Museums-Sammlung


Am Donnerstag, den 9. Mai 2013 wurde im Museumsdorf Niedersulz die Dauerausstellung zum Thema LEHMBAU durch Landtagsabgeordneten und Stadtrat René Lobner, in Vertretung von Landeshausptmann Dr. Erwin Pröll, feierlich eröffnet.

Aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit zählte das Weinviertel neben anderen zu jenen Gebieten, in denen Lehm das hauptsächliche Baumaterial darstellte. Praktisch jedes Dorf verfügte über eine oder mehrere Lehmgruben („Loamgrui“) und damit über eine günstige Möglichkeit zur Herstellung von luftgetrocknetem, also ungebranntem Baumaterial. So wurden die meisten Streck- und Zwerchhöfe des Weinviertels, aber auch Presshäuser in verschiedenen Lehm- bzw. Mischbautechniken hergestellt. Analog zu den historischen Lehmbautechniken der Region wird in den nächsten Jahren im Museumsdorf Niedersulz ein Lehmbau-Kompetenzzentrum entstehen. Die Ausstellung „Lehmbau“ im Presshaus aus Herzogbirbaum ist ein erster Schritt zur Erreichung dieses Ziels.

Als österreichweites Pilotprojekt und als Herzstück der Ausstellung wurde ein Stück Original Lehmwand als Ganzteil ins Museumsdorf Niedersulz übertragen. Bis dato war die Übertragung von Lehmwänden bzw. von Einzelteilen aus technischen Gründen nicht möglich. Durch eine innovative Methode wurde es nun möglich, Mauerstücke aus luftgetrockneten Lehmziegeln komplett mit Lehmverputz und Kalkanstrich original zu übertragen und zu erhalten.

Zahlreiche Gäste kamen zur Eröffnung der Lehmbau-Ausstellung.

Zahlreiche Gäste kamen zur Eröffnung der Lehmbau-Ausstellung.

Dr. Martin Steinhauser - Bezirkshauptmann von Gänserndorf, Landtagsabgeordneter und Stadtrat René Lobner, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta - Geschäftsführung und Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf, Franz Pirkner - Bürgermeister der Gemeinde Sulz im Weinviertel und Dr. Edgar Niemeczek - Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich

Dr. Martin Steinhauser – Bezirkshauptmann von Gänserndorf, Landtagsabgeordneter und Stadtrat René Lobner, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta – Geschäftsführung und Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf, Franz Pirkner – Bürgermeister der Gemeinde Sulz im Weinviertel und Dr. Edgar Niemeczek – Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich

Impressionen der Ausstellung.

Impressionen der Ausstellung.

???????????????????????????????

Die "berühmte" Lehmwand in der Dauerausstellung.

Die „berühmte“ Lehmwand in der Dauerausstellung.

Die Dauerausstellung im Presshaus von Herzogbirbaum ist bis 1. November 2013, täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr zu besichtigen!

Advertisements

Letzte Woche fand ein denkwürdiger Moment im Museumsdorf Niedersulz statt: als österreichweites Pilotprojekt wurde eine Original-Lehmwand als Ganzteil vom ursprünglichen Standort Hörersdorf ins Museumsdorf übertragen. Bis dato war eine Übertragung aus technischen Gründen nicht möglich. Die deutsche Firma JaKo – Baudenkmalpflege (www.jako-baudenkmalpflege.de) entwickelte eine innovative Methode, Gebäude oder einzelne Fragmente in Ganzteilen zu translozieren. Dadurch ist es nunmehr möglich geworden, Mauerstücke aus luftgetrockneten Lehmziegeln komplett mit dem Lehmverputz und Kalkanstrich zu übertragen und im Original zu erhalten.

Beim „Museumsdorf-Lehmwand-Projekt“ wurde nun ein Stück Lehmwand aus einem Streckhof aus dem 19. Jahrhundert mit Standort Hörersdorf freigelegt und aus dem Abbruchhaus ausgeschnitten. Die Fixierung erfolgte mittels eines Metallrahmens, der von beiden Seiten dem Wandstück aufgesetzt wurde. Mit einer Holzverschalung wurde das Stück Lehmwand für den Transport zusätzlich gefestigt und in Schutzfolie verpackt.

Herausschneiden des Lehmwandstückes

Herausschneiden des Lehmwandstückes

Fa. JaKo vorort beim alten Streckhof in Hörersdorf

Fa. JaKo vorort beim alten Streckhof in Hörersdorf

Das Einsetzen des "maßgefertigten" Metallrahmens

Das Einsetzen des „maßgefertigten“ Metallrahmens

Mit fertig eingesetztem Metallrahmen - zum Abtransport bereit

Mit fertig eingesetztem Metallrahmen – zum Abtransport bereit

Ankunft im Museumsdorf Niedersulz

Verladen und Abtransport in Hörersdorf

Ankunft am Dorfplatz im Museumsdorf und Abladen

Ankunft am Dorfplatz im Museumsdorf und Abladen

Ankunft am neuen Bestimmungsort im Presshaus aus Herzogbirbaum im Museumdorf

Ankunft am neuen Bestimmungsort im Presshaus aus Herzogbirbaum im Museumdorf

Abladen...

Abladen des rund 2 Tonnen schweren  Lehmwandstückes

Mittels Rollen wird die Lehmwand in das Presshaus langsam hineingerollt

Mittels Rollen wird die Lehmwand in das Presshaus langsam hineingeführt

Interview für den ORF NÖ, Kulturerbe: Dr. Veronika Plöckinger-Walenta mit Redakteur Hannes Steindl un Kamerateam. Die gesamte Translozierung wurde filmisch dokumentiert. Voraussichtlicher Sendetermin: Mi, 8. Mai 2013, 19.15 Uhr, ORF 2

Interview für den ORF NÖ, Kulturerbe: Dr. Veronika Plöckinger-Walenta mit Redakteur Hannes Steindl un Kamerateam. Die gesamte Translozierung wurde filmisch dokumentiert. Voraussichtlicher Sendetermin: Mi, 8. Mai 2013, 19.15 Uhr, ORF 2

Es ist vollbracht!  Fertig aufgestellte Lehmwand - Veronika Plöckinger-Walenta, Stephan Hösch und JaKo-Team

Es ist vollbracht!
Fertig aufgestellte Lehmwand – Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Stephan Hösch, Donator des historischen Lehmwandstückes und JaKo-Team

Die ERÖFFNUNG der Lehmbau-Ausstellung findet am Donnerstag, den 9. Mai 2013 um 14.00 Uhr im Presshaus aus Herzogbirbaum im Museumsdorf Niedersulz statt.

Die ERÖFFNUNG der Lehmbau-Ausstellung findet am Donnerstag, den 9. Mai 2013 um 14.00 Uhr im Presshaus aus Herzogbirbaum im Museumsdorf Niedersulz statt.

Eine der Arbeiten in den Wintermonaten ist das Sichten und Sortieren von Ausstellungsmaterialien für die kommende Saison im Museumsdorf Niedersulz. Im Zubau der historischen Schule aus Gaiselberg – früher als Lager- und Vorratsraum genützt – soll ab Saisonbeginn 2013 „Allgemeines zur Sozialgeschichte des Lehrerstandes um 1900“ gezeigt werden.

Unsere Ehrenamtlichen und wissenschaftliche Leiterin Dr. Veronika Plöckinger-Walenta sind dieser Tage beim Evaluieren der zahlreichen Materialien wie Lehr- und Unterrichtsmittel, Schul- und Lesebücher, Musikinstrumente, Bastelwerkzeug, Textilien u.e.m.

Peter Huber, Dir. a.D. Fritz Wendy, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Mag. Marianne Messerer, Franziska Bogensdorfer

Peter Huber, Dir. a.D. Fritz Wendy, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Mag. Marianne Messerer, Franziska Bogensdorfer

Der Aufgabenbereich des Dorflehrers im Zeitschnitt der Jahrhundertwende um 1900 war vielfältig und sein Berufsstand ungesichert. In der nun aufbereiteten Präsentation werden unterschiedliche sozialgeschichtliche Aspekte zur Stellung und Stand des Lehrers in der dörflichen Gemeinschaft von Damals aufbereitet.

???????????????????????????????

Die von Mag. Marianne Messerer transkribierte Schulchronik der Gaiselberger Schule sowie eine Auswahl an pädagogischen Schriften und Lesebüchern des Obersulzer Pädagogen und Forschers zur Schul- und Methodengeschichte Prof. Ludwig Boyer aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts werden ebenso gezeigt.

???????????????????????????????

???????????????????????????????

???????????????????????????????

Habt ihr euch eigentlich schon mal Gedanken über eines der bequemsten Textilien im Haus gemacht, den Polster?

Na? Dachte ich mirs doch. Dabei hat dieser unverzichtbare Gegenstand eines Haushaltes eine riesige Bandbreite an Variationen und auch viel Geschichte.

.

Die kann man ab 13. Mai bei der textilen Sonderausstellung im Museumsdorf Niedersulz erfahren. Maria-Theresia Kiessling hat tief in den Sammlungsbeständen bei sich zu Hause und im Museumsdorf gekramt und und eine faszinierende Vielfalt zusammengestellt.

.

.

Dabei wird in Zier- und Gebrauchspölster unterschieden. Unsere Expertin für alte Handarbeitstechniken stellt außerden die vielen verschiedenen Techniken vor, mit denen die Pölster gestaltet wurden.

.

.

Im Moment sind Maria-Theresia und ihr Gatte Johann Kiessling eifrig dabei, die Ausstellung im Hörersdorfer Hof einzurichten.

Die großen Vitrinen nehmen die zahlreichen Pölsterüberzüge auf.

Sie sind durch wertvolle Richelieu-Stickerei verziert oder mit witzigen Sprüchen bestickt.

.

Kuschelige Zierkissen sind in einem anderen Regal zu finden.

Das alles richtet die Textilexperin gerade mit viel Sorgfalt ein.

.

.

.

.

Ehemann Johann Kiessling sorgt für schön gestaltete Infotafeln, die in die Geschichte des Polsters einführen.

Am 13. Mai wird die Ausstellung eröffnet, Maria-Theresia Kiessling wird anschließend in alte Handarbeitstechniken vorzeigen.

.

.

Lange Zeit hing unbeachtet im Bürgermeister-Zimmer des Bauernhofes aus Wildendürnbach ein ganz besonderes Bild.

.

.

.

Es zeigt den alten Kaiser Franz Josef auf einer Treppe unter einem riesigen Baldachin, umringt von zahlreichen Menschen, die ihm huldigen.

Durch die Sanierung und Aufarbeitung der Geschichte des Hauses kam auch dieser Kunstdruck plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses.

Doch keiner kannte weder den Sinn noch den Maler des Bildes.

Doch zum Glück sind unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Geschichte beschlagen: Mag. Marianne Messerer erinnerte sich, dieses Motiv schon einmal im Heeresgeschichtlichen Museum gesehen zu haben. Also wurde flugs Dr. Walter F. Kalina, der Referats-Leiter für Sammlung & Ausstellung des Museums kontaktiert. Damit hatte man genau ins Schwarze getroffen, Dr. Kalina konnte ausführlich Antwort geben.

Das Originalbild ist von Ludwig Koch (1866-1934) und hängt im Wien Museum, das Heeresgeschichtliche Museum besitzt eine Kopie davon.

Laut Dr. Kalina ist das Gemälde (hier eine Fotografie von Walter Lauer) nichts anderes als ein Beispiel der habsburgischen Propaganda im Ersten Weltkrieg, es lehnt sich dabei an den Typus der barocken Herrscherverherrlichung an. Besonders typisch für den barocken Typus sind die schräg in die Komposition hineinführende Treppe und der mächtige Baldachin, unter dem der Herrscher steht. Bei diesem Bild handelt es sich um eine monumentale Allegorie auf die „Dankbarkeit“ des Herrschers, in diesem Falle des 85jährigen Kaiser Franz Josephs, gegenüber der Leistungen des Volkes und der Armee. Kaiser Franz Joseph selbst reicht einem verwundeten Soldaten die Hand, zum Zeichen seiner Opferbereitschaft.

Gehuldigt wird er von Soldaten, Müttern, Großmüttern, ganz links im Hintergrund Soldaten aller Kategorien der Kavallerie: Berittene Landwehr, Ulane, Dragoner und Husar (von links nach rechts). In der Mitte des Vordergrundes werden Gold und Juwelen dargebracht, hier haben sie den Sinn „Gold gab ich für Eisen“ ganz richtig verstanden. Es soll hier vor allem die Spendenbereitschaft von Edelmetall aus der Bevölkerung thematisiert werden, dies ist gleichzeitig als Dank und als Aufruf zu verstehen.

Rechts von vorne nach hinten sind ein österreichischer und ein ungarischer Infanterist dargestellt, dahinter ein Marinesoldat.

Damit sind eigentlich alle wesentlichen Träger der Monarchie dargestellt, was wiederum den Zusammenhalt allen Volkes und aller Klassen manifestieren soll.

Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museumsdorfes ist es immer wieder faszinierend, welch spannende Ergebnisse ihre Recherchen ergeben und wieviel Geschichte einem einzigen Einrichtungsgegenstand innewohnen können

Dieses neue Wissen über das Bild „Kaisers Dank“ kann somit zukünftig  in eine Führung durch das „Bürgermeister Haus“ einfließen.

Ich hab Euch beim letzten Blog über das Handwagerl einen Exkurs über die Herstellung eines Holzrades versprochen:

Wie gesagt, das Wagenrad ist die Meisterleistung eines Wagners. Warum? Das bekam Peter Huber bald  zu spüren, vor allem weil die kleinen Räder viel unflexibler sind, als ihre großen Brüder.

Als erstes sind die Teile des Radkranzes  zu fertigen. Peter Huber macht sie aus Buche, das ist schönes und stabiles Hartholz.

In unserem Fall besteht ein Radkranz aus vier Einzelteilen.

.

.

.

Bei größeren Rädern kann er aus sechs oder mehr Einzelkomponenten bestehen, denn die Konstante sind die Speichen:

Nur zwei Speichen pro  Kranz-Teil, sonst kann das Rad unmöglich zusammengebaut werden.

.

Hier, dieses altes Rad aus unserer Sammlung in der Wagnerei besteht aus sechs Kranz-Teilen. Wenn ihr genau schaut, erkennt ihr die Fugen; oder ihr zählt die Speichen ab.

.

.

.

Dann fertigt Peter Huber die Speichen aus Eschenholz. Der einfachheits-halber sind sie rund gedrechselt. Die Ränder sind etwas abgesetzt, um sie in Radkranz und Nabe einzupassen.

.

.

Bei alten Wagenrädern wurde allerdings ein ovaler Querschnitt verwendet.

Zum ersten sind rechteckige und ovale Querschnitte stabiler als quadratische und runde,

zum zweiten können sie sich so den geringen Platz in der Nabe besser teilen

– auf diesem Bild aus der Wagnerei (© Reinhard Holl) gut erkennbar.

.

.

.

.

.

.

Das dritte Grund-Element des Rades ist die Nabe.

Da hier Stabilität besonders wichtig ist, verwendet Peter Huber  hartes  Eichenholz.

Nun muss nur noch alles zusammengebaut werden. Doch das hört sich leichter an, als es ist.

.

Denn die Speichen müssen gleichzeitig in  Nabe und  Radkranz eingepasst werden.

Steckt man die Speichen zuerst in die Nabe, stehen die Enden zu weit auseinander um in den Radkranz-Teil zu passen. Steckt man die Speichen zuerst in den Radkranz, stehen die Naben-Enden ineinander. Also muss Peter Huber alles gleichzeitig zusammen stecken. Die kleinen Einzelteile haben aber – im Gegensatz zu einem großen Rad, kaum Spiel. Ohne ein wenig Gewalt geht da nichts, meint Peter. Ob die alten Wagner damals einen besonderen Trick hatten? Tja, genau dieses Wissen geht mit dem Aussterben des Handwerks verloren.

So, endlich geschafft. Dass die Speichen ein wenig über den Radkranz hinaus ragen, ist gewollt. So kann keines zu kurz sein und alle Speichenenden  werden später  plan mit dem Radkranz abgeschnitten.

.

.

Damit später nichts wackelt, werden nun  Keile mitten durch die Speichen geschlagen, um die Enden auseinander zutreiben und fest mit dem Radkranz zu verbinden.

.

.

.

Dann werden die Speichen-Enden samt Keilen abgeschliffen.

Damit sich die Radkranzteile nicht gegeneinander bewegen, werden sie ebenfalls mit kleinen Metall-Dreiecken verkeilt.

Alle diese Kniffe hat Peter Huber mit der Zeit bei alten Wagnermeistern aufgeschnappt, aber noch nie selbst ausprobiert.

Nun wird außen der ursprüngliche Metall-Reifen  aufgezogen. Auch rund um die Nabe kommen die beiden originalen Eisenbänder.

Sie passen wie angegossen.

Eh klar, Peter Huber hat jedes einzelne Rad an die alten Eisenteile angepasst. Das erforderte besondere Tüftelei, da jeder Reifen anders war.

.

.

Das neue Rad sitzt perfekt auf dem Wagen.

.

.

.

.

.

Peter Huber kann stolz auf sein Meisterwerk sein.

Außerdem hat er dabei viel für seine Arbeit in der Wagnerei des  Museumsdorfes gelernt.

.

Noch etwas unklar  ?

Ab 23. April, wenn wir wieder geöffnet haben, können Sie Peter Huber in seiner Wagnerei gerne nach Herzenslust ausfragen.

Wenn sie unser Museumsdorf betreten, sehen Sie als eines der ersten Gebäude die „Georgskapelle“.

Dieses Gebäude passt gut an den Beginn eines Weinviertler Dorfes, war doch der Hl. Georg  ein wichtiger Patron der Bauern und sein Namenstag am 23. April ein bedeutender Lostag.

1987 wurde diese Kapelle, die ursprünglich aus Obersteinabrunn (Bezirk Hollabrunn) stammt, hier wieder aufgebaut.

Doch ohne Altarbild, einer klassischen Darstellung des Hl. Georg auf dem Pferd mit Drachen und Speer. Denn das Bild verblieb in der Gemeinde Obersteinabrunn und wurde dort in der neu aufgebauten Kapelle als Altarbild aufgehängt.

.

.

Die Georgskapelle in Niedersulz erhielt als Altarbild eine Kopie des Gnadenbildes von  Maria Taferl .

.

.

.

.

.

.

Damit war die Georgskapelle jahrelang ohne ihren eigentlichen Namenspatron.

.

.

.

.

.

Im Zuge ihrer Hausforschung machten sich unsere beiden Mitarbeiter Mag. Marianne Messerer und Walter Lauer auf nach Obersteinabrunn, um den Spuren der Kapelle nachzugehen.

Dort trafen sie Franz Freudentaler, den ehemaligen Ortsvorsteher von Obersteinabrunn, der seit jeher für die kleine Dorfkapelle zuständig ist und sich noch gut an den Abbau vor über 20 Jahren erinnern kann.

Das Kirchlein stammte aus dem 19. Jahrhundert und sank immer stärker unter das Straßenniveau. Auch die allgemeine Baufälligkeit sprach für einen Neubau.

Also folgte der Entschluss, die Kapelle ins Museumsdorf zu übertragen und eine neue aufzubauen.

Franz Freudentaler hatte Fotos von der alten Kapelle und von ihrem Abbau aufgehoben, die er Mag. Marianne Messerer und Walter Lauer zur Verfügung stellte.

Hier sieht man gerade den Abtransport des Glockenturmes, eines sogenannten „Dachreiters“, einer Holzkonstruktion, die mit Blech beschlagen ist.

Dann wurde auch die neue Kapelle besichtigt: Das Georgsbild hat hier einen würdigen Platz als neues Altarbild erhalten.

Es ist nämlich ein ganz besonderes Bild: Es wurde von Eduard Klieber geschaffen, der 1803 bis 1879 in Wien lebte und wirkte. Er war Maler und Lithograph und der Sohn des berühmten Bildhauers Joseph Klieber.

Walter Lauer durfte das Bild fotografieren. Die gewählte hohe Auflösung bietet uns die Möglichkeit,  Das Bild  in der Georgskapelle zu präsentieren. In welcher Form das passieren könnte, wird der Fachbeirat des Museumsdorfes entscheiden.

Warum ist dieses Bild für uns so wichtig?

Der Hl. Georg war wie schon erwähnt, ein wichtiger Patron der Bauern.

Sein Kult reicht zurück bis ins 4. Jahrhundert. Er war ein angesehener Reitersmann in römischen Diensten und dürfte um 303 aufgrund seines Glaubens gefoltert und enthauptet worden sein.  Er wird in vielen Ländern sehr verehrt. Er ist Patron der Ritterorden, der Pfadfinder, Soldaten, Reiter, Sattler, Schmiede und Bauern. Bauer heißt auf giechisch „georgos“, das Land Georgien bedeutet „das Bauernland“.  Darum ist der Hl. Georg auch der Patron des Viehs und der Pferde. Zum überlieferten Volksbrauchtum gehören darum Pferdesegnungen und Georgi-Ritte, Märkte und Umzüge zu seinem Namenstag am 23. April.

Dieser Tag bestimmte als Lostag auch das Bauernleben: Am 23. April begann das Arbeitsjahr auf dem Bauernhof, an diesem Tag wurden die letzten Dienstboten für das Jahr eingestellt und es war ein Abgabentag für die Herrschaft.

Die Bedeutung reicht bis in unsere Zeit. Das beweist auch eine Fahne der Landjugend Laa, die bis heute den Hl. Georg führt.

« Vorherige SeiteNächste Seite »