Feste im Dorf


 

 

Am Samstag, den 30. September 2017, 10.00 bis 17.00 Uhr, stand das Museumsdorf Niedersulz wieder ganz im Zeichen der Pferdekraft.

Bereits vor über 4.000 Jahren wurde das Wildpferd domestiziert und ist über die Jahrtausende ein unentbehrlicher Begleiter des Menschen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen geworden.

 

Haflinger vom Wegwartehof.

 

Am Tag der Pferdekraft stand die Rolle des Pferdes in der bäuerlichen Arbeitswelt im Fokus.

Zahlreiche Darbietungen mit Norikern und Haflingern wie Holz aufladen, Weingartenbodenbearbeitung anno dazumal und Feldarbeiten wie Ackern wurden im Museumsdorf Niedersulz zu neuem Leben erweckt und gezeigt.

Michael Gindl aus Hohenruppersdorf praktiziert tatsächlich auch im Alltag die „Arbeit mit Pferd“ – nicht nur bei der Pferdekraft im Museumsdorf.

 

 

Die österreichische Koryphäe für „Pferde im Arbeitseinsatz“, Ing. Wolfgang Ehmeier, moderierte am Pferdekraft-Tag die Vorführungen gewohnt professionell und informativ, mit viel Fachkenntnis und Hintergrundwissen.  (www.hoedlgut.at)

 

Bodenackern anno dazumal wurde im Museumsdorf am Tag der Pferdekraft gezeigt und vorgeführt.

 

Weingartenbodenbearbeitung fand am Nachmittag der Pferdekraft statt.

 

 

 

Das „Holz aufladen“ mit Karl Brucker war ebenfalls ein spektakuläres Highlight am Tag der Pferdekraft im Museumsdorf.

 

 

 

In der historischen Sattlerei und der Schmiede des Museumsdorfes gaben kommentierte Vorführungen einen Überblick über die oft beschwerlichen Arbeiten in früheren Zeiten.

 

In der historischen Sattlerei …

 

… gab Leopold Wannerer Auskunft über das Handwerk und „harte Täglich-Brot“ der Sattler von einst.

 

… und führte auch durch die 2016neu eröffnete KUMMET-Ausstellung!

 

Mit unserem Dorfschmied Klemens Steiner…

 

… vor allem bei den jüngsten Museumsdorf-Besuchern sehr beliebt!

 

Weiters konnte man das Melken einer Haflingerstute live erleben. Dipl. Tierärztin Eva Müller zeigte und erklärte in Vorträgen Interessantes zur „Kulturgeschichte des Pferdes“ bzw. zum Thema „Kind und Pferd“.

 

LIVE! Das Melken einer Haflingerstute inkl. Milch-Verkostung durch den Wegwartehof.

 

Und für Kinder gab es am Tag der Pferdekraft auch noch ein lustiges „Steckenpferd-Basteln“!

 

Unsere Esel Gusti & Pepino am „Lebenden Bauernhof“ freundeten sich mit den „Pferdegästen“ sehr schnell an…

 

 

 

 

 

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Tracht und Pracht beim „Natur im Garten“ Fest und Herbstfest für Hilfe im eigenen Land im Museumsdorf Niedersulz

 Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher folgten am Dirndlgwandsonntag, dem 10. September 2017, der Einladung von „Natur im Garten“, der Volkskultur Niederösterreich, dem Museumsdorf Niedersulz sowie der Organisation HILFE IM EIGENEN LAND und verbrachten einen abwechslungsreichen Tag im größten Freilichtmuseum Niederösterreichs.

Viele Höhepunkte gab es beim traditionellen „Natur im Garten“ Fest im Museumsdorf Niedersulz zu bewundern: Information und Unterhaltung fanden die Besucherinnen und Besucher beim Pflanzen- und Handwerksmarkt oder beim volkskulturellen Programm mit Chören und Volkstänzern. Aber auch der Dirndlgwandsonntag und das Herbstfest von HILFE IM EIGENEN LAND wurden gefeiert.

 

„Das Museumsdorf Niedersulz mit seiner ländlichen Architektur und den wunderschönen Bauerngärten bietet den perfekten Rahmen für das ,Natur im Garten‘ Fest. Brauch und Tradition sind hier spürbar und es freut mich, dass am Dirndlgwandsonntag so viele Besucherinnen und Besucherin Tracht erschienen sind. Besonders schön ist, dass das Fest durch den Benefizgedanken von Hilfe im eigenen Land abgerundet wurde“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

 

Dorli Draxler (GF Volkskultur NÖ), Sissi Pröll (Präsidentin von Hilfe im eigenen Land), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (GF Museumsdorf Niedersulz), Rudolf Roubinek

„Das ,Natur im Garten‘ Fest in Niedersulz ist mit seinem vielfältigen Angebot für Jung und Alt und seinem Ambiente ein Fest für die ganze Familie. Die liebevoll angelegten Gärten laden zu einer Reise in eine Zeit ein, in der der Garten den Supermarkt ersetzte. Der Wunsch nach Selbstversorgung erlebt eine Renaissance und wird in der Bevölkerung immer größer“, so Landesrat Karl Wilfing.

Dorli Draxler, Landesrat Mag. Karl Wilfing, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta

Durch den Erwerb von Losen konnten die Besucherinnen und Besucher die Initiative aktiv unterstützen. Der Gesamterlös kommt notleidenden Familien in ganz Österreich zugute. „Es ist mir eine große Freude, dass wir unser Herbstfest bereits zum 6. Mal erfolgreich zusammen mit der Volkskultur beim ,Natur im Garten‘ Fest feiern können. Das Interesse an HILFE IM EIGENEN LAND und die rege Teilnahme der Besucherinnen und Besucher waren einmal mehr überwältigend“, freute sich Präsidentin Sissi Pröll über die breite Unterstützung.

 

Schauspieler Rudi Roubinek, Hilfe im eigenen Land-Präsidentin Sissi Pröll und Moderatorin Barbara Stöckl in den prachtvoll-herbstlichen Gärten des Museumsdorfes.

 

„Natur, Kultur, Kulinarik, Brauch und Tradition sind Werte, die unseren Alltag bereichern. Sie geben Kraft und Lebensfreude, ganz im Sinne der Initiative ,Wir tragen Niederösterreich‘. Bei Veranstaltungen wie dem ,Natur im Garten‘ Fest sind sie ganz tief spürbar und die Besucher wissen die persönliche Atmosphäre und die liebevoll gestaltete Fest- und Feierkultur sehr zu schätzen“, so Volkskultur Niederösterreich-Geschäftsführerin Dorli Draxler über das gelungene Fest.

Kaplan Mag. Alexander Lagler beim feierlichen Gottesdienst.

Der Tag begann mit einem feierlichen Gottesdienst zelebriert von Kaplan Mag. Alexander Lagler. Nach dem offiziellen Teil konnten die Gäste im herrlichen Ambiente des Museumsdorfs Niedersulz ein abwechslungsreiches Programm genießen. Mit einem zünftigen ORF Radio Niederösterreich Frühschoppen startete das kulturelle Programm. Unter dem Motto „Lieder und Tänze“ sorgten regionale Chöre und Volkstanzgruppen für die musikalische Unterhaltung der Besucher. Ein Höhepunkt war die Trachtenschau, bei der die Besucher zu Modeln wurden und in ihren prachtvollen Dirndln und Trachten über den Laufsteg liefen.

Birgit Perl moderierte den ORF Radio NÖ Frühschoppen am Dorfplatz im Museumsdorf.

 

Der Festakt wurde von Barbara Stöckl moderiert.

 

Die Trachtenschau wurde von der Geschäftsführerin der Volkskultur, Dorli Draxler, und Sissi Pröll moderiert.

 

Beim Infostand von „Natur im Garten“ erhielten Garteninteressierte wertvolle Gartentipps, das Gartenteam des Museumsdorfs bot Wissenswertes über Schätze aus dem Bauerngarten. Kulinarische Schmankerl aus dem Weinviertel und Weine der Niedersulzer Winzer in der dorfeigenen Vinothek ergänzten das Angebot.

 

„Natur im Garten“ – Stand

 

Der „Natur im Garten“ – Igel war selbstverständlich auch wieder im Museumsdorf.

Rund 25 Aussteller und Direktvermarkter aus den verschiedensten Sparten wie Garten, Kulinarisches von Bauernhof, Bioprodukte und Kunsthandwerk boten in der dörflichen Weinviertler Kulisse des Museumsdorfs ein qualitativ hochwertiges und buntes Angebot. Zudem konnte man sich beim Infostand von „Natur im Garten“ wertvolle Gartentipps holen. Gartenexperten-Vorträge von DI Martina Liehl-Rainer und Reinhard Kittenberger, Führungen durch die Bauerngärten oder ein Kindermitmachprogramm mit Spiel und Bastelstationen und einer Kreativstation von Zeit Punkt Lesen rundeten den Festtag ab.

Beim Infostand des Museumsdorfes drehte sich alles um das Thema „Schätze aus dem Bauerngarten – Saures für den Winter“.

 

Theresia Draxler und Eva Stockinger beim Volkskultur-Infostand.

 

 

Von der Vielfalt des Angebots überzeugten sich auch zahlreiche prominente Gäste freuen:

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrat Karl Wilfing, Sissi Pröll – Präsidentin Hilfe im eigenen Land,  Barbara Stöckl – Moderatorin, Rudolf Roubinek – Schauspieler, Vera Russwurm – Moderatorin, Mag. Wolfgang Merkatz – BH-Stv. Gänserndorf, Bürgermeisterin von Sulz im Weinviertel Angela Baumgartner, Dorli Draxler – Geschäftsführerin Volkskultur Niederösterreich, Dr. Peter Harold – Generaldirektor Hypo Niederösterreich, Friedrich Dungl – GF Niederösterreichische Nachrichten, Adolf Obendrauf – Kapellmeister Militärmusik Niederösterreich, und viele mehr.

Weitere Impressionen vom diesjährigen „Natur im Garten“ Fest:

Fiata-Musi in der Kellergasse des Museumsdorfes.

 

Claudia Nemec moderierte die Tanz- und Chordarbietungen im Südmährerhof.

 

 

 

 

 

Am Sonntag, den 6. August 2017, fand der traditionelle „Südmährerkirtag“ im Südmährerhof des Museumsdorfes mit Musik, Tanz & Kirtagsschmankerl statt.

Der gesamte Tag war eine Veranstaltung der Südmährer-Kulturstiftung.

 

Hier einige Impressionen vom „Südmährerkirtag“:

 

 

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Dkfm. Hans-Günter Grech, Claudia Nemec, Bürgermeisterin Angela Baumgartner, Ing. Reiner Elsinger

 

 

Die „Stadltonza“ waren wieder zu Gast am „Südmährerkirtag“ und ein Highlight.

 

 

 

 

Weiters gab es eine Trachtenmodenschau der Firma Elfi Maisetschläger / Waldviertel.

 

Ausstellungsräume im Südmährerhof.

 

Habaner Keramik.

 

 

 

Die Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling gab im Hörersdorfer Hof Tipps & Anregungen zum Thema Handarbeiten.

 

 

„Alles Kind!“ war das Motto beim Kinder- und Spielefest im Museumsdorf, denn am Vatertag, den 11. Juni 2017, stand das Museumsdorf Niedersulz einmal mehr ganz im Zeichen der Kinder.

 

Das Märchensommerteam „Peter Pan und Tinkerbell“ mit Nina Blum im Museumsdorf.

Wie und was spielten Kinder zu Urgroßmutter´s Zeiten?

Der Alltag der Kinder und das Aufwachsen im Dorf waren im Zeitalter vor Fernseher, Handy und Computer nicht nur von Kargheit und Mitarbeit in Haus und Hof geprägt, sondern auch von phantasievollen Spielen, die heute bereits in Vergessenheit geraten sind. Die Kinder von damals hatten weniger Spielzeug, man spielte hauptsächlich im Freien und Dinge aus der Natur wie Steine oder Stöcke wurden nicht selten zu Spielzeug umfunktioniert. Die Natur selbst war der größte und schönste Spielplatz!

Beim Kinder- und Spielefest im Museumsdorf Niedersulz wurden einige dieser Kinderspiele von anno dazumal wieder entdeckt. Was für Eltern oder Großeltern eine Reise in die Vergangenheit und in ihre Kindheit darstellt, ist für die heutigen Kinder das Erforschen einer fast schon unbekannt gewordenen Kinderwelt.

Am gesamten Areal des Museumsdorfes konnten beim Kinder- und Spielefest alte Kinderspiele von einst wie Kasten- oder Tempelhüpfen, Zehnerln und Blinde Kuh oder Laufspiele wie Donner, Wetter, Blitz u.v.m. unter fachgerechter Anleitung erlebt und selbstverständlich ausprobiert und gespielt werden.

Lustige Laufspiele im Bürgermeisterhaus.

 

„Activity“ pur bieten Stationen wie das „Springseile-selber-drehen“ und „Korbflechten für Kinder“.

 

Körbeflechten ….

 

…und Springseil-Drehen!

 

Eine Spielwiese – organisiert von „Müllers Freunden“, Kinderschminken am Dorfplatz, eine Backstation zum Mitmachen der Bäckerei Bauer aus Poysdorf oder das beliebte „Butter stampfen“ sind weitere Programmpunkte beim großen Kinder- und Spielefest.

Auch auf der Lehmbaustelle beim Ziegelschlagen wurde fleißig „gegatscht“!

 

Viele lustige Spiele….!

 

Und selbstverständlich durfte auch das beliebte Butterstampfen und Butterbrotessen nicht fehlen.

 

Bei der Spielestation mit den originellen MATADOR – Bauklötzen sind der Kreativität, Phantasie und Ideenreichtum der Kinder – und auch der Eltern und Großeltern! – keine Grenze gesetzt.

Die „Matador“-Baustation ist wie jedes Jahr eines der Highlights!

 

Um 14.00 Uhr gab es ein Preview und eine kurze Aufführung des Poysbrunner Märchensommers unter der Intendanz von Nina Blum, die heuer „Peter Pan und Tinkerbell“ spielen. Inklusive nachfolgender Autogrammmöglichkeiten einiger Schauspielstars des Märchensommers. www.maerchensommer.at

 

 

 

 

Und am Lebenden Bauernhof des Museumsdorfes konnten Haustierrassen von Einst wie Schweine, Ziegen, Schafe, Esel, Kaninchen, Gänse und Hühner mit ihren Jungtieren gestreichelt werden und man erfuhr Wissenswertes & Interessantes über die Tiere am Bauernhof. Vor allem Gusti und Peppino, die zwei herzigen Esel, freuten sich schon auf die kleinen Besucher!

Stempelpässe führten die kleinen Besucher beim Kinder- und Spielefest durch den Nachmittag – am Ende gab es für besonders fleißige Stempelsammler ein kleines Give-away!

Ein wunderschöner Tag im Museumsdorf ging zu Ende…!:):)

Anlässlich des 500jährigen Reformationsjubiläums wurde am Sonntag, den 7. Mai 2017 um 14.00 Uhr, die neugestaltete Ausstellung „Evangelisch im Weinviertel“ in der so genannten „Lutherische Kapelle“ im Museumsdorf Niedersulz durch Landesrat Mag. Karl Wilfing, in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner, und dem niederösterreichischen Superintendenten Mag. Lars Müller-Marienburg feierlich eröffnet. Prof. em. Dr. Gustav Reingrabner, ehemaliger Superintendent a.D. der evangelischen Superintendentur Burgenland, der auch schon die vorangegangene, evangelische Ausstellung im Museumsdorf im Jahr 1999 konzipiert hatte, sprach in seiner Rede über die Evangelischen in der Region im Verlauf der Jahrhunderte.

Feierliche Eröffnung im Museumsportal.

 

Prof. em. Dr. Gustav Reingrabner.

 

Evangelischer Superintendent von NÖ Mag. Lars Müller-Marienburg.

 

Weiters konnte die Geschäftsführerin des Museumsdorfes, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, unter den zahlreichen Ehren- und Festgästen begrüßen: Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich), Landtagsabgeordneter René Lobner, die Bezirkshauptfrau aus Korneuburg Dr. Waltraud Müllner-Toifl, Bürgermeisterin Sulz im Weinviertel Angela Baumgartner und Vizebürgermeister Ronald Wiesinger, Superintendential-Kuratorin Dr. Gisela Malekpour, Herbert Nowohradsky (2. Landtagspräsident a.D. und Obmann des Vereins Freunde des Museumsdorf Niedersulz), Mag. Ulrike Vitovec (Geschäftsführerin Museumsmanagement Niederösterreich), Dr. Ernst Petritsch (Evangelisches Museum Wien), für die evangelischen Pfarrgemeinden Mag. Christian Brost aus Stockerau, Mag. Anneliese Peterson aus Korneuburg, Mag. Hans Spiegl und Dr. Rotraud Perner aus Mistelbach, sowie Ing. Reinhold Eichinger für den Hutterischen Geschichtsverein.

 

Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich), Landtagsabgeordneter René Lobner, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf), Landesrat Mag. Karl Wilfing, Bezirkshauptfrau Korneuburg Dr. Waltraud Müllner-Toifl, Superintendent St. Pölten Mag. Lars Müller-Marienburg, Superintendentialkuratorin Dr. Gisela Malekpour, Herbert Nowohradsky (2. Landtagspräsident a.D. und Obmann des Vereins Freunde des Museumsdorfs Niedersulz)

 

Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich), Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf Niedersulz), Superintendent Mag. Lars Müller-Marienburg, Dr. Rotraut Perner, Dr. Ernst Petritsch (Evangelisches Museum Wien).

Die wunderbare und stimmige, musikalische Umrahmung gestaltete der Gospelchor der evangelischen Gemeinde Melk-Scheibbs unter der Chorleitung von Diözesan-Kantorin Sybille von Both.

Die Ausstellung „Evangelisch im Weinviertel“ zeigt – ausgehend von Martin Luthers Thesenanschlag 1517 – Geschichte und Gegenwart der Evangelischen im Weinviertel. Um 1580 war das Viertel unter dem Manhartsberg praktisch zur Gänze evangelisch und namhafte Prediger hier tätig. Im Zuge der Gegenreformation mussten alle Evangelischen das Land verlassen oder katholisch werden.

„Lutherische Kapelle“ im Museumsdorf.

 

Andachtsbücher, Bibeln und Gesangsbücher aus fünf Jahrhunderten.

 

„Evangelische Bilderwelt“

 

„Evangelisch im Weinviertel“ im Museumsdorf / Gebäude aus Niederfellabrunn.

Erst um 1900 siedelten sich im Weinviertel wieder Evangelische an, die vorerst von Wiener Pfarrgemeinden aus betreut wurden. Heute gibt es hier vier evangelische Pfarrgemeinden mit ihren Predigtstellen, die zur 1947 gegründeten Diözese Niederösterreich gehören.

Weitere Themen der Ausstellung sind die Hausgeschichte des in der Überlieferung „Lutherische Kapelle“ genannten Gebäudes aus Niederfellabrunn sowie die „Evangelische Bilderwelt“. Zu sehen sind Bilder, Andachtsbücher und Bibeln sowie Gesangbücher aus fünf Jahrhunderten.

Der Bereich Religion im Museumsdorf bietet außerdem in unmittelbarer Nähe zur lutherischen Kapelle die Täufer-Ausstellung des Hutterischen Geschichtsvereins – die zumindest in Österreich einzige umfassende Darstellung des Themas Täufer/Hutterer/Habaner. Zwischen den beiden Einrichtungen liegt der 2013 angelegte Bibelgarten, der eine Oase für BesucherInnen bietet und nach den Richtlinien von Natur im Garten gepflegt wird.

Bibelgarten; im Hintergrund „Lutherische Kapelle“.

Über 1.000 Pflanzenbegeisterte besuchten am 29. April 2017 den Pflanzenmarkt beim Museumsportal des Museumsdorfes.

Eine breite Palette von regional biologischen Produkten wie Bio-Jungpflanzen, Bio-Saatgut, Obstbäume, Beerenobst, Sträucher, Wild- und Heilkräuter, einige Gemüseraritäten, aber auch Keramik und Accessoires rund um das Thema Garten wurden von über 15 Ausstellern angeboten.

Zusätzlich konnten Interessierte beim Informationsstand von „Natur im Garten“ Wissenswertes und Nützliches zum Thema Garten erfahren. Das Museumsdorf Niedersulz selbst erfüllt bei seinen bewirtschafteten Flächen zu hundert Prozent die „Natur im Garten“ – Kriterien und ist zudem seit 2016 einer von fünf Bildungsstandorten in Niederösterreich. Auch heuer wurde das Museumsdorf von der Aktion „Natur im Garten“ mit dem Goldene Igel zertifiziert.

 

Ulrike Nehiba (Grünraum Museumsdorf) und Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführung Museumsdorf)

 

„Natur im Garten“ – Infostand

Mit einem großen Fest wurde die Schule der Regionen im Museumsdorf Niedersulz am Ostermontag, 17. April 2017, von Landeshauptmann – mittlerweile a. D. –  Dr. Erwin Pröll eröffnet.

 

Volksschule aus Radlbrunn im Museumsdorf.

 

Eine sehr persönliche Komponente begleitete den letzten offiziellen Termin von Dr. Erwin Pröll in seiner Funktion als Landeshauptmann von Niederösterreich. Am Ostermontag, eröffnete er den Nachbau der alten Volksschule in Radlbrunn, in der er selbst von 1952 bis 1956 die Schulbank drückte, am neuen Standort im Museumsdorf Niedersulz. „Schule bleibt Schule. Dieses Haus wird in Zukunft Vorträge und Seminare zur „Kraft und Stärke“ der Regionen beheimaten. Gerade heute ist es enorm wichtig, speziell mit der Jugend die Zukunft Europas und seiner Regionen zu erörtern, zu planen und zu entwickeln. Europa ist und bleibt eine Vielfalt an Regionen mit unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Religionen. Es geht um das friedliche Miteinander und das ist letztendlich eine Frage der Kultur“, so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Gespräch mit Volkskultur Niederösterreich Geschäftsführerin Dorli Draxler und Museumsdorf Niedersulz Geschäftsführerin Veronika Plöckinger Walenta.

Eröffneten die Schule feierlich: Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich), Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter, Sissi Pröll, Landeshauptmann a.D. Dr. Erwin Pröll, Dorli Draxler (Geschäftsführerin Volkskultur NÖ).

 

1.000 Gäste wohnten dem feierlichen Festakt und der anschließenden Segnung durch Dechant Edmund Tanzer bei. Unter den zahlreichen Ehrengästen konnten die Gastgeber Volkskultur Niederösterreich Geschäftsführerin Dorli Draxler sowie Kultur.Region.Niederösterreich Geschäftsführer Edgar Niemeczek und Martin Lammerhuber auch Bundesminister Dr. Wolfgang Brandstetter, NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner, NÖ Militärkommandant Martin Jawurek, Sixtus Lanner ehemaliger Direktor des österreichischen Bauernbunds und politischer Ziehvater von Erwin Pröll,, Bezirkshauptmann Martin Steinhauser u.v.a. begrüßen.

Einige Impressionen von der feierlichen Eröffnung:

 

 

Erinnerungen an die Schulzeit: Dr. Erwin Pröll vor der Fotowand.

 

 

Sissi und Erwin Pröll mit einem SW-Foto von Erwin Pröll als Schulbub.

 

Rund 1.000 Gäste waren zur Eröffnung im Museumsportal des Museumsdorfes gekommen.

 

Unter anderem spielte die Ortsmusikkapelle Niedersulz bei der Eröffnung.

 

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin & Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf) und Dorli Draxler moderierten den feierlichen Festakt.

 

Dechant Edmund Tanzer segnete die neu eröffnete Schule aus Radlbrunn.

 

Die Zeitzeugin Waltraude Sporrer berichtete über die gemeinsame Jugend in Radlbrunn und Erlebnisse in der Schule. Der Weinviertler Literat Martin Neid unterhielt mit humorvollen Geschichten. Bei der anschließenden Emmausjause durch das Museumsdorf klang der Tag aus.

 

Die ehemaligen Klassenkollegen: Waltraude Sporrer & Erwin Pröll (im Vordergrund).

 

Weinviertel-Literat mit Humor: Dr. Martin Neid.

 

Das Land Niederösterreich fördert immer wieder Initiativen und Projekte, die die Region weiterentwickeln und in die Zukunft führen. Seit mehr als 60 Jahren widmet sich auch die Volkskultur Niederösterreich als Teilbetrieb der Kultur.Region.Niederösterreich regionaler Kulturarbeit. So etablierte sich der Brandlhof in Radlbrunn als Ort für regionale Kulturvermittlung und Handwerk, das Haus der Regionen in Krems-Stein steht für den Austausch mit europäischen Künstlern aus den in ihrer Vielfalt kaum bekannten Regionen. „Mit der Schule der Regionen wird unser Weg einer qualitätsvollen Kulturvermittlung und engagierten Gemeinwesenarbeit konsequent fortgesetzt. Im Kern geht es um verstärkte Anstrengungen, die Vitalität unserer Dörfer, Städte und Regionen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dabei wird auch der Austausch von Interessen und Erfahrungen mit den vielen Regionen Europas eine wichtige Rolle spielen“ skizziert Kultur.Region.Niederösterreich-GF Edgar Niemeczek, die Zukunft des neuen Projekts.

 

Baugeschichte
1610 erwarb die Gemeinde ein altes Haus und bestimmt es als Schulhaus – am Platz zwischen Kirche und Brandlhof, Haus Nr. 23. Die räumliche Nähe der Schule zur Kirche galt als Beleg, dass der Unterricht die Angelegenheit der Pfarre oder des Stifts war. Durch eine Inschrift und das Wappen des Stifts Lilienfeld wurde auch das Patronat über die Schule deutlich. Bis 1959 wurde in dem historischen Gebäude unterrichtet. 2014 erwarb die Kultur.Region.Niederösterreich die alte Volksschule aus Radlbrunn. Das Gebäude war inzwischen aber so baufällig, dass eine Renovierung nicht mehr in Frage kam und so die Idee des Nachbaus im Museumsdorf Niedersulz reifte.
Der Spatenstich für das jüngste Bauprojekt erfolgte im September 2016. Besonderer Bedacht wurde auf „historische bzw. handwerkliche Authentizität“ gelegt, wie der Beibehaltung von Grundriss, detailgetreuer Nachbau von Türen, Fenstern, Mauergesimsen und Mauersprüngen. So hat die Schule der Regionen keine exakten Mauerkanten, sie wurde leicht uneben verputzt und auch Dachsprünge bzw. Firstungenauigkeiten wurden übernommen. Vom Originalgebäude aus Radlbrunn stammen die Dachziegel sowie die Bodenfliesen im Eingangsbereich. Die Färbelung von Vorhaus und dem ehemaligen Klassenzimmer wurde in der Originalfarbe und nach Originalmuster ausgeführt. Neben dem Hauptaugenmerk auf entsprechende „historische handwerkliche Authentizität“ ist das Gebäude auch nach modernen energietechnischen Standards sowie in barrierefreier Ausführung errichtet.

Mit der Eröffnung der Schule der Regionen am 17. April 2017 wurde der Nachbau der Schule nun seiner neuen Nutzung übergeben: Schule bleibt Schule“ in der „Schule der Regionen“.
Denn die Kulturarbeit braucht zukünftig mehr Grundlagenforschung und Theorie im europäischen Austausch.

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