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Am 24. April 2016 um 14.00 Uhr, wurde die Kummet-Ausstellung im Museumsdorf Niedersulz durch Landesrat Mag. Karl Wilfing, in Vertretung des Niederösterreichischen Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll, eröffnet.

„Die jährlichen Sonderausstellungen im Museumsdorf Niedersulz, wie beispielsweise die Kummet-Ausstellung, zeigen, welche Stärken und Talente im Weinviertel vorhanden waren und sind“, so Landesrat Wilfing in seiner Eröffnungsrede.

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Weitere Ehrengäste und politische Vertreter waren unter anderem die Bürgermeisterin der Gemeinde Sulz im Weinviertel Angela Baumgartner, der Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich Dr. Edgar Niemeczek, Bezirkshauptmann a.D. Dr. Gerhard Schütt, Obmann des Freundesvereins des Museumsdorfes und 3. Landtagspräsident a.D. Herbert Nowohradsky, Bundesinnungsmeister der Sattler Georg Winkelmayr – der extra aus Wels anreiste – sowie Leopold Wanderer, der seine jahrzehntelang zusammengetragene, private Kummet-Sammlung dem Museumsdorf für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.

 

Herbert Nowohradsky

Herbert Nowohradsky, Dr. Veronika Plöckinger-Walenta, LR Mag. Karl Wilfing, Bürgermeisterin Angela Baumgartner, Leopold Wanderer, Dr. Edgar Niemeczek.

 

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Ebenfalls wurde ein vom renommierten Wiener Kutschenbauer Florian Staudner neu restaurierter Schlitten erstpräsentiert. Anschließend fand eine Georgi-Feier mit Pferdesegnung durch Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz am Dorfplatz im Museumsdorf statt.

 

Hans Swoboda & Altabt

Hans Swoboda & Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz.

 

Auch die Museumsdorf-Esel, Pepino & Gusti, waren bei der Georgi-Feier inkl. Segnung mit dabei.

Auch die Museumsdorf-Esel, Pepino & Gusti, waren bei der Georgi-Feier inkl. Segnung mit dabei.

Blumengeschmückte Pferde...

Blumengeschmückte Pferde…

 

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In früheren Zeiten waren Pferde in ihrer Funktion als Zugtiere die „Motoren der Landwirtschaft“. Sie zogen Pflüge, Eggen und Ackerwalzen zur Bodenbearbeitung und im frühen 20. Jahrhundert auch einfache Sämaschinen. Im Spätsommer zogen sie die Ernte von Heu und Getreide in die Stadel und im Winter transportierten sie Fuhren von Holz als Bau- und Heizmaterial sowie für Wagner, Tischler und Fassbinder. Wichtig waren auch der Transport der Weintrauben zu den Presshäusern und die Belieferung der Wirte in Wien mit den großen Weinwägen. Wer es sich leisten konnte, nutzte die Kraft der Pferde. Besaß ein Bauer zwei Pferde, nannte man ihn „Zwiespånner“, kleinere Bauern mit nur einem Zugtier hießen „Einspånner“. Wer sich keine Pferde leisten konnte, spannte Ochsen, teilweise Kühe und in Krisenzeiten sogar Ziegen und Hunde ein.

Ein unverzichtbares Utensil war dabei das Kummet, das die Zugkraft beim Einspannen eines Pferdes oder Rindes verteilt und vermeiden soll, dass zu viel Druck auf Luftröhre oder Widerrist ausgeübt wird. Deshalb maß der Sattler den jeweiligen Pferdehals ab und fertigte für jedes Tier ein maßgearbeitetes Kummet an. Ein Kummet besteht aus den hölzernen oder metallenen Kummetbügeln („Klester“) und einem mit Stroh gefüllten Schlauch („Leib“) aus günstigem Schweinsleder. Das „Kiss“, ein mit Rosshaar gefüllter Stoffpolster, wird nicht am Kummet fixiert, sondern nur eingelegt. Genäht wird mit gepechten oder gewachsten Hanffäden und mit schmalen Lederriemen.

Im Weinviertel waren oben zusammenlaufende so genannte Spitzkummete üblich. Die Kummetspitze aus hochwertigerem Rindsleder, oft auch das gesamte Stück wurde reich mit Dachsfell, rotem Tuch, Messingscheiben und -kämmen sowie Paraderiemen verziert.

Die Kummet-Ausstellung ist bis einschließlich 1. November – täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr zu besichtigen.

Infos unter: http://www.museumsdorf.at

Frühlingsbeginn im Museumsdorf....

Frühlingsbeginn im Museumsdorf….

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