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Vorfrühlingshaftes Wetter im Weinviertel, im Museumsdorf Niedersulz: Gabriele Gratsch beim Graben der Löcher für die Obstbaumveredlungsunterlagen.

Der Frühling kommt in kleinen Schritten, aber beständig und sukzessive. In der Gärtnerei des Museumsdorfes werden dieser Tage in der kleinen, aber feinen Baumschule die Unterlagen „aufgeschult“.

Gabriele Gratsch ist diejenige, die ihre „Zöglinge“ mit Argusaugen bewacht und erzieht. In Die Baumschule ist in verschiedene  Quartieren unterteilt und anhand von genauen „Quartierlisten“ wird bereits seit Jahren über Standjahre, Sorten etc. Buch geführt und dokumentiert. Die Obstbaumveredlungsunterlagen werden ausschließlich zur Erhaltung der alten rund 400 verschiedenen Obstbaumsorten im Museumsdorf selbst gezogen: wie beispielsweise Sämlingsunterlagen, sprich stark wachsende wie Kirsche oder Birne sowie schwach wachsende Typenunterlagen wie der Apfel. Die Prämisse für das Museumsdorf dabei: für die Sortenerhaltung innerhalb des Alt-Sorten-Bestandes des Museumsdorfes MÜSSEN pro Sorte 2-3 Bäume erhalten bleiben! Eine Baumschule bedeutet allerdings das ganze Jahr über, einiges an Arbeit: regelmäßige Bodenbearbeitungen, Unkraut scheren, Kompost auftragen u.v.m. Im August werden die Obstbaumveredelungsunterlagen okuliert, sprich veredelt.

Nach maximal drei Jahren – nach dem Austrieb – wird im Herbst die Baumschule gerodet. Die „Kinder“ der Baumschule werden ausgesetzt. Nach einer Rodung muss der Boden mit Gründüngung 6 Jahre lang brach liegen!

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Bevor die Veredlungsunterlagen – hier eine Kirsche – eingesetzt werden, werden sie „eingeschlemmt“, damit sie genug Feuchtigkeit mitnehmen können.

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In den Löchern...

In den Löchern…

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Beim Einsetzen der Veredelungsunterlagen.

"Festtreten" der Setzlinge im Erdreich.

„Festtreten“ der Setzlinge im Erdreich.

Fertig.

Fertig.

Die kleine, aber feine Obstbaumschule alter Sorten im Museumsdorf dient (leider) ausschließlich

Die kleine, aber feine Obstbaumschule im Museumsdorf dient ausschließlich der Erhaltung der rund 400 alten Obstbaumsorten im Museumsdorf Niedersulz. Hier: Pfirsiche – diese sind „gestäbt und geheftet“ und wurden bereits 2012 aufgeschult. Dh sie werdennoch dieses Jahr im Sortengarten des Museumsdorfes „ausgesetzt“ und gepflanzt.

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Hier: ein angewachsenes, sog. okuliertes Auge bei einer Kirsche. Nachdem die Veredelung angewachsen ist, wird oberhalb der Veredelung abgeschnitten – man sagt: die Unterlage wird „abgeworfen“.

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