Am Sonntag, den 28. Juli 2013, 11.00 Uhr fand bei hochsommerlichen Temperaturen die Eröffnung der Ausstellung „Kleinhäusler-Lebenswelten im Weinviertel“ durch Landtagsabgeordneten René Lobner, in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, im Museumsdorf Niedersulz statt.

v.l.n.r.: Dr. Edgar Niemeczek – Geschäftsführer der Kultur.Region.NÖ, Landesrat René Lobner (in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll), Mag. Marianne Messerer – Ehrenamtliche Museumsdorf Niedersulz, Otto K. Knoll – Geschäftsführung Museumsdorf Niedersulz, Josef Schick – Geschäftsführer der Kulturvernetzung NÖ, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta – Geschäftsführung & wissenschaftliche Leitung Museumsdorf Niedersulz, Walter Lauer – Ehrenamtlicher Museumsdorf Niedersulz.

v.l.n.r.: Dr. Edgar Niemeczek – Geschäftsführer der Kultur.Region.NÖ, Landesrat René Lobner (in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll), Mag. Marianne Messerer – Ehrenamtliche Museumsdorf Niedersulz, Otto K. Knoll – Geschäftsführung Museumsdorf Niedersulz, Josef Schick – Geschäftsführer der Kulturvernetzung NÖ, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta – Geschäftsführung & wissenschaftliche Leitung Museumsdorf Niedersulz, Walter Lauer – Ehrenamtlicher Museumsdorf Niedersulz.

Das als Dauer-Ausstellung konzipierte Projekt ist im Zuge der  Kulturinitiative Viertelfestival NÖ 2013 entstanden. Das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz hat sich dabei vom diesjährigen Motto des Viertelfestivals „Brandungszone“ inspirieren lassen: schließlich ist die Dorfgemeinschaft auch eine Art „Brandungszone“, wo immer schon verschiedenste soziale Schichten aufeinander getroffen sind.

Die "Rauchkuchl" im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf.

Die „Rauchkuchl“ im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf.

Im Fokus der Ausstellung stehen die Erforschung und Präsentation der Lebenswelten der dörflichen Unterschichten wie etwa Kleinhäusler, Dienstboten, Inwohner, Einleger, Saisonarbeiter und Taglöhner im Weinviertel des 19. Jahrhunderts. Diese Bevölkerungsschicht war in jedem Weinviertler Dorf vertreten und übertraf an Personen oft die bäuerliche Oberschicht. Bei den dominierenden Landwirtschaftszweigen des Getreide- und Weinbaus im Weinviertel bestand nur zu bestimmten Zeiten ein erhöhter Personalbedarf. Dieser temporäre Bedarf an Hilfskräften wurde meist durch Kleinhäusler und so genannte Inwohner gedeckt, die sozial niedrig stehende Arbeitskräfte ohne eigenen Wohnsitz und meist auch ohne Grundbesitz bezeichneten. Sie wohnten entweder direkt im Bauernhaus oder in einem separaten Gebäude wie dem Ausgedinge, das üblicherweise dem Altbauernpaar als Alterswohnsitz diente (sog. „Ausnahm“). Als Untermieter hatten sie Arbeitsverpflichtungen gegenüber dem Vermieter zu leisten. Sie hatten wenig Mitspracherecht in Familien- und Gemeindeangelegenheiten, keinen Anspruch auf Nutzung der Gemeinde-Einrichtungen und auf Viehbesitz.

Im Ziegenstall des Kleinhäuslerhauses.

Im Ziegenstall des Kleinhäuslerhauses.

Die zunehmende Mechanisierung ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts  ließ den Bedarf an Arbeitskräften in der Landwirtschaft geringer werden. Gleichzeitig entstanden aber auch Arbeitsplätze in Fabriken. Aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten konnte man sich passendere Wohnstätten leisten und war nicht mehr darauf angewiesen, als Inwohner oder Dienstbote einem Bauernhaus zu unterstehen.

Exemplarisch für diese besitzlose respektive besitzarme Bevölkerungsgruppe wurde die Geschichte der im Kleinhäusler-Haus aus Wetzelsdorf aus dem Jahr 1816 wohnhaften Familien erforscht. Die Ergebnisse der Forschung werden in der möglichst authentischen Einrichtung der Wohn- und Wirtschaftsräume sowie in einer Dokumentation mittels Texten, Interview-Ausschnitten und Bildmaterial im Kleinhäusler-Haus aus Wetzelsdorf dem Publikum präsentiert. Zusätzlich machen Interventionen in weiteren Kleinhäusler-Häusern des Museumsdorfs – wie beispielsweise dem Schusterhaus aus Mistelbach oder dem Kleinhäusler-Haus aus Kleinhadersdorf – auf die Thematik aufmerksam und lassen Häuser und ihre ehemaligen BewohnerInnen sozusagen selbst ihre Geschichte erzählen.

"Zimmer, Küche, Kabinett"...

„Zimmer, Küche, Kabinett“…Wohnen auf kleinstem Raum.

Nachstehend ein Link zur einleitenden Rede im Zuge der Eröffnungs-Feierlichkeiten von Mag. Marianne Messerer am 28. Juli 2013 im Museumsdorf Niedersulz über die Kleinhäusler:

Kleinhäusler-Lebenswelt EÖ Mag. Marianne Messerer

Die „Kleinhäusler-Lebenswelten im Weinviertel“ ist eine Dauer-Ausstellung und zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Museumsdorfes zu besichtigen!

Öffnungszeiten: 1. April bis 1. November 2013, täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass: 17.00 Uhr).

Kleinhäulser-Lebenswelten im Weinviertel (c) Dieter Werderitsch

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