufgearbeitet.

Über zwei Jahre lang forschte eine Arbeitsgruppe (Mag. Marianne Messerer, Elisabeth Stadler, Franziska Bogenstorfer, Walter Lauer und Peter Huber unter Leitung von Dr. Veronika Plöckinger-Walenta) in Pfarrchroniken, Landesbibliothek, Landesarchiv und Grundbuch und konnte die Geschichte des Hauses lückenlos bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen, bis zu seinem Erstbesitzer, der 1606 geboren war.

Diese Geschichte wird nun im sorgfältig sanierten Haus dokumentiert.

Das Haus selbst wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Veronika Plöckinger-Walenta im Zeitschnitt von 1910 eingerichtet und gibt so einen anschaulichen Überblick über das Leben in dieser Zeit.

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Die Amtsstube im Haus dokumentiert die Aufgaben eines Dorf-Bürgermeisters des vorigen Jahrhunderts.

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Zur Eröffnung war eine Delegation aus Wildendürnbach, dem ehemaligen Standort des Hauses angereist.

Mit dabei war die Nichte der letzten Besitzerin Helga Amon. Sie erinnert sich noch gut an die Besuche bei ihrer Tante, Bernhardine Bergkessel und auch an den Abbau des Hauses. Geschäftsführer Mag. Günter Fuhrmann, Johann und Helga Amon, Geschäftsführer Dr. Edgar Niemeczek, Dr. Veronika Plöckinger-Valenta,  2. Landtagspräsident a. D., Bürgermeister Herbert Nowohradsky (Dobermannsdorf-Palterndorf), Bürgermeister Herbert Harrach (Wildendürnbach), Bürgermeister Franz Pirkner (Sulz).

Zur Delegation gehörte auch der „echte“ Wildendürnbacher Bürgermeister Herbert Harrach. Er war stolz, das Haus in diesem ausgezeichneten Zustand im Museumsdorf zu wissen. (Im Bild mit Moderator Didi Jäger).

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Anschließend berichtete die wissenschaftliche Leiterin Dr. Veronika Plöckinger-Walenta über die umfangreiche Arbeit.

Nach den Festansprachen wurden die interessierten  Gäste nicht mehr länger auf die Folter gespannt und das Haus durfte besichtigt werden.

Die Arbeitsgruppe hatte sich in den Räumen verteilt und erzählte von der Arbeit und den neuen Erkenntnissen.

Mag. Marianne Messerer berichtete im Amtszimmer über die Aufgaben und Rechte eines Bürgermeisters in einem Weinviertler Bauerndorf (im Bild mit Herbert Nowohardsky und Monika und Herbert Harrach).

Franziska Bogenstorfer und Elisabeth Stadler  entführten in der Küche des Bauernhauses in den Tätigkeitsbereich einer Hausfrau vor 100 Jahren. Walter Lauer erklärte den „Medienraum“ im ehemaligen Stall. Hier werden Interviews abgespielt: von Bernhardine Bergkessel, der letzten Bewohnerin des Hauses, vom 82jährigen Niedersulzer Franz Bauer, dem Sohn eines Bürgermeisters und von der 77 jährigen Frieda Strobl, einer ehemaligen Gemeindesekretärin.

Im Schlafzimmer erklärte Dr. Plöckinger-Walenta wie man sich auf die Spuren des Originalhauses begeben hatte (Im Bild mit Johann Amon, Dr. Edgar Niemeczek und Herbert Nowohradsky) und Peter Huber veranschaulichte die Restaurierung der Möbel.

In einer Art Stationenbetrieb konnten die Besucher die einzelnen Räume besuchen und sich bei den Mitarbeitern genau informieren.

Nach so viel spannender Hirnarbeit war es Zeit für den entspannenden Teil.

Bürgermeister Herbert Harrach hatte zwei Wildendürnbacher Winzer, Siegfried Stöger und Ernst Waltner, und die ihre Weine mitgebracht. Die schenkten freigiebig aus und zur Musik einer Spannberger Bläsergruppe wurde es so richtig gemütlich.

Gemäß einer alten Weinviertler Tradition stimmte Franziska Bogenstorfer nun zum offenen Singen an und die Besucher machten begeistert mit.

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Wer nun neugierig geworden ist: Das wieder-eröffnete Bürgermeisterhaus ist täglich während der Öffnungzeiten des Museumsdorfes zu besuchen.

Außerdem ist es Vorbild für die Attraktivierung weiterer Häuser im Museumsdorf.

Das sind schöne Aussichten!

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