Sammlungen


Am Sonntag, den 6. August 2017, fand der traditionelle „Südmährerkirtag“ im Südmährerhof des Museumsdorfes mit Musik, Tanz & Kirtagsschmankerl statt.

Der gesamte Tag war eine Veranstaltung der Südmährer-Kulturstiftung.

 

Hier einige Impressionen vom „Südmährerkirtag“:

 

 

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Dkfm. Hans-Günter Grech, Claudia Nemec, Bürgermeisterin Angela Baumgartner, Ing. Reiner Elsinger

 

 

Die „Stadltonza“ waren wieder zu Gast am „Südmährerkirtag“ und ein Highlight.

 

 

 

 

Weiters gab es eine Trachtenmodenschau der Firma Elfi Maisetschläger / Waldviertel.

 

Ausstellungsräume im Südmährerhof.

 

Habaner Keramik.

 

 

 

Die Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling gab im Hörersdorfer Hof Tipps & Anregungen zum Thema Handarbeiten.

 

 

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Am Samstag, den 20. Mai 2017 um 14.00 Uhr, wurde im Zuge des Museumsfrühlings Niederösterreich die neugestaltete Greißlerei aus Jedenspeigen im Museumsdorf Niedersulz eröffnet.

Zahlreiche Gäste waren zur feierlichen Veranstaltung gekommen, die durch die Abgeordnete zum Nationalrat Eva-Maria Himmelbauer, in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner, eröffnet wurde. Weitere Ehrengäste bei der Eröffnung waren der Bezirkshauptmann von Gänserndorf, Dr. Martin Steinhauser, die Bürgermeisterin von Sulz im Weinviertel, Angela Baumgartner, sowie Vizebürgermeister Roman Wiesinger, Vizebürgermeister von Jedenspeigen, Alfred Kridlo, sowie Altbürgermeister Josef Bauer, der Geschäftsführer der Kulturregion Niederösterreich Dr. Edgar Niemeczek, Mag. Stephan Gartner (Festival-Leitung des Viertelfestivals NÖ), Herbert Nowohradsky (2. Landtagspräsident a.D. und Obmann des Vereins „Freunde des Museumsdorfs Niedersulz“), der auch Initiator für das Zustandekommen der Schenkung der Greisslerei durch die Familie Klewan in den musealen Bestand des Museumsdorfes war.

 

v.l.n.r.
Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer Kultur Region Niederösterreich), Angela Baumgartner (Bürgermeisterin Sulz im Weinviertel), Alfred Kridlo (Vizebürgermeister Jedenspeigen), Eva-Maria Himmelbauer (in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner), Dr. Martin Steinhauser (Bezirkshauptmann Gänserndorf), Josef Bauer (Bürgermeister a.D. Jedenspeigen), Mag. Stephan Gartner (Viertelfestival NÖ), Herbert Nowohradsky (Obmann Verein „Freunde des Museumsdorfs“, 2. Landtagspräsident a.D.), Mag. Edeltraud Hruschka (Kuratorin der Greisslerei NEU), Anna Klewan (geb. Pawelka; Tochter und Spenderin der Greisslerei), Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf Niedersulz).

Auch zahlreiche Zeitzeugen waren zur Eröffnung der Greisslerei aus Jedenspeigen gekommen, so etwa der dieses Jahr 100 Jahre alt gewordene Josef Bogner, der schon als Kind in dieser Greisslerei einkaufte.

Schon als Kind kaufte der 100jährige Josef Bogner in der Greisslerei Pawelka in Jedenspeigen ein. Greisslerei-Kuratorin Mag. Edeltraud Hruschka.

 

„Grenzen und Austausch im Wandel am Beispiel der Greißlerei aus Jedenspeigen 1840 – 1970“ – so der Titel des vom Viertelfestival Niederösterreich Weinviertel 2017 geförderten Projekts, mit dem Ziel der Erforschung und Präsentation des Warenaustausches und des Einkaufsverhaltens der Bewohner in Grenzdörfern entlang der March im Weinviertel des 19. Jahrhunderts. Die Untersuchung der interkulturellen und sozialen Aspekte dieses Austausches an der österreichischen–slowakischen/tschechischen Grenze und dessen Wandel durch die Grenzschließung und die Wiederöffnung nach dem Fall des Eisernen Vorhanges ist ein Fokus des Projektes.

 

Weiters wurde das Greißlerei-Projekt vom „Verein Freunde des Museumsdorfs“ unterstützt.

Die Ergebnisse der Forschung werden einerseits durch die möglichst authentischen Neugestaltung und Einrichtung der Geißlerei im Museumsdorf Niedersulz, andererseits in einer Dokumentation mittels Texten und Medienstationen mit Interviewpassagen und Bildmaterial in der Greißlerei dem Publikum präsentiert und vermittelt.

 

Greißlereien waren Lebensmittelgeschäfte, die aber meist als Gemischtwarenhandlungen geführt wurden. In jedem Weinviertler Dorf gab es Anfang des 20. Jhdts. noch mindestens eine Greißlerei, oft aber mehrere an unterschiedlichen Standorten. Auf einer verhältnismäßig kleinen Verkaufsfläche bekam man beim Greißler annähernd alles: Neben Lebensmitteln wie z.B. Essig, Öl, Zucker, eingelegtes Gemüse und Fisch, gab es Kolonialwaren (Kaffee, Tee, Gewürze), Reinigungs-und Haushaltsartikel. Viele Greißler führten zusätzlich Tabak-, Eisen-, Wachs- und Paraffinwaren, Zeitungen, Heizmaterial und Kurzwaren wie z.B. Wollgarn, Knöpfe. Vorrangig kaufte man die Artikel, die selbst nicht produziert werden konnten.

 

Einkaufen ging man zu Fuß zum jeweils nächstgelegenen Geschäft, um sich mit allen Dinge des täglichen Bedarfs zu versorgen. Die Greißler zählten dadurch zu den wichtigsten Nahversorgern im Ort, aber auch andere Gewerbe, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe waren Teil eines dichten Versorgungsnetzes (z.B. Bäcker, Fleischhauer oder Schmied).

 

Im Geschäft wurde man ausschließlich bedient. Die Waren kaufte man stückweise, oder sie wurden eingewogen und in „Papierstanitzel“ verpackt bzw. in das selbst mitgebrachte Gefäß abgefüllt. Vorverpackte Produkte kamen erst ab den 1950ern in die Läden. Der Besuch beim Kaufmann hatte auch eine soziale Funktion für die Dorfgemeinschaft. Beim täglichen Einkauf wurden Neuigkeiten und Informationen ausgetauscht und so die sozialen Beziehungen gepflegt. Auch die Arzt- und Tierarztbesuche wurden beim Greißler angemeldet. Das Geschäft war ein Ort der Zusammenkunft und wichtiger Teil des lokalen Kommunikationsnetzes.

 

 

In der Zeit der Habsburgermonarchie war es einfach, auch die nahegelegenen Märkte in Gemeinden in der Slowakei und Tschechien zu besuchen. Die Folgen des Ersten und schließlich des Zweiten Weltkrieges wandelte eine Region, in der es intensive wirtschaftliche und soziale Wechselbeziehungen zwischen der Grenzlandbevölkerung gab, von Grund auf. Die Zeit des Eisernen Vorhanges ließ die einstige Nachbarschaft und gemeinsame Vergangenheit fast in Vergessenheit geraten.

 

Anlässlich des 500jährigen Reformationsjubiläums wurde am Sonntag, den 7. Mai 2017 um 14.00 Uhr, die neugestaltete Ausstellung „Evangelisch im Weinviertel“ in der so genannten „Lutherische Kapelle“ im Museumsdorf Niedersulz durch Landesrat Mag. Karl Wilfing, in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner, und dem niederösterreichischen Superintendenten Mag. Lars Müller-Marienburg feierlich eröffnet. Prof. em. Dr. Gustav Reingrabner, ehemaliger Superintendent a.D. der evangelischen Superintendentur Burgenland, der auch schon die vorangegangene, evangelische Ausstellung im Museumsdorf im Jahr 1999 konzipiert hatte, sprach in seiner Rede über die Evangelischen in der Region im Verlauf der Jahrhunderte.

Feierliche Eröffnung im Museumsportal.

 

Prof. em. Dr. Gustav Reingrabner.

 

Evangelischer Superintendent von NÖ Mag. Lars Müller-Marienburg.

 

Weiters konnte die Geschäftsführerin des Museumsdorfes, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, unter den zahlreichen Ehren- und Festgästen begrüßen: Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich), Landtagsabgeordneter René Lobner, die Bezirkshauptfrau aus Korneuburg Dr. Waltraud Müllner-Toifl, Bürgermeisterin Sulz im Weinviertel Angela Baumgartner und Vizebürgermeister Ronald Wiesinger, Superintendential-Kuratorin Dr. Gisela Malekpour, Herbert Nowohradsky (2. Landtagspräsident a.D. und Obmann des Vereins Freunde des Museumsdorf Niedersulz), Mag. Ulrike Vitovec (Geschäftsführerin Museumsmanagement Niederösterreich), Dr. Ernst Petritsch (Evangelisches Museum Wien), für die evangelischen Pfarrgemeinden Mag. Christian Brost aus Stockerau, Mag. Anneliese Peterson aus Korneuburg, Mag. Hans Spiegl und Dr. Rotraud Perner aus Mistelbach, sowie Ing. Reinhold Eichinger für den Hutterischen Geschichtsverein.

 

Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich), Landtagsabgeordneter René Lobner, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf), Landesrat Mag. Karl Wilfing, Bezirkshauptfrau Korneuburg Dr. Waltraud Müllner-Toifl, Superintendent St. Pölten Mag. Lars Müller-Marienburg, Superintendentialkuratorin Dr. Gisela Malekpour, Herbert Nowohradsky (2. Landtagspräsident a.D. und Obmann des Vereins Freunde des Museumsdorfs Niedersulz)

 

Dr. Edgar Niemeczek (Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich), Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Geschäftsführerin Museumsdorf Niedersulz), Superintendent Mag. Lars Müller-Marienburg, Dr. Rotraut Perner, Dr. Ernst Petritsch (Evangelisches Museum Wien).

Die wunderbare und stimmige, musikalische Umrahmung gestaltete der Gospelchor der evangelischen Gemeinde Melk-Scheibbs unter der Chorleitung von Diözesan-Kantorin Sybille von Both.

Die Ausstellung „Evangelisch im Weinviertel“ zeigt – ausgehend von Martin Luthers Thesenanschlag 1517 – Geschichte und Gegenwart der Evangelischen im Weinviertel. Um 1580 war das Viertel unter dem Manhartsberg praktisch zur Gänze evangelisch und namhafte Prediger hier tätig. Im Zuge der Gegenreformation mussten alle Evangelischen das Land verlassen oder katholisch werden.

„Lutherische Kapelle“ im Museumsdorf.

 

Andachtsbücher, Bibeln und Gesangsbücher aus fünf Jahrhunderten.

 

„Evangelische Bilderwelt“

 

„Evangelisch im Weinviertel“ im Museumsdorf / Gebäude aus Niederfellabrunn.

Erst um 1900 siedelten sich im Weinviertel wieder Evangelische an, die vorerst von Wiener Pfarrgemeinden aus betreut wurden. Heute gibt es hier vier evangelische Pfarrgemeinden mit ihren Predigtstellen, die zur 1947 gegründeten Diözese Niederösterreich gehören.

Weitere Themen der Ausstellung sind die Hausgeschichte des in der Überlieferung „Lutherische Kapelle“ genannten Gebäudes aus Niederfellabrunn sowie die „Evangelische Bilderwelt“. Zu sehen sind Bilder, Andachtsbücher und Bibeln sowie Gesangbücher aus fünf Jahrhunderten.

Der Bereich Religion im Museumsdorf bietet außerdem in unmittelbarer Nähe zur lutherischen Kapelle die Täufer-Ausstellung des Hutterischen Geschichtsvereins – die zumindest in Österreich einzige umfassende Darstellung des Themas Täufer/Hutterer/Habaner. Zwischen den beiden Einrichtungen liegt der 2013 angelegte Bibelgarten, der eine Oase für BesucherInnen bietet und nach den Richtlinien von Natur im Garten gepflegt wird.

Bibelgarten; im Hintergrund „Lutherische Kapelle“.

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Am 24. April 2016 um 14.00 Uhr, wurde die Kummet-Ausstellung im Museumsdorf Niedersulz durch Landesrat Mag. Karl Wilfing, in Vertretung des Niederösterreichischen Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll, eröffnet.

„Die jährlichen Sonderausstellungen im Museumsdorf Niedersulz, wie beispielsweise die Kummet-Ausstellung, zeigen, welche Stärken und Talente im Weinviertel vorhanden waren und sind“, so Landesrat Wilfing in seiner Eröffnungsrede.

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Weitere Ehrengäste und politische Vertreter waren unter anderem die Bürgermeisterin der Gemeinde Sulz im Weinviertel Angela Baumgartner, der Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich Dr. Edgar Niemeczek, Bezirkshauptmann a.D. Dr. Gerhard Schütt, Obmann des Freundesvereins des Museumsdorfes und 3. Landtagspräsident a.D. Herbert Nowohradsky, Bundesinnungsmeister der Sattler Georg Winkelmayr – der extra aus Wels anreiste – sowie Leopold Wanderer, der seine jahrzehntelang zusammengetragene, private Kummet-Sammlung dem Museumsdorf für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.

 

Herbert Nowohradsky

Herbert Nowohradsky, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, LR Mag. Karl Wilfing, Bürgermeisterin Angela Baumgartner, Leopold Wanderer, Dr. Edgar Niemeczek.

 

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Ebenfalls wurde ein vom renommierten Wiener Kutschenbauer Florian Staudner neu restaurierter Schlitten erstpräsentiert. Anschließend fand eine Georgi-Feier mit Pferdesegnung durch Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz am Dorfplatz im Museumsdorf statt.

 

Hans Swoboda & Altabt

Hans Swoboda & Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz.

 

Auch die Museumsdorf-Esel, Pepino & Gusti, waren bei der Georgi-Feier inkl. Segnung mit dabei.

Auch die Museumsdorf-Esel, Pepino & Gusti, waren bei der Georgi-Feier inkl. Segnung mit dabei.

Blumengeschmückte Pferde...

Blumengeschmückte Pferde…

 

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In früheren Zeiten waren Pferde in ihrer Funktion als Zugtiere die „Motoren der Landwirtschaft“. Sie zogen Pflüge, Eggen und Ackerwalzen zur Bodenbearbeitung und im frühen 20. Jahrhundert auch einfache Sämaschinen. Im Spätsommer zogen sie die Ernte von Heu und Getreide in die Stadel und im Winter transportierten sie Fuhren von Holz als Bau- und Heizmaterial sowie für Wagner, Tischler und Fassbinder. Wichtig waren auch der Transport der Weintrauben zu den Presshäusern und die Belieferung der Wirte in Wien mit den großen Weinwägen. Wer es sich leisten konnte, nutzte die Kraft der Pferde. Besaß ein Bauer zwei Pferde, nannte man ihn „Zwiespånner“, kleinere Bauern mit nur einem Zugtier hießen „Einspånner“. Wer sich keine Pferde leisten konnte, spannte Ochsen, teilweise Kühe und in Krisenzeiten sogar Ziegen und Hunde ein.

Ein unverzichtbares Utensil war dabei das Kummet, das die Zugkraft beim Einspannen eines Pferdes oder Rindes verteilt und vermeiden soll, dass zu viel Druck auf Luftröhre oder Widerrist ausgeübt wird. Deshalb maß der Sattler den jeweiligen Pferdehals ab und fertigte für jedes Tier ein maßgearbeitetes Kummet an. Ein Kummet besteht aus den hölzernen oder metallenen Kummetbügeln („Klester“) und einem mit Stroh gefüllten Schlauch („Leib“) aus günstigem Schweinsleder. Das „Kiss“, ein mit Rosshaar gefüllter Stoffpolster, wird nicht am Kummet fixiert, sondern nur eingelegt. Genäht wird mit gepechten oder gewachsten Hanffäden und mit schmalen Lederriemen.

Im Weinviertel waren oben zusammenlaufende so genannte Spitzkummete üblich. Die Kummetspitze aus hochwertigerem Rindsleder, oft auch das gesamte Stück wurde reich mit Dachsfell, rotem Tuch, Messingscheiben und -kämmen sowie Paraderiemen verziert.

Die Kummet-Ausstellung ist bis einschließlich 1. November – täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr zu besichtigen.

Infos unter: http://www.museumsdorf.at

Frühlingsbeginn im Museumsdorf....

Frühlingsbeginn im Museumsdorf….

Am Samstag, den 16. Mai 2015, wurde um 14.00 Uhr die neu gestaltete Ausstellung „Bemalte Bauernkästen“ erstpräsentiert und eröffnet. In den gewölbten Stuben des Drösinger Hofes wird annual wechselnd eine Auswahl aus der vom Museumsdorf – Gründer Prof. Josef Geissler angelegten, beeindruckenden Sammlung bemalter Bauernkästen des Museumsdorfes gezeigt. Die kunstvoll bemalten und verzierten Kästen sind nicht nur in ästhetischer und typologischer Hinsicht interessant, sondern geben als „Zeitzeugen“ Auskunft über die Geschichte der Besitzer-Familien.

"Blauer Pirolkasten" in der Bauernkästen - Ausstellung: eines der Highlights.

„Blauer Pirolkasten“ in der Bauernkästen – Ausstellung: eines der Highlights.

Neben dem NÖ Landtagsabgeordneten und Bürgermeister von Gänserndorf René Lobner, der in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll die Ausstellung eröffnete, hielt Prof. Dr. Franz Grieshofer, ehemals Direktor des Museums für Volkskunde in Wien, der auch für die fachliche Ausstellungsberatung durch die wissenschaftliche Leiterin des Museumsdorfes Dr. Veronika Plöckinger-Walenta herangezogen wurde, einen interessanten Eröffnungsvortrag zum Thema Bauernmöbel allgemein.

 

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf), René Lobner (Landtagsabgeordneter von NÖ) und Prof. Dr. Franz Grieshofer

Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Wissenschaftliche Leitung Museumsdorf), René Lobner (Landtagsabgeordneter von NÖ) und Prof. Dr. Franz Grieshofer.

Bauernkästen waren nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern auch Prestigeobjekte. Im bäuerlichen Bereich sind Kästen erst seit dem 18. Jahrhundert anzutreffen und zählen primär zu den Verwahrmöbeln. Im Wohnbereich dienten sie der Aufbewahrung von Kleidung, Stoffen und Wertgegenständen. In Wirtschaftsräumen bewahrte man darin Nahrungsmittel sowie Dinge des täglichen Bedarfs auf. Die Kleiderkästen gehörten zum persönlichen Besitz der Frau.

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Aufwendige Bemalungen.

Die zweitürigen Kästen wurden in Brett- und Rahmenbauweise aus den in der Region vorherrschenden Holzarten gefertigt. Die Herstellung der ländlichen Möbel erfolgte durch die Dorftischler. Die Bemalung übernahmen häufig deren Familienmitglieder. Da die Werkstücke in der Regel unsigniert waren, ist eine Zuordnung zu bestimmten Werkstätten nicht möglich. Zum Bemalen der Kästen wurde hauptsächlich Leimfarbe, seltener Kasein, später auch Ölfarbe verwendet.

Hochzeitskastenzur Aussteuer.

Hochzeitskasten als Aussteuer.

Meist waren die Kästen Teil der Hochzeits-Aussteuer, weshalb sie oft die Namen oder Initialen des Brautpaares und die entsprechende Jahreszahl tragen. Die besondere Beziehung zum eigenen Möbel drückt sich darin aus, dass die Innenseiten der Kastentüren oft für persönliche Notizen und als Bildträger benützt wurden. Biographische Eintragungen wie die Geburt der Kinder, „buchhalterische“ Angaben zu Preisen und Mengen von landwirtschaftlichen Produkten, Schulden oder Ausstände sowie Namen und Sprüche von Lohnarbeitern vermitteln einen Einblick in die persönlichen Verhältnisse und machen die Kästen zu einer wichtigen Informationsquelle für die Volkskundeforschung.

Die Inschriften auf den Kasteninnseiten werden genau untersucht.....

Die Inschriften auf den Kasteninnseiten werden genau untersucht…..

Die Ausstellung „Bemalte Bauernkästen“ ist im Zuge der Überblicksführungen an jedem Samstag, Sonn- und Feiertag um 14.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zusätzlich um 11.00 Uhr zu besichtigen!

Am ebenfalls sehr gut besuchten Internationalen Museumstag, am Sonntag, den 17. Mai 2015, stand das Museumsdorf ganz im Zeichen und unter dem Motto von „Belebte Häuser und Werkstätten“. Den ganzen Tag konnte Wissenswertes und Interessantes über das Alltagsleben und die dörfliche Struktur von anno dazumal direkt und aus erster Hand in den Häusern und Werkstätten des Museumsdorfes erfahren werden. Wagnerei-, Schmiede- und Spinnvorführungen, der Schulalltag in einem Weinviertler Dorf, Haus- und Familiengeschichten in einem Weinviertler Zwerchhof, Einblicke in die Lebenswelt der dörflichen Unterschichten wie Kleinhäusler, Dienstboten und Inwohner – waren nur einige der Themen, die gezeigt und lebendig erklärt wurde.

Hier einige Impressionen von „Belebte Häuser und Werkstätten“ vom Internationalen Museumstag im Museumsdorf:

 

Das Wagnerei-Handwerk wurde erklärt.

Das Wagnerei-Handwerk wurde erklärt.- Die Aufgaben und die Bedeutung des Wagnerhandwerks anno dazumal.

 

Spinnvorführungen im Wultendorfer Hof von Helene Hasewend.

Spinnvorführungen im Wultendorfer Hof von Bertha Vondra.

 

Die Bedeutung der Kirche im dörflichen Gefüge. - Monika-Franziska Jahn in der Marienkapelle.

Die Bedeutung der Kirche im dörflichen Gefüge. – Monika-Franziska Jahn in der Marienkapelle.

Der Stellenwert des Schmieds in früheren Zeiten. - Von und mit Herrn Steiner & Lehrling.

Der Stellenwert des Schmieds in früheren Zeiten. – Von und mit Herrn Steiner & Lehrling.

 

Der Bürgermeister als wichtige Instanz des dörflichen Lebens. - Im Bürgermeisterhaus mit Walter Lauer.

Der Bürgermeister als wichtige Instanz des dörflichen Lebens. – Im Bürgermeisterhaus mit Walter Lauer.

 

Mag. Marianne Messerer gibt "Einblicke in die Lebenswelt der dörflichen Unterschichten wie Kleinhäusler, Dienstboten und Inwohner".

Mag. Marianne Messerer gibt „Einblicke in die Lebenswelt der dörflichen Unterschichten wie Kleinhäusler, Dienstboten und Inwohner“.

In der Rauchkuchl im Waidendorfer Hof: Elisabeth Stadler erzählt über die Funktion des Weinviertler Zwerchhofes und seine Bedeutung für die ländliche Gesellschaft.

In der Rauchkuchl im Waidendorfer Hof: Elisabeth Stadler erzählt über die Funktion des Weinviertler Zwerchhofes und seine Bedeutung für die ländliche Gesellschaft.

Umfassende Informationen über die Täuferbewegung im Weinviertel beim Täuferhaus im Museumsdorf.

Umfassende Informationen über die Täuferbewegung im Weinviertel beim Täuferhaus im Museumsdorf.

Franziska Bogensdorfer in der Lehrerwohnung der alten Volksschule aus Gaiselberg.

Franziska Bogensdorfer in der Lehrerwohnung der alten Volksschule aus Gaiselberg.

 

Der ehemalige Oberlehrer und Schuldirektor Fritz Wendy erzählt Interessantes zum Schulalltag anno dazumal.

Der ehemalige Oberlehrer und Schuldirektor Fritz Wendy erzählt Interessantes zum Schulalltag anno dazumal.

 

Die textile Sonderschau „Das ist Spitze!“ eröffnete traditionell am Muttertag, den 10. Mai 2015 um 13.00 Uhr im Hörersdorfer Hof des Museumsdorfes Niedersulz.

Der Hörersdorfer Hof mit Textilausstellung.

Der Hörersdorfer Hof mit Textilausstellung.

„Das ist Spitze!“ wurde wegen des großen Interesses im letzten Jahr verlängert und erweitert. Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling widmet sich intensiv und en détail dem Thema Spitze und zeigt dabei so manches neue „Spitzenstück“ aus der vielfältigen Sammlung.

 

Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling, Hans Kiessling und Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Wissenschaftliche Leitung Musuemsdorf) bei der Eröffnung der Textilschau 2015.

Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling, Hans Kiessling und Dr. Veronika Plöckinger-Walenta (Wissenschaftliche Leitung Musuemsdorf) bei der Eröffnung der Textilschau 2015.

Erste sog. Nadelspitzen wurden bereits im 15. Jahrhundert in Norditalien gefertigt. Sie waren ein absolutes Luxusgut und insoferne nur dem Adel vorbehalten. Man unterscheidet verschiedene Herstellungsarten- und techniken von Spitzen, wobei man bei den handgefertigten Spitzen zwischen Häkel,- Klöppel,- Tüll,- Nadel,- und Strickspitze differenziert.

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Meistens wurden Spitzen als Randverzierungen und Dekorelemente an Kleidungsstücken verwendet – wie auch heute hauptsächlich noch bei Trachten oder Nachtwäsche. Vor allem die Häkelspitze, die im Gebrauch strapazierfähiger und robuster ist, hat allgemeinere Verbreitung gefunden und wurden bzw. werden gerne an Gebrauchsobjekten des Alltags wie Vorhänge, Bettdecken oder Pölster verwendet.

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Die Ausstellung „Das ist Spitze!“ zeigt über 500 verschiedene Muster und „Spitzenstücke“ aus zwei Jahrhunderten, ob genäht, geklöppelt, gehäkelt oder gestickt….

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An speziellen Terminen präsentiert und erklärt Textilexpertin Maria-Theresia Kiessling im Museumsdorf Niedersulz bei ihren Handarbeitsvorführungen verschiedenste Handarbeitstechniken, die teilweise schon in Vergessenheit geraten sind:

31. Mai, 14. Juni, 12. Juli, 10. August, 9. August, 13. September, 5. September, 13. September, 4. Oktober, 26. Oktober 2015 – jeweils von 13.00 bis 17.00 Uhr im Hörersdorfer Hof.

 

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Am 02. Mai 2015, um 14.00 Uhr, wurde der Wagnerei – Stadel aus Hollabrunn im Museumsdorf unter Beisein von Landesrat Mag. Karl Wilfing, in Vertretung des Niederösterreichischen Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll, Bezirkshauptmann von Gänserndorf Dr. Martin Steinhauser, Bürgermeisterin der Gemeinde Sulz im Weinviertel Angela Baumgartner, Herbert Nowohradsky (Obmann des Vereins „Freunde des Weinviertler Museumsdorfs Niedersulz“), Dr. Edgar Niemeczek und Martin Lammerhuber (Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich) und der ehemaligen Besitzerfamilie Franz und Maria Halmschlag aus Hollabrunn neben zahlreichen Gästen erstpräsentiert.

v.r.n.l.:

v.r.n.l.: Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Dr. Edgar Niemeczek, Wissenschaftliche Leiterin Museumsdorf, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, Landesrat Mag. Karl Wilfing, Bürgermeisterin von Sulz im Weinviertel, Angela Baumgartner, Obmann des Vereins „Freunde des Museumsdorfes“ Herbert Nowohradsky und Ehrenamtlicher Peter Huber.

 

Maria

Maria und Franz Halmschlag – Nachkommen und Donatoren der letzten Wagnerei aus Hollabrunn.

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Landesrat Mag. Karl Wilfing, der den Wagnerei – Stadel eröffnete, dankte insbesondere der Familie Halmschlag aus Hollabrunn, dass es durch die Übertragung der Wagnerei ins Museumsdorf möglich wurde, ein Stück Geschichte und Heimat dieser Region zu erhalten und im Heute darzustellen.

Die ehemalige Hollabrunner Wagnerei der Familie Halmschlag wurde dem Museumsdorf übergeben und findet in Niederösterreichs größtem Freilichtmuseum einen adäquaten, letzten Standort. Bis zu seinem Tod im Jahr 2007, war der letzte Wagnermeister von Hollabrunn, Franz Halmschlag sen., für den das Wagnerhandwerk nicht nur Beruf, sondern auch Berufung war, tätig.

Der Wagnerei-Stadel ist dabei nur erster Teil und Auftakt eines groß angelegten Wagnerei-Projektes, das in den kommenden Jahren im Museumsdorf realisiert und aufgebaut wird und dient der Präsentation einer Auswahl von landwirtschaftlichen Wägen und Schlitten aus dem Sammlungsbestand des Museumsdorfes.

Aufwendig restaurierter Schlitten - im Wagnerei-Stadel des Museumsdorfes zu besichtigen.

Highlight: aufwendig restaurierter Schlitten – im Wagnerei-Stadel des Museumsdorfes zu besichtigen.

In Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern und der wissenschaftlichen Abteilung des Museumsdorfes wurde nun die über 100jährige Haus- und Familiengeschichte der letzten Hollabrunner Wagnerei akribisch aufgearbeitet. Bereits im Sommer 2014 erfolgte eine detaillierte Inventarisierung der über 1.700 Objekte. Im November 2014 konnte mit der Fundamentierung des Wagnerei-Stadels begonnen werden und im März 2015 schließlich der Wiederaufbau an seinem jetzigen Standort im Museumsdorf Niedersulz.

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Blaue Truhenwagen im neu eröffneten „Wagnerei – Stadel“.

Die Auswahl der Wägen und Schlitten entspricht größtenteils dem üblichen „Fuhrpark“ eines größeren Weinviertler Bauern: typisch sind der Truhen- und der Leiterwagen, außerdem sind ein Baumwagen und ein Baumschlitten sowie der dazugehörige „Baumheber“ zu sehen.

Der Schlitten, der vermutlich ursprünglich aus adeligem Besitz stammte und schließlich in bäuerlichen Besitz gelangt war, wurde mit großzügiger Unterstützung des Freundesvereins des Museumsdorfes im Winter 2014/15 fachmännisch renoviert und hier ausgestellt.

Ein Klassiker: Leiterwagen.

Ein Klassiker: Leiterwagen.

 

Auch kleine "Rodeln" fiel in das Pauvoir eines Wagnermeisters.

Auch kleine „Rodeln“ fiel in das Pauvoir eines Wagnermeisters.

Die Wagnerei – Werkstatt soll in den kommenden Jahren – wie am Originalstandort in Hollabrunn – gegenüber des Stadels aufgestellt und originalgetreu eingerichtet werden. Zudem ist im selben Gebäude eine Dokumentation der Firmen- und Familiengeschichte Halmschlag geplant. Da praktisch alle Maschinen und Geräte beim Abbau noch funktionstüchtig waren, sollen diese auch wieder in Betrieb genommen werden, so dass die Wagnerei à la longue als Attraktion für Thementage und Handwerks(vor)führungen dienen wird.

Mit dem Projekt der „Wagnerei aus Hollabrunn“ wird der Entwicklungsplan des Weinviertler Museumsdorfes Niedersulz mit seinen Schwerpunkten „Handwerk“ und „Lehmbau“ fortgeführt.

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