Das unfreundliche, kalte Wetter zwingt die Gärtnerinnen des Museumsdorf zu einer Arbeit drinnen.

Eine Arbeit, die ohnehin seit Herbst auf fleißige Finger wartet: Das Auslösen der Samen aus den getrockneten Samenständen von Kräutern, Blumen und Gemüsen.

Denn die Besonderheit der Gärten des Museumsdorfes sind die alten Sorten und Raritäten, deren Samen oft nur schwierig oder im Ausland zu beziehen sind.

Also werden sie hier kultiviert und weitervermehrt.

Das bedeutet ab dem Spätsommer sorgfältiges Abnehmen und Trocknen der Samenstände.

Und wenn die Herbstarbeit Zeit dafür lässt, werden diese Samen ausgelöst, gereinigt, sortiert und aufbewahrt.

Beim Besuch im Arbeitsraum der Gärtnerinnen treffe ich Kathi und Gabi beim Bearbeiten von „Zwolsche Krul“.

Dieses Gewürzkraut ist auch unter dem Namen „Parcel“ bekannt.

.

.

.

.

.

.

.

Damit ist jetzt nicht die Geheimsprache von Harry Potter gemeint, sondern eine ganz besondere Kräuter-Rarität:

Eine Kreuzung zwischen Petersilie und Sellerie, die wie Sellerie gezogen wird. Sein englischer Name verrät die Herkunft: Par(sley) und Cel(ery).

.

.

.

.

Zuerst zupft Kathi sorgfältig die Samen aus dem getrockneten Kraut.

.

.

.

.

.

.

.

.

Da hier noch realtiv viel Spreu dabei ist, reibt Kathi Samen und Pflanzenteile durch ein gewöhnliches Nudelsieb.

.

.

.

.

.

.

.

.

Damit ist der Samen schon relativ sauber.

.

.

.

.

.

.

.

Um auch die letzten feinen Verunreinigungen  aus den Samen zu bekommen, verwendet Kathi die Kraft des Windes.

Bei einem kleinen Teller Samen reicht dafür die Atemluft.

.

.

Im richtigen Winkel fotografiert sieht man die feinen Spreuteile sogar fliegen.

.

.

.

Der so gereinigte Samen wird nun in Papiersackerl verteilt, beschriftet und für das nächste Frühjahr aufgehoben, wo er in den Gemüsegärten des Museumsdorfes weiter vermehrt wird.

Advertisements