Das war der Krippenbaukurs 2021

Dr. Veronika Plöckiner-Walenta, Wissenschaftliche Leitung

Alpenländische Krippe, hergestellt von Peter Huber (c) Peter Huber
Die ursprüngliche Bedeutung von „Krippe“ als Futterplatz oder -behälter für Tiere wird in der Schilderung der Geburt Jesu im Lukas-Evangelium (Kapitel 2, Vers 1-20) mehrfach als Liegestatt des neugeborenen Jesus genannt und wurde für die Darstellung der Geburt Christi übernommen. Auch die einzelnen Figuren bzw. Figurengruppen als fixe Bestandteile einer Weihnachtskrippe nehmen darauf Bezug: „[…]So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. […] Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. […]“.

Krippen als Darstellung der Geburt Christi zählen seit Jahrhunderten zur kirchlichen und privaten Ausstattung in der Weihnachtszeit. Es gibt aber auch Osterkrippen, die die Stationen des Leidensweges Christi zeigen, Adventkrippen mit Szenen ab dem Beginn der Adventzeit bis zu Maria Lichtmess (2. Februar) und Jahreskrippen, die alle Lebensstationen Jesu darstellen.

In unserem Krippenbaukurs begleitete Krippenbaumeister Peter Huber die Teilnehmer*innen auf dem Weg zur eigenen traditionellen Weihnachtskrippe. Er begann mit einer theoretischen Einführung zum klassischen Aufbau einer solchen Krippe, den einzelnen Figurengruppen und ihrer Bedeutung sowie den verwendeten Materialien.

Die Krippenfiguren umfassen das Jesuskind, Maria und Josef, Ochs und Esel, einen oder mehrere Engel, Hirten, die so genannten Hl. Drei Könige (eigentlich Weise aus dem Morgenland) und den Stern, der den Weisen den Weg wies. Weiteres Krippenzubehör, das meist zur Ausstattung gehört, sind eine Brücke über einen Bach als Symbol der Verbindung vom Alten zum Neuen Testament, ein Brunnen als Quell des Lebens, das Wach- und Kochfeuer der Hirten und bei alpenländischen Krippen auch ein Holzstoß.

Krippe mit zukünftigem Bachlauf und Holzbalken als Brücke eines Kursteilnehmers (c) Museumsdorf
Holzstoß und Hackstock hergestellt von Peter Huber (c) Museumsdorf

Die beliebtesten Krippentypen sind „heimatliche“ bzw. alpenländische und orientalische – im Stil des Geburtsortes Jesu Christi – Krippen, Höhlen- und Ruinenkrippen. Es gibt aber auch Tempel-, Wurzel-, Laternen- und Kastenkrippen sowie weitere Formen.

Orientalischer Typ, hergestellt von Peter Huber (c) Peter Huber
Ruinenkrippe, hergestellt von Peter Huber (c) Peter Huber

Unsere Kursteilnehmer*innen hatten schon relativ genaue Vorstellungen von ihrer zukünftigen Krippe und sich für den heimatlichen/alpenländischen Stil entschieden. Die Größe der Krippe hängt schließlich von der Größe der Krippenfiguren ab, damit die Proportionen stimmen. Einer brachte ein Wurzelstück als Behausung für die Geburtsszene mit.

Wurzelstück (c) Museumsdorf

Am ersten Tag wurde das Gelände auf den Grundplatten gestaltet sowie der Bau der Gebäude begonnen.

Grundplatten-Gestaltung (c) Museumsdorf
Beginn Gebäudebau (c) Museumsdorf
Krippenbaumeister Peter Huber im Gespräch (c) Museumsdorf

Mit jedem Tag sind Fortschritte beim Krippenbau zu erkennen. Das heiße Sommerwetter war bei den Trocknungsphasen sehr hilfreich.

Fortschritte Tag 2 (c) Museumsdorf
Trocknungsphase (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 3 (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 3 (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 4 (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 4 (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 5 (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 5 (c) Museumsdorf
Fortschritte Tag 5 (c) Museumsdorf

Wer nun Lust bekommen hat, ebenfalls selbst eine Krippe zu bauen, kann sich jetzt schon für den Kurs im nächsten Sommer voranmelden.

Die fertigen Krippen (c) Museumsdorf

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