Dr. Veronika Plöckinger-Walenta und Reinhold Koch mit dem Team des Bauhofs beim Beladen der mobilen Thermokammer.

Ökologische Schädlingsbekämpfung für museale Objekte

Letzte Woche wurde im Museumsdorf erstmals eine mobile Thermokammer angemietet, die die befallenen Museumsobjekte von holzzerstörenden Insekten, wie etwa den vielfach gefürchteten, so genannten Holzwurm, befreien soll. Die musealen Holzobjekte – Bauernkästen, Truhen u.e.m. – werden vorsichtig in die mobile Thermokammer geschlichtet und 24 Stunden bei einer Kerntemperatur von 55 Grad Celsius in der Thermokammer gelassen. Wärme allein würde allerdings den Objekten zu viel Feuchtigkeit entziehen, was irreparable Trocknungsschäden wie etwa Rissbildungen zur Folge haben könnte. Daher wird neben Wärme auch genau abgestimmte Luftfeuchtigkeit in die Wärmekammer gepumpt. Über Temperatur- und Feuchtesensoren werden die idealen klimatischen Verhältnisse computergestützt laufend untereinander abgestimmt. Zirka 10 Tage ist die mobile Wärmekammer der österreichischen Firma Thermo Lignum am Bauhof des Museumsdorfes im Einsatz.

Durch diese thermische Behandlungsmethode, die ausschließlich mit natürlichen Elementen wie Wasser und Luft arbeitet, wird ein einfaches biologisches Prinzip angewandt, wonach tierisches Eiweiß bei 55°C zersetzt wird. Die Vorteile dieser mobilen Schädlingsbekämpfungsmethoden sind eindeutig: die Objekte absorbieren keine gesundheitsgefährdenden, giftigen Dämpfe und aufgrund der Vorort-Behandlung können die Museumsobjekte direkt bei den Werkstätten des Museumsdorfes behandelt werden. Zudem ist dieses Verfahren umweltschonend und zeitsparend. Die so konservierten, ungezieferfreien Gegenstände und Möbelstücke können danach im 900 m2 großen Depot des Bauhofes gelagert werden.

Innenansicht der mobilen Wärmekammer mit Museumsdorf-Mitarbeiter Heinz Kaufmann.

Kleinere und größere Objekte werden vom potentiellen „Holzwurm“ befreit.

Nach dem Behandlungsdurchlauf werden die Objekte im 900 m² großen Depot gelagert.

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