Museums-Sammlung


 

 

Am 2. Mai 2015 wird im Museumsdorf ein Wagnerei – Stadel aus dem Jahr 1913 aus Hollabrunn eröffnet. Der Stadel selbst gehörte zur ehemaligen Wagnerei Halmschlag und diente vor Ort primär als Lager für Rohmaterial und Halbfertigprodukte des Wagners. Bereits letztes Jahr wurde er transloziert und wird zur Zeit im Museumsdorf wieder aufgestellt. Er wird eine Auswahl von landwirtschaftlichen Wägen und Schlitten aus der Sammlung des Museumsdorfes zeigen.

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Seit November 2014 arbeitet das Team des Museumsdorfes Niedersulz in den betriebseigenen Werkstätten intensiv an der Restaurierung ausgewählter Wagen und Schlitten aus dem Bestand: die Instandsetzung von großen bäuerlichen Fuhrwerken, Transportschlitten und kleineren, handgezogenen „Wagerl“ und Karren, inklusive Zubehör ist in vollem Gange.

Ehrenamtlicher Peter Huber bei der Demontage des Spanbügels der Vorderachse.

Ehrenamtlicher Peter Huber bei der Demontage des Spannbügels der Vorderachse.

Mag. Traude Hruschka vom Wissenschaftlichen Team bei Restaurierungsarbeiten.

Mag. Traude Hruschka vom Wissenschaftlichen Team bei Restaurierungsarbeiten.

 

Rost wird von Metallteilen abgeschliffen und mit Konservierungsmittel behandelt.

Alle Metallteile werden abgenommen, Rost wird abgeschliffen und mit Konservierungsmittel behandelt.

 

Das Team von sechs Mitarbeitern und Ehrenamtlichen reinigt, zerlegt, entrostet, schleift, streicht die zu restaurierenden Wägen und Fuhrwerke und baut sie anschließend wieder zusammen. Bis jetzt wurden an die 350 Stunden an diesem Projekt gemeinsam gearbeitet. Bei der Instandsetzung der Oberflächen wird versucht nach historischem Vorbild mit traditionellen Mitteln wie etwa Leinölfarbe oder Kaseinleim (=Leim aus Topfen) zu arbeiten.

Wagen vor Restaurierung.

Wagen vor Restaurierung.

Reinigung.

Reinigung.

 

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Leiterin des Wissenschaftlichen Teams, at work.

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Leiterin des Wissenschaftlichen Teams, at work: Farbpigmente im Holz werden mit Leinöl wieder aktiviert und zum Strahlen gebracht!

 

Blauer Truhenwagen: die noch schön vorhandene Originalfarbe konnte durch die Behandlung des Holzes mit Leinölfirnis noch gut erhalten werden.

Die landwirtschaftlichen Wägen waren alles andere als „farblos“: hier ein ultramarinblauer Truhenwagen – die noch schön vorhandene Originalfarbe konnte durch die Behandlung des Holzes mit Leinölfirnis gut erhalten werden.

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Bremsbacken werden neu gemacht.

Bremsbacken werden neu gemacht und ergänzt.

 

Peter Huber beim Herstellen neuer Bremsbacken für Wagen.

Peter Huber beim Herstellen neuer Bremsbacken in der Museumsdorf – Holzwerkstatt.

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Das Gros der großen Wägen zeigen auf den Schmiedebeschlägen am Vordergestell Initialen auf, wie z.B. "A.P" o. ä. Sie weisen wahrscheinlich auf den Besitzer oder auch auf den Schmied, der die Beschläge angefertigt hat, hin.

Ein Gros der großen Wägen zeigt auf den Schmiedebeschlägen am Vordergestell Initialen, wie z.B. „A.P“ o. ä. Sie weisen wahrscheinlich auf den Besitzer oder auch auf den Schmied, der die Beschläge angefertigt hat, hin.

 

Auf Spurensuche – Eine Reise in die Vergangenheit

Im Zuge dieser handwerklichen Tätigkeiten tauchen immer wieder neue spannende Hinweise auf die ursprüngliche Form, Verwendung und Herkunft der Wägen auf. Die Herkunft der Wägen ist im ländlichen Bereich meist nicht eindeutig oder nicht mehr nachvollziehbar. Es gibt viele Hinweise, dass die Fuhrwerke von ihren Besitzern im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut und adaptiert wurden oder für Zwecke weiterverwendet wurden, für die sie ursprünglich nicht gedacht waren. Das lässt vermuten, dass sie je nach Bedarf oder wenn es einen Besitzerwechsel gab, dem neuen Verwendungszweck angepasst wurden.

Ein Glanzstück: Truhenwagen mit Inschrift "Leopold Geissler Niedersulz No. 11" an der Bordwand: weist wahrscheinlich auf den letzten Besitzer dieses Wagens hin.

Ein Glanzstück: Truhenwagen mit Inschrift „Leopold Geissler Niedersulz No. 11“ an der Bordwand: weist wahrscheinlich auf den letzten Besitzer dieses Wagens hin.

 

TIPP: die Ausstellung im neu errichteten Wagnerei – Stadel wird am Sa, den 2. Mai 2015, 14. 00 Uhr im Museumsdorf Niedersulz eröffnet!

Öffnungszeiten:

15. April bis 26. Oktober 2015, täglich, 9.30 bis 18.00 Uhr

Vorsaison: ab 1. April 2015 (mit eingeschränktem Betrieb & ermäßigtem Eintritt!)

http://www.museumsdorf.at

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Am 26. März 2014 wurde das internationale, dreitägige Symposium mit dem Titel „Lehmbau – Tradition und Moderne“ im Museumsdorf Niedersulz durch Landtagsabgeordneten René Lobner, in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, eröffnet. „Das Lehmbau-Symposium im Museumsdorf Niedersulz ist ein Projekt, das nicht nur grenzüberschreitend ist, sondern dient auch dazu, sich im gesamteuropäischen Kontext besser kennenzulernen und um ein gemeinsames Europa aktiv zu leben“, so LAbg. René Lobner bei der Eröffnung des Lehmbau-Symposiums, bei dem insgesamt sechs Nationen aus Europa vertreten waren.

Die Tagung wurde im Museumsdorf Niedersulz unter der Leitung von Dr. Veronika Plöckinger-Walenta gemeinsam und in Kooperation mit dem Freilichtmuseum „Museum des Dorfes Südostmährens“ – geführt durch das Nationalinstitut für Volkskultur (Národní Ústav Lidové Kultury – NULK) in Strážnice – organisiert und durchgeführt, das durch Direktor Dr. Jan Krist sowie Dr. Martin Novotny repräsentiert wurde.

„Gerade der Baustoff Lehm findet viele Zugänge: als ein Baumaterial, das im Weinviertel vor Ort vorhanden ist, und das für einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen und in klimatechnischer Bedeutung relevant ist“, so der Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Dr. Edgar Niemeczek in seiner Eröffnungsrede.

Weitere Eröffnungsgäste wie DI Hermann Hansy (Regionalmanagement Euregio Weinviertel), Bürgermeister Herbert Nowohradsky (2. Landtagspräsident a. D.), DI Christian Kalch (Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Architektur und Gestaltung) und Mag. Ulrike Vitovec (Geschäftsführung Museumsmanagement Niederösterreich) konnten begrüßt werden.

Im Mittelpunkt des dreitägigen, durch ein ETZ Programm der Europäischen Union geförderten Symposiums steht die grenzübergreifende Vernetzung zum Thema Lehmbau sowie der Erfahrungs- und Know-How-Transfer von tschechischen, slowakischen, österreichischen, italienischen, deutschen sowie ungarischen Fachleuten und Lehmbau-Experten. Aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit zählt das Weinviertel – wie Ungarn und Teile Tschechiens sowie der Slowakei – zu dem Gebiet, in dem Lehm jahrhundertelang das hauptsächliche Baumaterial darstellte. Somit befindet sich auch das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz im europäischen Lehmbaugebiet. Einige der Gebäude, die seit seiner Gründung im Jahr 1979 vom Gründer und Visionär Prof. Josef Geissler hier errichtet wurden, waren ursprünglich in verschiedenen Lehmbautechniken gebaut.

Analog zu den historischen Lehmbautechniken der Region möchte sich das Museumsdorf Niedersulz in Zukunft als Kompetenzzentrum für historischen Lehmbau etablieren. Ein erster Schritt dazu war die Einrichtung einer Lehmbau-Ausstellung im Frühjahr 2013, bei der als österreichweites Pilotprojektund als Herzstück der Ausstellung ein Stück Lehmwand als Ganzteil im Original ins Museumsdorf Niedersulz übertragen wurde. Einen weiteren Schritt in Richtung Lehmbaukompetenzzentrum stellte nunmehr das Symposium „Lehmbau – Tradition und Moderne“ dar.

Der 170seitige Tagungsband zum Lehmbausymposium mit allen wissenschaftlichen Beiträgen, Forschungsergebnissen und Exposés in deutscher und tschechischer Sprache sowie englischen Summaries wurde ebenfalls präsentiert und ist im Museumsdorf Niedersulz Shop erhältlich.

 

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LAbg. René Lobner, DI Hermann Hansy (Euregio), Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf Niedersulz), Dr. Jan Krist

LAbg. René Lobner, DI Hermann Hansy (Euregio), Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf Niedersulz), Dr. Jan Krist (Direktor des Freilichtmuseums in Straznice und Nationalinstitut für Volkskultur), Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich), Bgm. Herbert Nowohradsky (Landtagspräsident a.D.), DI Christian Kalch (Amt der NÖ Landesregierung).

 

Mag. Thomas Hofmann (Geologische Bundesanstalt, Autor) mit Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Museumsdorf Niedersulz) hielt einen Eröffnungsvortrag über die Bodenneschaffenheit des Weinviertels generell - nach seinem Motto: "Eigentlich müßte das Weinviertel Lehmviertel heißen!"....

Mag. Thomas Hofmann (Geologische Bundesanstalt & Autor diverser Weinviertel Bücher) mit Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Museumsdorf Niedersulz) hielt einen Eröffnungsvortrag über die Bodenbeschaffenheit des Weinviertels generell – nach dem Motto: „Eigentlich müßte das Weinviertel Lehmviertel heißen!“….

 

Moderation durch Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, die Wissenschaftliche Leiterin & Initiatorin des Lehmbau Symposiums.

Moderation durch Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, die Wissenschaftliche Leiterin & Initiatorin des Lehmbau Symposiums.

Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich) mit Mag. Ulrike Vitovec (Geschäfts

Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich) mit Mag. Ulrike Vitovec (Geschäftsführerin Museumsmanagement Niederösterreich) am Dorfplatz des Museumsdorfes Niedersulz.

 

Im Salettl des Dorfwirtshauses im Museumsdorf fanden an zwei Tagen die Vorträge des Lehmbau Symposiums statt.

Im Salettl des Dorfwirtshauses im Museumsdorf fanden an zwei Tagen die Vorträge des Lehmbau Symposiums statt.

Dr. Richard Edl (Verein Freunde Museumsdorf Nieddersulz) und Bgm. Herbert Nowohradsky (Landtagspräsident a.D.)

Dr. Richard Edl (Verein Freunde Museumsdorf Nieddersulz) und Bgm. Herbert Nowohradsky (Landtagspräsident a.D.).

Die Kabinen der Dolmetscher - es wurde in Deutsch/Tschechisch/Englisch vorgetragen.

Die Kabinen der Dolmetscher – es wurde in Deutsch/Tschechisch/Englisch vorgetragen.

 

Very useful beim Lehmbau Symposium - die Headsets!

Very useful beim Lehmbau Symposium – die Headsets!

 

Das Symposiums-Komitee: Mag. Marlene Falmbigl und Mag. Peter Pfaffl aus dem Museumsdorf Niedersulz.

Das Symposiums-Komitee: Mag. Marlene Falmbigl und Mag. Peter Pfaffl aus dem Museumsdorf Niedersulz.

 

Der Tagungsband & Publikation anläßlich des Lehmbau-Symposiums im Museumsdorf Niedersulz ist im MuseumsShop erhältlich!

Der Tagungsband & Publikation anläßlich des Lehmbau-Symposiums im Museumsdorf Niedersulz ist im MuseumsShop erhältlich!

Impressionen zum Ausflug in das Freilichtmuseum in Straznice „Museum des Dorfes Südostmährens“ und nach Petrov am letzten Symposiumstag:

copyrights Fotos: Gerhard Brey

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…ist der Titel des Beitrages im Magazin „WeinViertel MeinViertel“, das dieser Tage erscheint. Die ehrenamtlichen Helfer des Museumsdorf Niedersulz stehen dabei im Mittelpunkt der interessanten Story von Angela Ringhofer.

Die netten Fotos in der Gaiselberger Volksschule im Museumsdorf wurden von Heidemarie Lahofer (www.fotopuchner.at) geshootet….

Und wie es im Beitrag treffend und auf den Punkt gebracht heißt: „Ohne unsere Helfer wäre sehr viel nicht möglich…!“ – DANKE!!!

Herr Direktor a.D. Fritz Wendy und Peter Huber im Klassenzimmer der historischen Volksschule aus Gaiselberg im Museumsdorf Niedersulz.

Herr Direktor a.D. Fritz Wendy und Peter Huber im Klassenzimmer der historischen Volksschule aus Gaiselberg im Museumsdorf Niedersulz.

Elisabeth Stadler und Monika Jahn mit Waschtrog und Rumpel.

Elisabeth Stadler und Monika Jahn mit Waschtrog und Rumpel.

Walter Lauer, Mag. Marianne Messerer und Franziska Bogenstorfer in der Küche der Lehrerwohnung in der alten Gaiselberger Volksschule im Museumsdorf Niedersulz.

Walter Lauer, Mag. Marianne Messerer und Franziska Bogenstorfer in der Küche der Lehrerwohnung in der alten Gaiselberger Volksschule im Museumsdorf Niedersulz.

Die aktuelle Ausgabe 01/2014 können Sie unter w.weiser@brentano.co.at gratis bestellen oder unter dem DropBox Link https://www.dropbox.com/sh/iipby58uqzgw1qx/YBhXB7oFwJ digital lesen!

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Am Sonntag, den 28. Juli 2013, 11.00 Uhr fand bei hochsommerlichen Temperaturen die Eröffnung der Ausstellung „Kleinhäusler-Lebenswelten im Weinviertel“ durch Landtagsabgeordneten René Lobner, in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, im Museumsdorf Niedersulz statt.

v.l.n.r.: Dr. Edgar Niemeczek – Geschäftsführer der Kultur.Region.NÖ, Landesrat René Lobner (in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll), Mag. Marianne Messerer – Ehrenamtliche Museumsdorf Niedersulz, Otto K. Knoll – Geschäftsführung Museumsdorf Niedersulz, Josef Schick – Geschäftsführer der Kulturvernetzung NÖ, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta – Geschäftsführung & wissenschaftliche Leitung Museumsdorf Niedersulz, Walter Lauer – Ehrenamtlicher Museumsdorf Niedersulz.

v.l.n.r.: Dr. Edgar Niemeczek – Geschäftsführer der Kultur.Region.NÖ, Landesrat René Lobner (in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll), Mag. Marianne Messerer – Ehrenamtliche Museumsdorf Niedersulz, Otto K. Knoll – Geschäftsführung Museumsdorf Niedersulz, Josef Schick – Geschäftsführer der Kulturvernetzung NÖ, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta – Geschäftsführung & wissenschaftliche Leitung Museumsdorf Niedersulz, Walter Lauer – Ehrenamtlicher Museumsdorf Niedersulz.

Das als Dauer-Ausstellung konzipierte Projekt ist im Zuge der  Kulturinitiative Viertelfestival NÖ 2013 entstanden. Das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz hat sich dabei vom diesjährigen Motto des Viertelfestivals „Brandungszone“ inspirieren lassen: schließlich ist die Dorfgemeinschaft auch eine Art „Brandungszone“, wo immer schon verschiedenste soziale Schichten aufeinander getroffen sind.

Die "Rauchkuchl" im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf.

Die „Rauchkuchl“ im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf.

Im Fokus der Ausstellung stehen die Erforschung und Präsentation der Lebenswelten der dörflichen Unterschichten wie etwa Kleinhäusler, Dienstboten, Inwohner, Einleger, Saisonarbeiter und Taglöhner im Weinviertel des 19. Jahrhunderts. Diese Bevölkerungsschicht war in jedem Weinviertler Dorf vertreten und übertraf an Personen oft die bäuerliche Oberschicht. Bei den dominierenden Landwirtschaftszweigen des Getreide- und Weinbaus im Weinviertel bestand nur zu bestimmten Zeiten ein erhöhter Personalbedarf. Dieser temporäre Bedarf an Hilfskräften wurde meist durch Kleinhäusler und so genannte Inwohner gedeckt, die sozial niedrig stehende Arbeitskräfte ohne eigenen Wohnsitz und meist auch ohne Grundbesitz bezeichneten. Sie wohnten entweder direkt im Bauernhaus oder in einem separaten Gebäude wie dem Ausgedinge, das üblicherweise dem Altbauernpaar als Alterswohnsitz diente (sog. „Ausnahm“). Als Untermieter hatten sie Arbeitsverpflichtungen gegenüber dem Vermieter zu leisten. Sie hatten wenig Mitspracherecht in Familien- und Gemeindeangelegenheiten, keinen Anspruch auf Nutzung der Gemeinde-Einrichtungen und auf Viehbesitz.

Im Ziegenstall des Kleinhäuslerhauses.

Im Ziegenstall des Kleinhäuslerhauses.

Die zunehmende Mechanisierung ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts  ließ den Bedarf an Arbeitskräften in der Landwirtschaft geringer werden. Gleichzeitig entstanden aber auch Arbeitsplätze in Fabriken. Aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten konnte man sich passendere Wohnstätten leisten und war nicht mehr darauf angewiesen, als Inwohner oder Dienstbote einem Bauernhaus zu unterstehen.

Exemplarisch für diese besitzlose respektive besitzarme Bevölkerungsgruppe wurde die Geschichte der im Kleinhäusler-Haus aus Wetzelsdorf aus dem Jahr 1816 wohnhaften Familien erforscht. Die Ergebnisse der Forschung werden in der möglichst authentischen Einrichtung der Wohn- und Wirtschaftsräume sowie in einer Dokumentation mittels Texten, Interview-Ausschnitten und Bildmaterial im Kleinhäusler-Haus aus Wetzelsdorf dem Publikum präsentiert. Zusätzlich machen Interventionen in weiteren Kleinhäusler-Häusern des Museumsdorfs – wie beispielsweise dem Schusterhaus aus Mistelbach oder dem Kleinhäusler-Haus aus Kleinhadersdorf – auf die Thematik aufmerksam und lassen Häuser und ihre ehemaligen BewohnerInnen sozusagen selbst ihre Geschichte erzählen.

"Zimmer, Küche, Kabinett"...

„Zimmer, Küche, Kabinett“…Wohnen auf kleinstem Raum.

Nachstehend ein Link zur einleitenden Rede im Zuge der Eröffnungs-Feierlichkeiten von Mag. Marianne Messerer am 28. Juli 2013 im Museumsdorf Niedersulz über die Kleinhäusler:

Kleinhäusler-Lebenswelt EÖ Mag. Marianne Messerer

Die „Kleinhäusler-Lebenswelten im Weinviertel“ ist eine Dauer-Ausstellung und zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Museumsdorfes zu besichtigen!

Öffnungszeiten: 1. April bis 1. November 2013, täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass: 17.00 Uhr).

Kleinhäulser-Lebenswelten im Weinviertel (c) Dieter Werderitsch

Sonntag, den 28. Juli 2013 um 11.00 Uhr, wird im Museumsdorf die Ausstellung „Kleinhäusler-Lebenswelten“ eröffnet!

Eröffnung Kleinhäuslerausstellung 28.7. - Kopie

Im Rahmen eines Projekts des Viertelsfestivals NÖ werden in dieser Ausstellung die Lebenswelten der dörflichen Unterschichten wie Kleinhäuslern, Dienstboten, Inwohnern, Einlegern, Saisonarbeitern und Taglöhnern im Weinviertel des 19. Jahrhunderts präsentiert.

Diese Bevölkerungsschicht war in jedem Weinviertler Dorf vertreten und übertraf an Personen oft die bäuerliche Oberschicht. Exemplarisch für diese besitzlose bzw. besitzarme Bevölkerungsgruppe wird die Geschichte der im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf im Jahr 1816 wohnhaften Familien erforscht.

Die Ergebnisse der Forschung werden in der möglichst authentischen Einrichtung der Wohn- und Wirtschaftsräume sowie in einer Dokumentation im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf dem Publikum präsentiert. Zusätzlich machen Interventionen in weiteren Kleinhäusler-Häusern des Museumsdorfs (z.B. Schusterhaus aus Mistelbach, Kleinhäusler-Haus aus Kleinhadersdorf) auf die Thematik aufmerksam.

Die Vorbereitungsarbeiten dazu laufen bereits auf Hochtouren. Die Gruppe der Ehrenamtlichen des Museumsdorfes sind dieser Tage voll im Einsatz!

An dieser Stelle gleich ein herzliches Dankeschön an alle, die mithelfen die Ausstellung zu realisieren!

Und hier ein kleiner Überblick und Auszug des Schaffens:

Peter Huber und Dr. Veronika Plöckinger - Walenta beim

Peter Huber und Dr. Veronika Plöckinger – Walenta beim Zusammenbauen des Bettes für das Schlafzimmer im Kleinhäuslerhaus aus Wetzelsdorf.

Hans Svoboda, Dr. Veronika Plöckinger - Walenta und

Hans Svoboda, Dr. Veronika Plöckinger – Walenta und Franziska-Monika Jahn beim Aussuchen der Ausstellungsobjekte.

Elisabeth Stadler beim Einräumen der Küchenkredenz.

Elisabeth Stadler beim Bestücken der Küchenkredenz.

Franziska-Monika Jahn,

Franziska-Monika Jahn, Dr. Magdalena Papp und Josef Stöger – Wird der Kasten durch die Türe gehen?

Die Damenrunde beim Auswählen der Bett- und Tischwäsche.

Die Damenrunde beim Auswählen der Bett- und Tischwäsche für die Austellung.

Letztes Briefing der Ehrenamtlichen-Runde durch die Wissenschaftliche Leiterin: Dr. Magdalena Papp, Peter Huber, Josef Stöger, Direktor a.D. Fritz Wendy, Elisabeth Stadler, Hans Svoboda und Dr. Veronika Plöckinger – Walenta.

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Franziska Bogensdorfer und Mag. Marianne Messerer: ein Spruchdeckerl ist immer ein Muss!

Franziska Bogensdorfer und Mag. Marianne Messerer: ein Spruchdeckerl ist immer ein Muss!

Letzte Kleinigkeiten werden montiert: Peter Huber und Josef Stöger.

Letzte Kleinigkeiten werden montiert: Peter Huber und Josef Stöger.

Die "Rauchkuchl" im Kleinhäuslerhaus ist bereits fertig bestückt.

Die „Rauchkuchl“ im Kleinhäuslerhaus ist bereits bestückt.

Fast fertig.....die Ausstellung kann beginnen.....

Fast fertig…..die Ausstellung kann beginnen…..

Am Samstag, den 29. Juni 2013 fand ein Thementag mit dem Titel „Die Täufer im Weinviertel“ im Museumsdorf Niedersulz statt.

Das Museumsdorf beherbergt das in Österreich erste gegründete Täufermuseum, das einen Überblick über die Entwicklung des „dritten Flügels der Reformation“, von seinen Anfängen bis zu den Freikirchen der Gegenwart gibt.

Das Täufermuseum im Kleinhäuslerhaus aus Wilfersdorf im Museumsdorf Niedersulz.

Das Täufermuseum im Kleinhäuslerhaus aus Wilfersdorf im Museumsdorf Niedersulz.

Österreich und nicht zuletzte das Weinviertel spielten dabei eine nicht unbedeutende Rolle – grausame Verfolgungen der damaligen Zeit trafen insbesondere die Hutterer und verdrängten sie aus Südmähren, dem Weinviertel und der Westslowakei. In ingesamt fünf Räumen im Täufermuseum werden unter anderem interessante Einzelschicksale oder die Lebensweise auf den hutterischen Bruderhöfen sowie das geniale handwerkliche Können wie beispielsweise die Habaner-Keramik näher beleuchtet.

Audiostationen und Videoclips im Täufermuseum zeigen einige Sprachbeispiele und das heutige Leben der etwa 50.000 Hutterer, die in den Prärien Nordamerikas leben und noch immer einen altösterreichischen Dialekt sprechen.

Hutterer - Holzschnitt.

Hutterer – Holzschnitt.

Beim Thementag „Die Täufer im Weinviertel“ gab es gleich zwei Führungen durch die Täuferausstellung und weiters einen Vortrag vom Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Winkelbauer in der Georgskapelle des Museumsdorfes. Titel des Vortrages: „Die rechtliche Stellung der Täufer im 16. und 17. Jahrhundert am Beispiel der habsburgischen Länder“.

v.l.n.r.: Ing. Reinhold Eichinger (Obmann des Hutterischen Geschichtsvereines und Initiator des Projektes "Täufermuseum" im Museumsdorf), Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Winkelbauer (Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung), Mag. Josef Franz Enzenberger (Historiker & Germanist).

v.l.n.r.: Ing. Reinhold Eichinger (Obmann des Hutterischen Geschichtsvereines und Initiator des Projektes „Täufermuseum“ im Museumsdorf), Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Winkelbauer (Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung), Mag. Josef Franz Enzenberger (Historiker & Germanist).

Bei der Eröffnung der Sonderausstellung am Muttertag: Otto K. Knoll (Geschäftsführer Museumsdorf Niedersulz), Textilexpertin Maria - Theresia Kiessling, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf Niedersulz), Reg.Rat Johann Kiessling

Bei der Eröffnung der Sonderausstellung am Muttertag: Otto K. Knoll (Geschäftsführer Museumsdorf Niedersulz), Textilexpertin Maria – Theresia Kiessling, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf Niedersulz), Reg.Rat Johann Kiessling.

Maria-Theresia Kiessling & Interessantes aus dem Handarbeits-Fundus

Maria-Theresia Kiessling & Interessantes aus dem Handarbeits-Fundus.

Am gestrigen Muttertag wurde – wie jedes Jahr – die textile Sonderschau und Sonderausstellung
unter dem diesjährigen Titel „Altes & Neues aus dem Nähkorb“ im Museumsdorf eröffnet.
Das zentrale Thema sind dabei textile Handarbeiten zwischen „Müssen“ und „Wollen“, denn das Nähen, Stricken, Stopfen und Flicken war früher für die Hausfrauen oftmals mehr Pflicht als Vergnügen.
Aus „Altem“ musste oft etwas „Neues“ entstehen und für Handarbeiten, die zum „Schmuck oder der Zier“ dienten, war selten genügend Zeit.

Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling hat, basierend auf ihrer jahrzehntelangen Sammler- und Handarbeitstätigkeit, für die Sonderausstellung 2013 ein interessantes, textiles Potpourri zusammengestellt.

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Alte, in Vergessenheit geratene Handarbeits-Techniken werden vorgestellt und an folgenden Terminen finden 2013 Stick- und Klöppelvorführungen im Hörersdorfer Hof statt:

So, 26. Mai 2013
Sa, 22. Juni 2013
So, 07. Juli 2013
So, 28. Juli 2013
So, 11. August 2013
So, 25. August 2013
So, 08. September 2013
Sa, 14. September 2013
So, 06. Oktober 2013
Sa, 26. Oktober 2013

Jeweils von 13.00 bis 17.00 Uhr

Die textile Sonderausstellung selbst ist bis 1. November 2013, täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr im Hörersdorfer Hof des Museumsdorfes zu besichtigen.

Hörersdorfer Hof im Museumsdorf mit der textilen Sonderschau

Hörersdorfer Hof im Museumsdorf mit textiler Sonderschau.

Die heimelige Ausnahm-Küche im Weinviertler Hakenhof aus Hörersdorf

Die heimelige Ausnahm-Küche im Weinviertler Hakenhof aus Hörersdorf

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