Am 2. Mai 2015 wird im Museumsdorf ein Wagnerei – Stadel aus dem Jahr 1913 aus Hollabrunn eröffnet. Der Stadel selbst gehörte zur ehemaligen Wagnerei Halmschlag und diente vor Ort primär als Lager für Rohmaterial und Halbfertigprodukte des Wagners. Bereits letztes Jahr wurde er transloziert und wird zur Zeit im Museumsdorf wieder aufgestellt. Er wird eine Auswahl von landwirtschaftlichen Wägen und Schlitten aus der Sammlung des Museumsdorfes zeigen.

IMG_2937

Seit November 2014 arbeitet das Team des Museumsdorfes Niedersulz in den betriebseigenen Werkstätten intensiv an der Restaurierung ausgewählter Wagen und Schlitten aus dem Bestand: die Instandsetzung von großen bäuerlichen Fuhrwerken, Transportschlitten und kleineren, handgezogenen „Wagerl“ und Karren, inklusive Zubehör ist in vollem Gange.

Ehrenamtlicher Peter Huber bei der Demontage des Spanbügels der Vorderachse.

Ehrenamtlicher Peter Huber bei der Demontage des Spannbügels der Vorderachse.

Mag. Traude Hruschka vom Wissenschaftlichen Team bei Restaurierungsarbeiten.

Mag. Traude Hruschka vom Wissenschaftlichen Team bei Restaurierungsarbeiten.

 

Rost wird von Metallteilen abgeschliffen und mit Konservierungsmittel behandelt.

Alle Metallteile werden abgenommen, Rost wird abgeschliffen und mit Konservierungsmittel behandelt.

 

Das Team von sechs Mitarbeitern und Ehrenamtlichen reinigt, zerlegt, entrostet, schleift, streicht die zu restaurierenden Wägen und Fuhrwerke und baut sie anschließend wieder zusammen. Bis jetzt wurden an die 350 Stunden an diesem Projekt gemeinsam gearbeitet. Bei der Instandsetzung der Oberflächen wird versucht nach historischem Vorbild mit traditionellen Mitteln wie etwa Leinölfarbe oder Kaseinleim (=Leim aus Topfen) zu arbeiten.

Wagen vor Restaurierung.

Wagen vor Restaurierung.

Reinigung.

Reinigung.

 

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Leiterin des Wissenschaftlichen Teams, at work.

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Leiterin des Wissenschaftlichen Teams, at work: Farbpigmente im Holz werden mit Leinöl wieder aktiviert und zum Strahlen gebracht!

 

Blauer Truhenwagen: die noch schön vorhandene Originalfarbe konnte durch die Behandlung des Holzes mit Leinölfirnis noch gut erhalten werden.

Die landwirtschaftlichen Wägen waren alles andere als „farblos“: hier ein ultramarinblauer Truhenwagen – die noch schön vorhandene Originalfarbe konnte durch die Behandlung des Holzes mit Leinölfirnis gut erhalten werden.

???????????????????????????????

Bremsbacken werden neu gemacht.

Bremsbacken werden neu gemacht und ergänzt.

 

Peter Huber beim Herstellen neuer Bremsbacken für Wagen.

Peter Huber beim Herstellen neuer Bremsbacken in der Museumsdorf – Holzwerkstatt.

???????????????????????????????

Das Gros der großen Wägen zeigen auf den Schmiedebeschlägen am Vordergestell Initialen auf, wie z.B. "A.P" o. ä. Sie weisen wahrscheinlich auf den Besitzer oder auch auf den Schmied, der die Beschläge angefertigt hat, hin.

Ein Gros der großen Wägen zeigt auf den Schmiedebeschlägen am Vordergestell Initialen, wie z.B. „A.P“ o. ä. Sie weisen wahrscheinlich auf den Besitzer oder auch auf den Schmied, der die Beschläge angefertigt hat, hin.

 

Auf Spurensuche – Eine Reise in die Vergangenheit

Im Zuge dieser handwerklichen Tätigkeiten tauchen immer wieder neue spannende Hinweise auf die ursprüngliche Form, Verwendung und Herkunft der Wägen auf. Die Herkunft der Wägen ist im ländlichen Bereich meist nicht eindeutig oder nicht mehr nachvollziehbar. Es gibt viele Hinweise, dass die Fuhrwerke von ihren Besitzern im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut und adaptiert wurden oder für Zwecke weiterverwendet wurden, für die sie ursprünglich nicht gedacht waren. Das lässt vermuten, dass sie je nach Bedarf oder wenn es einen Besitzerwechsel gab, dem neuen Verwendungszweck angepasst wurden.

Ein Glanzstück: Truhenwagen mit Inschrift "Leopold Geissler Niedersulz No. 11" an der Bordwand: weist wahrscheinlich auf den letzten Besitzer dieses Wagens hin.

Ein Glanzstück: Truhenwagen mit Inschrift „Leopold Geissler Niedersulz No. 11“ an der Bordwand: weist wahrscheinlich auf den letzten Besitzer dieses Wagens hin.

 

TIPP: die Ausstellung im neu errichteten Wagnerei – Stadel wird am Sa, den 2. Mai 2015, 14. 00 Uhr im Museumsdorf Niedersulz eröffnet!

Öffnungszeiten:

15. April bis 26. Oktober 2015, täglich, 9.30 bis 18.00 Uhr

Vorsaison: ab 1. April 2015 (mit eingeschränktem Betrieb & ermäßigtem Eintritt!)

http://www.museumsdorf.at

Advertisements