Wie jedes historische Gebäude im Museumsdorf Niedersulz, hat auch das in Bau befindliche neue Eingangsgebäude eine Geschichte. Niemand kann sie authentischer vermitteln, als der Architekt DI Karl Gruber.

Begeisternd beschreibt Gruber im NÖN-Gespräch die moderne Holzbauweise.

Die Bretter der Außenverkleidung sind mit Hinterlüftung auf die hoch gedämmten Riegelwände montiert. Den historischen Vorbildern entsprechend werden die Bretter vertikal eingebaut und erhalten eine gebürstete Oberfläche, wodurch das Wasser besser abfließen kann und eine höhere Lebensdauer erreicht wird. Die Längsstöße der Bretter werden mit einem vorspringenden kurzen Querbrett geschützt. Diese sogenannten Opferbretter schützen das wasserempfindliche Hirnholz der Fassadenverkleidung und können, einfach und mit geringem Materialaufwand getauscht werden und verlängern so nochmals die Nutzungsdauer der Fassade.

Das Fassadenholz selbst ist Thermoholz, ein mit Hitze und Wasserdampf behandeltes Fichten und Kieferholz. Bei diesem Prozess werden die Bestandteile des Holzes, welches Schädlingen und Pilzen als Nahrungsgrundlage dient „verbrannt“, wodurch auf einen chemischen Holzschutz zur Gänze verzichtet werden kann. (Ein Effekt, den man auch bei alten Stadelbrettern beobachten kann, wo dieser über Jahrzehnte durch Sonne und Regen erzielt wurde.) Der dunkle Anstrich besteht nur mehr aus Pigmenten und Ölen und schafft, da er unterschiedlich durch die harten und weichen Jahresringe aufgenommen wird, eine harmonische Oberfläche mit Patina, welche wiederum eine Verbindung zum historischen Bestand darstellt.

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