„Mit Kessel, Aschenlauge und Rumpel zur weißen Wäsche“ war wieder das Motto am „Waschtag“ im Museumsdorf.
Am Samstag, den 27. Juni 2015, 13.00-18.00 Uhr, stand das Museumsdorf Niedersulz wieder ganz im Zeichen des „Wäschewaschens“.
Wie hat man seinerzeit die Wäsche gewaschen, als es noch keine Waschmaschine gab? Wie oft wurde in der Woche gewaschen? Niemand kann sich heute noch vorstellen wie beschwerlich oft die kleinsten Dinge des Alltags vor 100 und mehr Jahren waren. Allen diesen Fragen kann man beim „Waschtag“ im Museumsdorf auf den Grund gehen und selbstverständlich auch gleich ausprobieren…
Im idyllischen Hof des 2011 neu adaptierten Bürgermeister-Hauses aus Wildendürnbach werden Zuber, Waschrumpel und Seifenlauge ausgepackt und große und kleine Museumsdorf-Besucher können beim Waschen der Wäsche im Stil von anno dazumal mithelfen.


Alle sechs bis acht Wochen wurde früher auf einem Weinviertler Bauernhof Wäsche gewaschen. Ein Waschtag, der durchaus ein bis zwei Tage dauerte konnte, erforderte jede weibliche Hand eines Hauses, die zur Verfügung stand. Am Vortag wurde die Aschenlauge vorbereitet. Sie sorgte für weiches Waschwasser. Während die Männer den großen Kessel heizten, schleppten die Frauen kübelweise frisches Wasser vom Brunnen heran. Nach dem Kochen der Kleidung rückten die Frauen den Schmutz auf Waschrumpeln mit manueller Kraft zu Leibe. Die dabei verwendete Seife hatte die Bäuerin oft selbst aus altem Fett hergestellt.


Danach wurde neuerlich kübelweise frisches Wasser aus dem Brunnen gepumpt, um die großen Bottiche zu füllen, in denen die Wäsche geschwemmt wurde. Schließlich wurde sie dann auf langen Leinen, die quer durch den Garten gespannt waren, zum Trocknen aufgehängt. Bei Bettzeug und heller Kleidung, die besonders weiß werden sollte, nutzte man die bleichende Kraft der Sonne und breitete sie auf der Wiese aus.





Ebenfalls am Samstag, den 27. Juni 2015 findet von 14.00 bis 17.00 Uhr der Workshop „Färben mit Pflanzen“ im Museumsdorf statt. In Blättern, Früchten und Samen vieler Pflanzen stecken Inhaltstoffe, die sich optimal zum Färben von Wolle oder Stoff eignen. In dem Workshop werden bewusst nicht die üblichen bekannten Färbekräuter verwendet, sondern Pflanzen, die überall leicht zu finden sind wie Walnuss, Holunder oder Schöllkraut. Damit wird ein Farbbad angesetzt, in welchem Baumwollstoffe gefärbt werden, die man als Tischsets oder Servietten, z.B. für Obst- oder Brotkörbe verwenden kann. Durch spezielle Bindetechniken können batikähnliche Muster erzielt werden. Darüber hinaus kann man die Tücher mit Naturmaterialien wie Blättern oder Blüten zusätzlich bedrucken.



Kommentar verfassen